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Ratgeber: Desertifikation

Spezial Umwelt 5: 2011
vom 04.11.2011

Desertifikation

Die Verwüstung

Die Menschheit verliert im wahrsten Sinne des Wortes an Boden. Jedes Jahr werden zwölf Millionen Hektar eigentlich fruchtbaren Landes zur Wüste. Schuld an dieser Entwicklung ist meist der Mensch. Alle Kontinente der Erde sind von der Landverödung betroffen. Ursachen und wirkungsvolle Gegenmaßnahmen sind längst erforscht und bekannt. Doch wieder Boden gut zu machen, ist ein langwieriger Prozess.

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04.11.2011 | Es gibt sie, die guten Nachrichten. Die Beispiele, die Mut machen. Chris Reij erzählt sie gerne, wird nie müde, von diesem unerwarteten ökologischen Wunder im Land Niger zu berichten. Der afrikanische Staat zählt zu den am wenigsten entwickelten Nationen der Welt. Das Bildungsniveau ist erschreckend niedrig, nur etwa die Hälfte der Erwachsenen kann lesen. Die Geburtenrate dagegen ist eine der höchsten der Welt: Die Bevölkerung hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten verdreifacht. Das Land ist unwirtlich, Wüsten nehmen etwa zwei Drittel der Fläche ein.

Die Mehrheit der Nigrer lebt im Süden, der zur Sahelzone gehört. Hier aber werden die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen immer knapper. Das hat auch mit dem starken Bevölkerungswachstum zu tun: Die Parzellen, die eine Familie ernähren müssen, sind klein. Das wiederum führt meistens dazu, dass das Land zu intensiv genutzt wird und die Böden verarmen. Bäume werden abgeholzt, um Brennholz für den Eigenbedarf und den Verkauf zu gewinnen - mit der Folge, dass die Sonne Ackerflächen erbarmungslos austrocknet. Fällt dann starker Regen, dringt der nicht mehr in den Boden ein, sondern schwemmt die fruchtbare Oberschicht einfach weg. Genau wie starker Wind, der die staubtrockenen Äcker schlicht verweht. Kein Wunder also, dass Dürren und Missernten in Niger immer wieder zu furchtbaren Hungersnöten geführt haben.

Aus diesem Land sollen gute Nachrichten kommen? Ja, sagt der Niederländer Reij, die positive Entwicklung im Niger sei einzigartig, beispielhaft für den Sahel und vielleicht für ganz Afrika. Reij ist Experte für nachhaltiges Landmanagement am Zentrum für Internationale Zusammenarbeit der Universität Amsterdam, seit vielen Jahren beschäftigt der Wissenschaftler sich mit der Sahelzone.

Auch wenn er die Erfolgsgeschichte wahrscheinlich zum x-ten Male erzählt, spricht er begeistert und verbreitet einen schier unerschütterlichen Optimismus. Es klingt ja auch ziemlich unglaublich: Im südlichen Niger gibt es heute 200 Millionen mehr Bäume als noch vor 20 Jahren, etwa fünf Millionen Hektar Land sind wieder ergrünt und fruchtbarer geworden.

Noch unglaublicher als diese Zahlen ist die Geschichte, wie die Wiederbegrünung erreicht wurde. Nicht durch breit angelegte Wiederaufforstungskampagnen, nicht durch großzügig verteilte Spenden oder intensiv betreute Entwicklungshilfeprojekte. In Gang gekommen ist der grüne Fortschritt vor allem durch Hunger und Frustration.

Angestoßen hat die Entwicklung ein Mann namens

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Seite 138 - 146 im Spezial Umwelt 5: 2011
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