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Kunstrasen im Fußball – eine Katastrophe für die Umwelt

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 11.04.2019

Kunstrasen im Fußball – eine Katastrophe für die Umwelt
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / Didgeman)

Sportvereine halten Kunstrasen für eine geniale Erfindung. Forscher haben jetzt herausgefunden, dass der Kunststoff-Rasen viel mehr Mikroplastik abgibt als angenommen.

Kein Mähen, kein Gießen, kein Unkrautjäten – Kunstrasen ist zwölf Monate im Jahr schön grün und zu jeder Jahreszeit bespielbar. Sportvereine sind von den pflegeleichten Kunstrasenplätzen begeistert, Umweltschützer dagegen entsetzt: Sie kritisieren, dass die Sportplätze für gewaltige Mengen Mikroplastik verantwortlich sind.

Mehr Mikroplastik als in Kosmetikprodukten

Kunstrasenplätze sind laut Fraunhofer-Instituts zurzeit die drittgrößte Quelle für Mikroplastik in der Umwelt. Demnach werden von Sportplätze allein in Deutschland rund 11.000 Tonnen Mikroplastik jährlich abgegeben. Das wäre sieben Mal so viel, wie von Kosmetikprodukten verursacht wird, die deshalb schon länger in der Kritik stehen.

Das Fraunhofer-Institut arbeitet momentan an einem neuen Bericht zu Kunststoffemissionen, der im Juni 2019 vorgestellt werden soll. Reifenabrieb von Fahrzeugen werde, so das Institut, mit hoher Wahrscheinlichkeit der größte Emittent bleiben. Sport- und Spielplätze waren bei den letzten Berechnungen aus dem Jahr 2018 erst auf dem 5. Platz gelandet – hinter Autoreifen, Freisetzung bei der Abfallentsorgung, Asphalt-Abrieb und Pelletverlusten.

Kunstrasenplätze sind katastrophal für die Umwelt

Um Kunstrasen herzustellen, werden alte Autoreifen aufbereitet. Eigentlich prima, wäre da nicht das Problem mit dem Mikroplastik. Problematisch sind dabei weniger die Plastikgrashalme als das Kunststoffgranulat, das den Rasen auffüllt: Die kleinen grünen Gummikügelchen sorgen dafür, dass sich der Kunststoffrasen weich und elastisch anfühlt. Durch Wind, Regen und die Schuhe und Kleidung der Sportler gelangen die kleinen Kunststoffteile in die umliegende Natur. Von dort werden sie unter anderem ins Meer geschwemmt.

100 Tonnen Kunststoff pro Sportplatz

Dabei fallen erstaunliche Mengen an. Die wetterfeste Alternative zum Rasenplatz beherbergt gewaltige Summen an Kunststoff: Für einen einzigen Fußballplatz werden ungefähr 100 Tonnen des Kunststoff-Granulats benötigt, jedes Jahr muss der Rasen mit schätzungsweise 10 Tonnen wiederaufgefüllt werden (Quelle: Norwegische Umweltschutzbehörde Miljødirektoratet).

Alternativen zum Fußball-Kunstrasen

Neben echtem Rasen gelten Kork-Rasen und Hybrid-Rasen als umweltfreundlichere Alternativen zum Kunstrasen. Beide Alternativen haben Vor- und Nachteile: Kork-Rasen ist pflegeintensiv und gilt als anfällig für Schimmelpilze. Hybrid-Rasen dagegen ist aufgrund seiner Kombination von natürlichem Rasen und Kunstfasern selbst wieder ökologisch problematisch.

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