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Riesenbärenklau: So gefährlich ist die giftige Herkulesstaude

Autor: Brigitte Rohm | Kategorie: Freizeit und Technik | 12.06.2019

Riesenbärenklau: So gefährlich ist die giftige Herkulesstaude
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - ramboldheiner)

Der Riesenbärenklau ist eine Zierpflanze mit Tücken: Bei starkem Sonnenschein kann das Gewächs, das auch Herkulesstaude genannt wird, Rötungen, Verbrennungen und schwere allergische Reaktionen auslösen.

Man kann ihn mit Fug und Recht als "Problempflanze" bezeichnen – und der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) breitet sich in Deutschland rasant aus. Besonders an Flussufern, Straßenrändern, Fahrradwegen und in der Nähe von Kindergärten und Spielplätzen stellt die Herkulesstaude ein Gesundheitsrisiko dar. Wir erklären, wie Sie das giftige Gewächs erkennen und worauf sie achten müssen, wenn sie ihm begegnen.

Riesenbärenklau: So erkennen Sie die Giftpflanze

Der prächtig wuchernde Riesenbärenklau mit den imposanten, weißen Blütenständen stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und kam erst um 1900 nach Mitteleuropa. Hier fand die Gartenpflanze, die einst Parkanlagen schmückte, ideale Bedingungen vor, um sich auch in der freien Natur auszubreiten und heimische Arten zu verdrängen. Ihre Staude wächst enorm schnell und erreicht schon in wenigen Wochen eine Höhe von über zwei Metern. 

Vom fein behaarten, mit unregelmässigen purpurfarbenen Punkten gesprenkelten Stängel aus bildet die Herkulesstaude meist gezackte, mehrfingrige Blätter von bis zu einem Meter Länge. Im Juni und Juli ist die Blütezeit des Riesenbärenklaus – dann zeigt die Pflanze ihre großen, weißen Doldenblüten, die einen Durchmesser von bis zu 50 Zentimetern erreichen. Verwechslungsgefahr besteht unter Umständen mit anderen Doldenblütengewächsen wie dem Wiesenbärenklau, dem Zaungiersch, der Pastinak oder der Wilden Möhre.

Verbrennt die Haut: Was die Herkulesstaude gefährlich macht

So schön er aussehen mag: Die Gefahr steckt im Inneren des Riesenbärenklaus. Sein Pflanzensaft enthält Furocumarine – phototoxische Substanzen, die in Verbindung mit Sonnenlicht eine fatale Wirkung für den Menschen haben. Der Saft löst auf der Haut starke Rötungen bis hin zu sehr schmerzhaften Verbrennungen mit Quaddeln und Blasen oder schwere allergische Reaktionen aus. Kinder und Menschen mit empfindlicher Haut sind besonders gefährdet.

Das Tückischste daran: Der giftige Pflanzensaft kann auch durch die Kleidung dringen. Und die Reaktion zeigt sich in der Regel nicht sofort, sondern mit etwas zeitlichem Abstand. Außerdem verursacht nicht nur die flüchtige Berührung des Bärenklaus enorme Beschwerden, auch die (über einen längeren Zeitraum) eingeatmeten Dämpfe seines Giftes können Leiden wie Übelkeit und Atemnot auslösen. 

So sollten Sie nach Berührung des Riesenbärenklaus reagieren

Wenn die Haut aus Versehen mit dem Riesenbärenklau in Kontakt kommt, ist rasches Handeln gefragt: Das Landratsamt im Unterallgäu rät, einen schattigen Ort aufzusuchen und die betroffenen Stellen gründlich mit Wasser und Seife zu reinigen. Suchen Sie bei starken Verbrennungen und weiteren Symptomen wie Fieber, Schweißausbrüchen und Kreislaufstörungen unbedingt einen Arzt auf.

Der Naturschutzbund (NABU) Braunschweig empfiehlt zusätzlich, nach Reinigung der Haut eine Sonnencreme aufzutragen und die Sonne zwei bis drei Tage zu meiden. Im Falle einer allergischen Reaktion durch die Herkulesstaude sollte man als Sofortmaßnahme die betroffene Stelle mit einem feuchten Lappen kühlen und vor Sonne schützen – und dann auf jeden Fall zum Arzt gehen.

Herkulesstaude im Garten: Worauf Sie achten müssen

Lässt sich ein Riesenbärenklau in Ihrem Garten nieder, sollten Sie ihn unbedingt loswerden, bevor er anfängt auszusamen. Arbeiten Sie möglichst bei bedecktem Himmel und meiden Sie den direkten Kontakt mit der Pflanze oder mit Pflanzenteilen. Tragen Sie beim Entfernen der Herkulesstaude wasserdichte Schutzkleidung: lange Hosen, lange Ärmel, Gummihandschuhe, Gesichtsschutz oder eine Schutzbrille gegen Augenreizungen. 

Es genügt leider nicht, die Pflanzen auf Bodenhöhe abzuschlagen, weil sie dann meist aus der Pfahlwurzel neu austreiben. Holen Sie deshalb auch die Wurzel mit einem Spaten oder einem Unkrautstecher heraus. Pflanze und Wurzeln müssen anschließend auf die Deponie oder sollten noch besser direkt verbrannt werden. Hierbei gilt: Sicherheitsabstand zur Feuerstelle einhalten, denn beim Verbrennen kann der Pflanzensaft spritzen.

Wenn Sie freiwillig helfen möchten, die Ausbreitung des Riesenbärenklaus in der Natur zurückzudrängen, sollten Sie sich bei lokalen Umweltverbänden informieren: Diese veranstalten vielerorts gelegentlich Aktionstage, bei denen Sie mit anpacken können. 

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