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Mülltrennung: Wie Sie Müll richtig trennen

Autor: Redaktion ÖKO-TEST | Lena Pritzl | Kategorie: Freizeit und Technik | 07.07.2020

Mülltrennung ist nicht immer ganz leicht, wir klären die wichtigsten Fragen.
Foto: shutterstock / Friends Stock

Durch hohe Recyclingraten spart Deutschland Rohstoffe. Das gilt als ökologischer Erfolg. Für die Umwelt ist es wichtig, Müll richtig zu trennen - doch welcher Müll gehört eigentlich in welche Tonne?

Was vom Konsum übrig bleibt, riecht nicht gut, ist schmierig und schmuddelig. Also schnell in den Abfalleimer damit. Verpackungen kommen in die gelbe Tonne, Restabfälle in die schwarze - so weit, so gut. Oft ist Mülltrennung aber komplizierter: Wohin mit der Alufolie? Gehören Kassenbons ins Altpaier? Und dürfen Glühbirnen ins Altgas? Wir klären die wichtigsten Fragen zur Mülltrennung.

Welcher Müll gehört wohin?

Nach wie vor produzieren wir Deutsche sehr viel Müll. 2018 waren es nach Angaben des Statistischen Bundesamts 455 Kilogramm pro Person. Und während der Corona-Pandemie stiegen die privaten Abfälle deutlich an.

Es bleibt daher sehr wichtig, den angefallenen Müll richtig zu trennen. Vor rund 30 Jahren wurde in Deutschland deshalb die gelbe Tonne für Verpackungsmüll eingeführt. Seitdem gilt in Deutschland das duale System: privatwirtschaftliche Sammlung von Verwertbarem plus kommunale Restmüllentsorgung. Dadurch können vor allem Kunststoffe, Altpapier, Altglas, Biomüll und Elektromüll reycelt werden. Die Abfallindustrie zählt zu den wichtigsten Rohstofflieferanten der deutschen Wirtschaft. Recycling funktioniert aber nur, wenn der Müll richtig getrennt wird.

Gelbe Tonne für Plastikverpackungen

Die gelbe Tonne oder der gelbe Sack dient zur Entsorgung von Plastikverpackungen, damit die Kunststoffe recycelt werden können. In die gelbe Tonne gehören deshalb: Leichtverpackungen (LVP) aus Kunststoff, Alu, Weißblech und Verbundmaterialien wie Getränkekartons. Zu den Leichtverpackungen zählen Plastiktüten und -flaschen, Tetra Paks, Getränke- und Konservendosen, aber auch Zahnpastatuben und Shampooflaschen.

Der Grüne Punkt bietet eine detaillierte Trennliste an, was in die gelbe Tonne gehört und was nicht. Auch wenn sie teilweise oder komplett aus Kunststoff bestehen, gehören beispielsweise Zahnbürsten, Nassrasierer oder Feuerzeuge nicht in die Gelbe Tonne.

Mülltrennung ist wichtig, da die Wertstoffe sonst nicht recycelt werden können.
Mülltrennung ist wichtig, da die Wertstoffe sonst nicht recycelt werden können. (Foto: CC0 / RitaE / pixabay)

Alufolie aus dem Haushalt darf ebenfalls nicht in den gelben Sack, wenn sie nicht als Verpackung diente. Solche Ausnahmen können Verbraucher leicht verwirren. Deshalb war eine bundesweite Wertstofftonne geplant, um dieses Problem zu lösen. Mit der Wertstofftonne könnten mehr wertvolle Stoffe getrennt entsorgt und dadurch recycelt werden. Die Tonne ist allerdings immernoch nicht eingeführt, es gibt sie nur in einzelnen Kommunen.

Altglas richtig trennen

Glas ins Altglas entsorgen - das ist für die meisten eine Selbstverständlichkeit. Allerdings ist es entscheidend, dass hier korrekt nach Farben sortiert wird. Bei den Altglascontainern können Sie nach Weiß-, Braun- und Grünglas trennen. Und die anderen Farben oder bunte Flaschen? Werfen Sie diese keinesfalls ins Weißglas und Braunglas, da diese sortenrein getrennt werden müssen. Das Grünglas dagegen verträgt die "falschen" Farben. 

Glühbirnen haben im Altglas übrigens nichts zu suchen, lesen Sie dazu: Defekte Glühbirnen entsorgen: Welches Leuchtmittel gehört wohin?

Was darf ins Altpapier?

Ins Altpapier kommen Papier, Pappe und Kartons. Kassenbons und Backpapier gehören dagegen nicht ins Altpapier, da sie eine Beschichtung haben, die nicht aus Papier ist. Kniffelig ist es bei Pizzakartons: Sind diese wirklich sauber, können Sie im Altpapier entsorgt werden, denn sie bestehen ja aus Pappe. Sind im Karton allerdings noch Essensrückstände oder Öl, sollten Sie Pizzakartons besser im Restmüll entsorgen. Teilweise kann auch Verpackungspappe von Lebensmitteln, insbesondere von Tiefkühlkost, im Altpapier entsorgt werden - wenn dies auf der Verpackung ausgewiesen ist.

CC0 / Hans / pixabay
CC0 / Hans / pixabay (Foto: Papier, Pappe und Kartons gehören ins Altpapier - Kassenbons jedoch nicht.)

Recycling ist oft ein Downcycling

Nach wie vor ein großes Problem: Viele der Produkte, die wir für den täglichen Bedarf kaufen, sind nicht zum Recyceln gemacht. Oft ist das Recycling aufwendig, und es entstehen nur minderwertigere Rezyklate (recycelte Produkte) als das Ausgangsprodukt. Man spricht deshalb auch von einem Downcycling.

Professor Michael Braungart, Chemiker und Verfahrenstechniker, hat deshalb 2001 mit dem Architekten William McDonough das Motto "Cradle to Cradle (C2C)" entwickelt. Sein Credo: Schon bei der Entwicklung eines Produkts muss seine gleichwertige Weiterverwendung mitgedacht werden. Von der Wiege zur Wiege soll der Weg eines Produkts führen und eben nicht zur Bahre - also Deponierung oder Verbrennung.

Laut Braungart brauchen wir eine neue industrielle Revolution: Alle Produkte sollen in biologischen oder technischen Kreisläufen ewig zirkulieren. Verbrauchsgüter wie Verpackungen, Textilien oder Autoreifen sollen sich im biologischen Kreislauf zersetzen. Zusammen mit dem Trikothersteller Trigema hat der Wissenschaftler das kompostierbare T-Shirt entwickelt. Der Fernseher wird nicht mehr gekauft, sondern geleast. Danach geht er an den Hersteller zurück, der die leicht demontierbaren Materialien wieder einsetzen kann. Müll kommt im System des Chemikers nicht vor, und Konsumverzicht ist im C2C-Kreislauf nicht nötig.

Die Ideen des Öko-Vordenkers seien berechtigt, heißt es beim Umweltbundesamt. Doch die Abfallexperten dort befürchten, dass das Konzept in der Praxis an die Grenzen politischer und ökonomischer Rahmenbedingungen stößt. Damit C2C funktioniert, müssten alle mitmachen, am besten weltweit.

Müll vermeiden: So gelingt es

Mülltrennung für ein optimiertes Recycling ist gut und richtig. Um aber wirklich Ressourcen zu schonen, lautet das oberste Gebot der Abfallhierarchie: Müllvermeidung. Öko-Test hat einige Tipps zusammengestellt, wie Sie künftig mehr Müll einsparen können:

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