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Spezial Umwelt 5: 2011
vom

Das Forest Stewardship Council

Dunkle Wolken über dem FSC-Wald

Ob Notizzettel, Bücherregale oder Fertighaus: Fast alles, was aus Holz hergestellt wird, gibt es mit dem FSC-Zeichen für nachhaltige Forstwirtschaft - ein großer Erfolg der Umweltverbände. Doch nun fordern sie Reformen, damit die Glaubwürdigkeit des FSC nicht leidet.

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04.11.2011 | Gerriet Harms liebt klare Worte: "Der FSC täuscht die Verbraucher, es profitieren die Holzkonzerne." Auf einem Informationsblatt seiner Oldenburger Holzhandelsfirma Eurobinia zu diesem Thema druckte er ein FSC-Zeichen ab, das dick rot durchgestrichen war. Da sah der FSC nur noch Rot. Das Forest Stewardship Council, der Rat für nachhaltige Forstwirtschaft, verklagte den Kritiker wegen unerlaubter Nutzung des Warenzeichens, anstatt sich mit seinen Vorwürfen auseinanderzusetzen. Da die Sachaussagen vom FSC in der Klageschrift nicht bestritten wurden, wies das Landgericht Braunschweig die Klage ab und schrieb in seinem Urteil: "Damit ist für diesen Rechtsstreit davon auszugehen, dass das FSC-Zertifikat in der Tat kein Garant dafür ist, dass die damit versehenen Produkte aus nachhaliger und legaler Waldbewirtschaftung herrühren". Eine schallende Ohrfeige für das weltweit bekannteste Holzsiegel.

"Um wirklich sicherzustellen, dass das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt, müsste der FSC das von einem Wissenschaftlerteam vor Ort jährlich prüfen lassen", sagt Harms und weiß selbstverständlich selbst, dass dies nicht bezahlbar wäre. Dann aber solle der FSC besser aufgeben, so der Fundamentalkritiker, und verweist auf die von Umweltverbänden veröffentlichten Fälle, in denen zertifizierte Firmen gegen die FSC-Regeln verstoßen haben. Ohne genau zu sagen, wie Prüfungen künftig ablaufen sollen, fordern die Naturschützer, vom FSC ein strengeres Vorgehen. Doch anders als Harms wollen sie den FSC keineswegs abschaffen, sondern verbessern. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der den deutschen FSC-Landesverband uneingeschränkt unterstützt, geht aber auf Distanz zum internationalen FSC: "In einigen Fällen ist die Einhaltung der strengen Umwelt- und Sozialstandards nicht garantiert. Bis das nicht sichergestellt ist, können wir die Zertifizierung durch FSC International nicht empfehlen", sagt BUND-Biologin Nicola Uhde. Ebenso fordert Andrea Cederquist: "Um die Glaubwürdigkeit des Gütesiegels zu erhalten, muss jetzt konsequent nachgebessert werden." Jedoch betont die Waldexpertin von Greenpeace Deutschland. "Auch wenn der FSC in der jetzigen Umsetzung nicht perfekt ist, empfehlen wir Verbrauchern, beim Kauf von Holz weiterhin auf das FSC-Siegel zu achten. So haben sie die beste Chance, Holz aus Raubbau und Urwaldzerstörung auszuschließen."

Greenpeace ist wie zahlreiche weitere Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen Mitglied des FSC. Den Waldprüfv

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Ratgeber: Das Forest Stewardship Council

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