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Ratgeber: Artensterben

Spezial Umwelt 5: 2011
vom 04.11.2011

Ratgeber: Artensterben

Leben braucht Vielfalt

Die Menschheit ist für die Artenvielfalt das, was ein riesiger Meteorit einst für die Dinosaurier war: Seit 65 Millionen Jahren verschwanden noch nie derart viele Tiere und Pflanzen in so kurzer Zeit. Doch es gibt gute Gründe, den Reichtum von Flora und Fauna zu bewahren.

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04.11.2011 | Der Artenschutz hat ein peinliches Problem: Niemand weiß, wie viele Arten es auf unserem Planeten gibt - die Schätzungen reichen von drei Millionen bis 20 Millionen. Wer mag da behaupten, 20 Prozent aller Arten seien bedroht, wenn es genauso gut nur drei Prozent sein könnten? Da hilft nur nachzählen, sagten sich einige Biologen und sprühten kurzerhand einzelne Bäume im brasilianischen Regenwald mit Gift ein - biologisch abbaubarem, versteht sich. Was dann von oben auf sie niederprasselte, überstieg ihre Vorstellungskraft: Unter den Tausenden von Insekten fanden sie allein rund 160 verschiedene Käferarten pro Baum. Hochgerechnet auf den gesamten Regenwald gehen die Wissenschaftler nun von mehreren Millionen unterschiedlicher Insektenspezies aus. Eine Million davon sind heute wissenschaftlich beschrieben.

Ebenfalls nachgezählt haben Forscher aus 80 Ländern zehn Jahre lang beim "Census of Marine Life". Anhand der gesammelten Daten gehen die Biologen in der bislang wohl genausten Schätzung von 8,7 Millionen Arten aus - plus/minus 1,3 Millionen. 6,5 Millionen leben demnach an Land, weitere 2,2 Millionen im Wasser - und nur etwa jede zehnte Art ist beschrieben.

Arten sterben heute bis zu zehntausend Mal schneller

Allein der Gedanke an so manches der kriechenden, krabbelnden, fliegenden Viecher lässt den ein oder anderen menschlichen Mitbewohner des Planeten Erde hoffen, nie mit einem dieser Tiere in Kontakt zu kommen. Dieser Wunsch kann Wirklichkeit werden: In den Tropenwäldern sterben derzeit etwa 30.000 Arten pro Jahr aus. Drei pro Stunde. Und in den anderen Regionen der Welt sieht es nicht besser aus. Knapp ein Drittel der bekannten Amphibien ist bedroht, und in Asien soll der Anteil der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten sogar noch darüber liegen.

Einwandernde Arten, Klimaschwankungen und Krankheiten - diese Faktoren setzten den Öko-Systemen schon immer zu und es starben auch schon immer Arten aus. Dennoch beschleunigt der Faktor Mensch das Artensterben deutlich - je nachdem welchem Wissenschaftler man glauben mag, um das Hundert- bis Zehntausendfache. Die Geschwindigkeit könnte weiter zunehmen, denn der Weltklimarat gab in seiner jüngsten Untersuchung, wie der Klimawandel Öko-Systeme und Landwirtschaft betrifft, Anfang 2007 eine besorgniserregende Prognose ab: Wenn die globale Durchschnittstemperatur um mehr als 1,5 bis 2,5 Grad Celsius steigen sollte, was wahrscheinlich ist, werden 20 bis 30 Prozent der Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sein. Bei mehr als vier Grad Celsius könnte es gar vier von zehn Arten treffen.

Als Folge kämen auch auf die Menschheit ungeahnte Probleme zu. Wir sind in vielen Bereichen direkt von den Serviceleistungen der Natur abhängig: Pflanzen versorgen uns mit Sauerstoff und Energie, regulieren das Klima, dienen als Nahrung, Baumaterial und Heilmittel. Insekten sorgen für die Bestäubung der Pflanzen, Nutztiere für Arbeitskraft und Fleisch. Das komplexe Netzwerk aus Kleinstlebewesen und Mikroben k


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