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Feuerwerksverbot jetzt auch in Hannover

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 24.12.2018

Feuerwerksverbot jetzt auch in Hannover
(Foto: C0 Public Domain / Pixabay - geralt)

Die Knallerei in deutschen Städten eskaliert immer häufiger. Einige Städte ziehen daraus Konsequenzen und schränken private Feuerwerke ein. Jetzt hat auch Hannover ein Böller-Verbot erlassen.

Wenn Raketen und andere Knaller in der Silvesternacht auf übermäßigen Alkoholkonsum treffen, wird es in deutschen Innenstädten oft gefährlich. Feiernde werfen Böller direkt vor die Füße von Passanten oder auf fahrende Autos. Auch Angriffe auf die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei sind in der Nacht des Jahreswechsels keine Seltenheit. Allein letztes Jahr starben mehrere Menschen, es gab zahlreiche Verletzte.

In immer mehr Städten regt sich deshalb der Widerstand gegen die Böllerei. Hannover zieht aus den Vorfällen der letzten Jahre nun die Konsequenz: In der Innenstadt gilt an diesem Jahreswechsel erstmals ein Böller-Verbot. Das Mitführen und Abbrennen von Feuerwerkskörpern und Raketen im hannoverschen Innenstadtgebiet ist an Silvester verboten.

Hannovers Innenstadt wird böllerfreie Zone

Während andere Städte die Gefahren für historische Gebäude in den Innenstädten als Grund für ihr Böllerverbot nennen, geht es der Stadt Hannover und der dortigen Polizei in erster Linie um die Sicherheit der Menschen.

"Das Verbot dient der Sicherheit aller, die friedlich den Jahreswechsel in der Innenstadt feiern möchten", sagt der zuständige Finanz-und Ordnungsdezernent der Landeshauptstadt Hannover, Dr. Axel von der Ohe. Laut NDR.de stößt das Verbot auf breite Zustimmung.

Immer mehr Städte verbieten Silvesterfeuerwerk

Die Liste der Städte, die ihre Innenstadt zur pyrotechnikfreien Zone erklären, wird immer länger. In den vergangenen Jahren haben bereits Düsseldorf und Dortmund das Feuerwerk im Innenstadtbereich erheblich beschränkt. An den Regelungen wollen die Verantwortlichen auch dieses Jahr festhalten. In vielen kleineren Städte wie Tübingen, Göttingen, Hildesheim, Lüneburg oder Wolfenbüttel sind Raketen in bestimmten Stadtgebieten ebenfalls verboten.

Generell gilt: Pyrotechnische Gegenstände dürfen in der unmittelbaren Nähe von Krankenhäusern, Kirchen, Kinder- und Altenheimen sowie Fachwerkhäusern und Häusern mit Reetdach nicht gezündet werden.

Gesundheitsschädlicher Feinstaub durch Raketen

Zwischen 100 und 150 Millionen Euro jagen die Deutschen zum Jahreswechsel in die Luft. Dabei werden rund 4.500 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Diese Menge entspricht fast 16 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge (Quelle: Umweltbundesamt).

In den Innenstädten sind vor allem historische Gebäude sowie Häuser mit Fachwerk oder Reetdächern feuergefährdet. Und nach der ausgelassenen Feier kommt der große Kater auch in Form von unglaublichen Mengen Silvestermüll auf Gehwegen und Freiflächen.

Außerdem zu bedenken: Feuerwerkskörper werden oft unter miserablen und unwürdigen Arbeitsbedingungen sowie in Kinderarbeit hergestellt. Lebensgefährliche Verätzungen, Asthma und Tuberkulose zählen zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen, unter denen die Arbeiter ihr Leben lang leiden. Regelmäßig kommen bei Explosionen von Feuerwerksfabriken zahlreiche Menschen ums Leben. 

Quelle: Hannover.de