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Lichterketten & Co.: So wird Ihre Weihnachtsbeleuchtung umweltfreundlich

Autor: Christoph Jänsch (dpa); L. Wirag (ÖKO-TEST) | Kategorie: Freizeit und Technik | 16.11.2021

Weihnachtsbeleuchtung & Lichterketten: Geht das auch umweltfreundlich?
Foto: Shutterstock/Inara Prusakova

Wer das ganze Jahr über auf seinen ökologischen Fußabdruck achtet, könnte im Advent in eine moralische Zwickmühle geraten: Muss ich wegen Energieverschwendung auf die Lichterketten verzichten?

Möglichst wenig Strom zu verbrauchen und trotzdem das Haus weihnachtlich zu beleuchten – das muss kein Widerspruch sein. Moderne Lichterketten mit LEDs verbrauchen nämlich gar nicht mehr so viel Energie wie alte Dekorationen, die noch auf Glühlampen setzen.

Auf hochwertige LED-Lichterketten setzen

Tobias Schleicher vom Öko-Institut rät aber, qualitativ hochwertige LED-Lichterketten im Fachmarkt zu kaufen. "Denn das macht einen Riesenunterschied", sagt er mit Blick auf die Verschwendung von Produktionsressourcen. Gute Modelle können jahrzehntelang halten, weil sie oft nur wenige Wochen im Jahr im Einsatz sind. Billige Produkte hingegen gehen tendenziell schneller kaputt und lassen den Berg an Elektroschrott anwachsen, so Schleicher.

Doch gute Qualität erkennt man nicht zwangsläufig am höheren Preis. Die Hersteller geben auf den Verpackungen Richtwerte zur Lebensdauer der Lichterketten an: Geeignete Modelle sollten mindestens 20.000 Stunden leuchten können. Ketten mit geringer Leuchtkraft sollten sogar 30.000 Stunden schaffen, sagt Energieexperte Schleicher.

Lichterketten mit Glühlampen entsorgen

Wie stromsparend die LEDs letztlich sind, kann man auf der Verpackung nachlesen, wo das EU-Energielabel mit seiner bekannten Rot-bis-Grün-Skala zu finden sein sollte. Das Energielabel bewertet die Energieeffizienz von Elektrogeräten mithilfe einer Klasseneinteilung: je (dunkel-)grüner, desto besser.

Sein Haus festlich zu beleuchten, ist zweifellos beeindruckend – allerdings kaum nachhaltig umzusetzen.
Sein Haus festlich zu beleuchten, ist zweifellos beeindruckend – allerdings kaum nachhaltig umzusetzen. (Foto: Shutterstock/Fotomicar)

Gut zu wissen: Die Label-Kriterien für Lampen und Leuchten sind erst Anfang September 2021 überarbeitet worden. LEDs der bislang höchsten Klasse A++ sind jetzt tendenziell den Klassen D bis F zugeordnet, deren neue Einteilung nicht mehr mit der alten vergleichbar ist. Lesen Sie dazu: Neues Energielabel: Das ändert sich jetzt bei Lampen und Leuchten.

Achtung: Im Onlinehandel fehlen Angaben zum Energieverbrauch leider häufig oder entsprechen fälschlich noch den veralteten Effizienzklassen. Hier hilft es oft nur, den Stromverbrauch in Watt, sofern angegeben, zu vergleichen.

Trotz kleiner Unterschiede in Qualität und Stromverbrauch sind alle neueren Lichterketten deutlich effizienter als solche ohne LED-Lämpchen. Öko-Experte Schleicher rät sogar, alte, aber noch funktionierende Lichterketten mit 'klassischen' Glühlampen gegen LED-Leuchten auszutauschen. Aus energetischer Sicht ergebe das Sinn. Wichtig: Die alten Leuchtketten dürfen keinesfalls in den Hausmüll, sondern müssen als Elektroschrott entsorgt werden.

"Sehr guter" Ökostrom macht den Unterschied

Wer die Lämpchen zudem mit Ökostrom betreibt, kann ordentlich CO2-Emissionen einsparen. Allerdings nur, wenn der eigene Ökostrom-Anbieter auch tatsächlich einen nachweisbaren Beitrag zur Energiewende leistet – was unserer Ansicht nach nicht bei allen Tarifen der Fall ist.

So gibt es unter den zahlreichen Grünstrom-Anbietern am Markt auch solche, die nicht nachvollziehbar zum Ausbau der erneuerbaren Energien beitragen, sondern lediglich die Zertifikate alter, längst abgeschriebener Anlagen an ihre Kunden weiterreichen.

Übrigens: Ein empfehlenswerter Ökostrom-Anbieter liefert natürlich nicht nur die paar Watt für Ihre Lichterkette, sondern sorgt auch dafür, dass der Stromverbrauch Ihres gesamten Haushalts sich langfristig positiv aufs Klima auswirkt. (Zum Vergleich: Zwei Personen verbrauchen im Schnitt 2.500 kWh Strom im Jahr; eine LED-Lichterkette, die 100 Stunden brennt, trägt dazu stolze 0,3 bis 0,4 kWh bei.)

Ökostrom-Anbieter im ÖKO-TEST

Wir haben 2021 rund 70 Ökostrom-Anbieter genauer unter die Lupe genommen. Wenn Sie wissen möchten, welche Anbieter bei ÖKO-TEST mit "sehr gut" abschneiden (und welche mit "mangelhaft"), finden Sie alle Informationen dazu in unserem ePaper. Klicken Sie einfach auf den folgenden Button:

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Klar ist auch: Je weniger Lichterketten zur Weihnachtszeit überhaupt gekauft und angeschaltet werden, umso weniger Ressourcen – Strom, Rohstoffe, Klimagase und nicht zuletzt Geld – werden verbraucht. Man sollte sich also fragen: Tut es nicht auch eine Kette weniger? Und einschalten sollte man die Adventsdekoration am besten nur dann, wenn man selbst zu Hause ist und etwas davon hat. Vor dem Schlafengehen sollte das Lichtermeer ausgeschaltet werden.

Umweltfreundliche Kerzen als Alternative

Warum da nicht gleich zur Kerze greifen, werden Sie sich jetzt vielleicht fragen? Für den Weihnachtsbaum sind Kerzen zweifelsfrei stimmungsvoll, aber zu (brand)gefährlich. Zur Festbeleuchtung im restlichen Haus eignen sie sich hingegen hervorragend, beispielsweise für die Tischbeleuchtung und im Adventskranz.

Auch Kerzen schaffen festliche Stimmung – können aber auch umweltschädlich sein. Setzen Sie deshalb am besten auf Bio- bzw. Naturkerzen.
Auch Kerzen schaffen festliche Stimmung – können aber auch umweltschädlich sein. Setzen Sie deshalb am besten auf Bio- bzw. Naturkerzen. (Foto: Shutterstock/Halfpoint)

Tipp: Achten Sie darauf, dass Ihre Kerzen aus Naturmaterialien bestehen. Konventionelle Teelichter und Kerzen sind häufig aus dem Erdölprodukt Paraffin oder bestehen aus Stearin, das wiederum oft aus Palmöl hergestellt wird. Besser sind Kerzen aus Biomasse, Bienenwachs, Sojawachs oder Raps.

>> Lesen Sie dazu auch: Teelichter sind umweltschädlich – Tipps für nachhaltige Alternativen

Auch LED-Leuchten nicht in den Hausmüll

Wenn einzelne LEDs der Kette mit der Zeit kaputtgehen, muss das Produkt deswegen nicht direkt auf den Müll wandern. Zwar ist es in aller Regel nicht möglich, einzelne Lichter zu tauschen – im Gegensatz zu alten Lichterketten mit Glühlampen strahlen die übrigen Lichter aber wie gewohnt weiter. Und nach Angaben des Öko-Instituts ist es vollkommen normal, dass eine LED-Lichterkette im Laufe der Jahre an Leuchtkraft verliert.

Sollte eine Kette irgendwann doch komplett den Geist aufgeben, gehört sie in den Elektroschrott oder wird beim Recyclinghof abgegeben. Im Hausmüll hat sie nichts verloren. Im Zweifel kann die alte Lichterkette auch bei einigen Einzelhandelsketten abgegeben werden. Mehr dazu lesen Sie in: Elektroschrott entsorgen: Der große Ratgeber – von Batterie bis Ladekabel.

Schenken Sie sich auch mal was

Und wo Sie schon dabei sind: Überprüfen Sie, ob Sie noch anderswo im Haushalt veraltete Glühbirnen oder Energiesparlampen im Einsatz haben – und ersetzen Sie sie schnellstmöglich durch LED-Leuchtmittel.

Die hohe zweistellige oder sogar dreistellige Ersparnis, die Sie auf Ihrer nächsten Stromrechnung finden werden, ist Ihr Weihnachtsgeschenk an Sie selbst. (Und an den Planeten.)

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