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Spezial Umwelt 5: 2011
vom

CO2-Speicherung

Brücke oder Krücke?

Deutschland hat eine neue Endlagerdebatte. Es geht um das Treibhausgas CO2, das für Tausende von Jahren im Untergrund verbuddelt werden soll. Die Bevölkerung wehrt sich, und die Bundesländer haben einen Gesetzentwurf erst mal abgelehnt. Doch die Regierung setzt weiter auf die neue Technik, obwohl Experten vor unkalkulierbaren Gefahren warnen.

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04.11.2011 | Für die einen ist es eine unverzichtbare Zukunftstechnologie, ein "Muss" im Kampf gegen den globalen Klimawandel. Andere sprechen von einem "Salto rückwärts" ins Zeitalter der fossilen Stromerzeugung: ineffizient, teuer und riskant. Es geht um die unterirdische Speicherung des Treibhausgases CO2. Statt das Klimagift in die Luft zu blasen, will man es an den Kraftwerken auffangen, verflüssigen, über Hunderte von Kilometern auf die Reise schicken und schließlich im Untergrund verschwinden lassen.

Die Frage ist nur, ob die CCS-Technologie im großen Maßstab jemals funktioniert - und wenn ja, ob sie das Weltklima überhaupt schützen kann. CCS steht für den englischen Begriff "Carbon Capture and Storage": die Abscheidung und Lagerung von Kohlendioxid. Die Industrie möchte diese Technik auch in Deutschland in Modellprojekten erproben und entwickeln. Um den rechtlichen Rahmen dafür zu schaffen, hatte das Bundeskabinett im Frühjahr ein neues Gesetz beschlossen.

Seitdem liefen Bürgerinitiativen und Umweltverbände Sturm gegen den Plan, das Klimaproblem einfach im Boden zu verbuddeln. CCS sei "eine Feigenblatttechnologie, hinter der die schmutzigen Folgen der Kohleverstromung versteckt werden sollen", sagt der Energieexperte Robert Pörschmann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Andere Forscher geben zu bedenken, dass das umstrittene Verfahren zumindest im Ausland eine Chance hat. In Ländern wie China oder Indien, die ihren riesigen Energiehunger noch lange mit Kohlestrom stillen werden.

In einem Punkt allerdings sind sich fast alle Experten einig: Auf dem Energiesektor wird die CO2-Speicherung in Deutschland keinen bedeutsamen Beitrag zum Klimaschutz mehr leisten können. Die Technik steckt noch in den Kinderschuhen. Wenn überhaupt, wird es mindestens 15, eher wohl 20 Jahre dauern, bis das Verfahren im großen Stil wirklich eingesetzt werden kann. Aber bis dahin dürfte der Strom aus erneuerbaren Energien hierzulande billiger sein, als aus großen CCS-Kraftwerken. Kohle als Energieträger wird dann in Europa kaum noch eine Rolle spielen.

Eine aggressive Chemikalie und ein tückisches Gift

Anders sieht es auf dem industriellen Sektor aus. In Branchen wie der Stahl-, Zement- oder Aluminiumproduktion wäre die Technologie langfristig wohl die einzige Möglichkeit, den CO2-Ausstoß deutlich zu verringern. Unter zwei Voraussetzungen: Das Verfahren muss sicher und gleichzeitig auch bezahlbar sein. Doch genau das bezweifeln viele Politiker und Expert

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Ratgeber: CO2-Speicherung

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Seite 22 - 27 im Spezial Umwelt 5: 2011
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