1. Home
  2. News

Für die Gesundheit: So viel Zeit sollten Sie in der Natur verbringen

Autor: Brigitte Rohm | Kategorie: Freizeit und Technik | 16.06.2019

Für die Gesundheit: So viel Zeit sollten Sie in der Natur verbringen
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - Free-Photos)

Ob im Wald spazieren oder im Park entspannen: Zeit im Grünen baut Stress ab und steigert unser Wohlbefinden. Forscher haben nun untersucht, bei welcher Dosis Natur der positive Effekt auf unsere Gesundheit am größten ist.

Es gibt nichts Besseres als Natur, um den Kopf frei zu bekommen: Zeit im Wald, im Park, in den Bergen oder am Wasser zu verbringen, verschafft uns Wohlbefinden und Entspannung. Was die meisten Menschen aus eigener Erfahrung bestätigen können, ist auch immer wieder Gegenstand wissenschaftlicher Studien, die untersuchen, wie sich der Aufenthalt in der Natur auf unsere Gesundheit auswirkt.

Die neueste wurde am Donnerstag in der Fachzeitschrift "Scientific Reports" publiziert. Dabei werteten die Forscher Daten von rund 20.000 Menschen aus England aus und analysierten, wie viel Zeit die Probanden in den vergangenen sieben Tagen in der Natur verbracht hatten. Sie untersuchten auch, wie die Teilnehmer anschließend ihr Wohlbefinden und ihren Gesundheitszustand selbst einschätzten.

Die Auswertung legt nahe: Es scheint offenbar eine "Schwelle" von zwei Stunden Auszeit in der Natur pro Woche zu geben – erst dann zeigte sich ein signifikant positiver Effekt.

Größter Effekt zwischen 200 und 300 Minuten pro Woche

Was überraschend klingen mag: Laut den Wissenschaftlern machte es keinen bedeutenden Unterschied, ob die Teilnehmer unter zwei Stunden oder überhaupt nicht im Grünen waren.

120 Minuten seien daher wohl mindestens nötig. Die Wirkung erreiche ihren Höhepunkt zwischen 200 und 300 Minuten wöchentlich. Im Übrigen müsse die Zeit nicht am Stück im Grünen verbracht werden; es sei auch möglich, die zwei wöchentlichen Mindeststunden auf mehrere kürzere Aufenthalte zu verteilen – was sich mit etwas Planung gut in den Alltag integrieren lassen sollte.

Die Analyse stützt sich auf Daten, die im Zeitraum 2014 bis 2016 während einer großen Erhebung zu Erfahrungen in der Natur gesammelt wurden. Dabei gaben die Probanden in regelmäßigen Interviews Informationen zu ihrer Gesundheit und ihren Erholungs-Aktivitäten im Grünen an – die Zeit im eigenen Garten wurde allerdings nicht berücksichtigt.

Die Studie zeigt vor allem einen Zusammenhang

Obwohl die Studie statistisch aussagekräftig ist, lässt sich daran auch manches kritisieren: Die Forscher selbst weisen unter anderem darauf hin, die Auswertung zeige zunächst einen Zusammenhang auf – es könne auch eine Rolle spielen, dass umgekehrt gesündere und glücklichere Menschen gern mehr Zeit in der Natur verbringen. Die Kausalität müsse in künftigen Studien genauer untersucht werden, ebenso wie das Thema, welche Art von Aktivitäten in der Natur am förderlichsten für die Gesundheit sind. 

Dennoch: Diese Untersuchung ist bei weitem nicht die erste, die der Natur einen positiven Effekt auf die Gesundheit attestiert. Erst kürzlich kamen Wissenschaftler der US-amerikanischen Universität Michigan zu dem Ergebnis, dass sich bereits nach 20 bis 30 Minuten im Grünen das Stresshormon Cortisol deutlich reduziert. Der stresslindernde Effekt trat demnach bei allen Aufenthalten in der Natur ein – ob die Probanden im Garten saßen oder im Wald spazieren gingen. 

Waldbaden und im Grünen aufwachsen ist gut für uns

In Japan schätzt man bereits seit langem die therapeutische Wirkung ausgedehnter Waldspaziergänge, und haben für das "Waldbaden" einen eigenen Namen: Shirin-yoku. Eine japanische Studie brachte dies mit einer Stärkung des Immunsystems in Verbindung. In Dänemark kamen Forscher jüngst zu dem Schluss, dass eine Kindheit in der Nähe von Gärten, Parks oder Wäldern mit einem 55 Prozent geringeren Risiko einhergeht, eine psychische Krankheit zu entwickeln. 

Auch wenn die Wissenschaft immer noch zum richtigen Maß und der richtigen Art, Zeit in der Natur zu verbringen, forscht: Dass wir öfter ins Grüne sollten, um uns etwas Gutes zu tun, steht auf jeden Fall fest! 

Weiterlesen auf oekotest.de: