1. Home
  2. Ratgeber

Fahrrad reinigen: Die besten Pflegetipps für Ihr Bike

Autor: Kerstin Scheidecker / Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 26.05.2020

Fahrrad reinigen: Die besten Pflegetipps für Ihr Bike
Foto: Nina Flauaus / ÖKO-TEST

Wer sein Fahrrad pflegt und regelmäßig von Schmutz befreit, hat länger Freude daran. Wichtig beim Fahrrad reinigen und pflegen sind vor allem Kette, Schaltwerk, Federung und Lager. Zwei Fahrradexperten erklären Ihnen, wo Sie selbst Hand anlegen können und was Sie besser richten lassen.

  • Ein sauberes, gepflegtes Fahrrad fährt sich besser und bleibt länger funktionstüchtig.
  • Für die optische Pflege des Fahrrads genügen Wasser und etwas Spülmittel - aber bitte nicht zu viel verwenden.
  • Überprüfen Sie die Bremsbeläge und Bremszüge regelmäßig.
  • Wichtig bei der Fahrradpflege: Kette regelmäßig nach Bedarf ölen.

1. Fahrrad reinigen und Schaltwerk säubern

Wasser und Spülmittel reichen, um Rahmen, Speichen und Verkleidungen des Fahrrads zu reinigen.
Wasser und Spülmittel reichen, um Rahmen, Speichen und Verkleidungen des Fahrrads zu reinigen. (Foto: Simon Kadula / Shutterstock)

Wer putzt schon gerne. Die wenigsten. Aber wer sein Fahrrad liebt, der reibt es mit dem Lappen. "40 Prozent der Räder landen hier, weil bewegliche Teile durch Dreck schwer gehen", sagt Jens. 40 Prozent der Probleme entstehen also durch Dreck. Oh weia. Nein, es geht nicht darum, die Felgen zu polieren. Es geht um den Schmodder im Schaltwerk. "Dreck und Sand wirken wie Schmirgelpapier", sagt Marco.

"Ein gut gepflegtes System lebt länger. Es geht um Optik, Langlebigkeit und Funktion." Ist ja schon gut. Bevor wir ans Reparieren denken, putzen wir. Erlaubt ist, was gefällt. Sogar warmes Wasser mit etwas Spülmittel. "Aber wenig Wasser, bitte, nicht einfach was drüber kippen", sagt Jens. Und: "Ich habe ja schließlich zwei Hände und einen Kopf." Zwei Hände, um den Lappen zu halten und mit sanftem Druck den Dreck zu entfernen. Den Kopf mit Augen, um beim Reinigen schon mal zu sichten, was mit dem Fahrrad los ist. Sind die Bremsbeläge runter? Ist die Kette rostig?

2. Reifendruck am Rad überprüfen

Wichtig: Gut aufgepumpte Reifen und ein Reifenprofil mit Grip
Wichtig: Gut aufgepumpte Reifen und ein Reifenprofil mit Grip (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / jackmac34)

Echt platt? Steht ein Fahrrad längere Zeit, verliert es Luft. Platt heißt nicht unbedingt Loch. Also erst mal Luft auf die Reifen. "Wer plant, sein plattes Rad zur Reparatur zu bringen, pumpt es zu Hause auf und wartet ab", sagt Jens. Oft hält die Sache. Wenn nicht: runter mit Mantel und Schlauch flicken oder tauschen. Ja, man kann einen Platten auch in der Werkstatt beheben lassen. Aber: "Ein gesunder junger Mann muss doch mit einem Platten klarkommen", sagt Marco. Eine Frau übrigens auch. Deshalb hat Marco früher Reparaturkurse exklusiv für Frauen angeboten. Ohne blöde Kommentare.

Für Männer und Frauen gilt: Mit einer großen Standpumpe pumpt es sich leichter. Die hat auch eine Druckanzeige. Der passende Luftdruck steht auf dem Reifen. Hinweis für heiße Tage: Warme Luft dehnt sich aus. Nicht an die Obergrenze der bar gehen, sonst könnte es knallen.

3. Bremsbeläge prüfen und Bremsen einstellen

Die wichtigste Komponente beim Fahrrad: Die Bremse - Beläge und Züge - muss sicher sein und regelmäßig geprüft werden.
Die wichtigste Komponente beim Fahrrad: Die Bremse - Beläge und Züge - muss sicher sein und regelmäßig geprüft werden. (Foto: Rob Byron / Shutterstock)

Sind die Bremsbeläge runter, müssen neue her. Wer Übung hat, tauscht selber. Es gibt sehr einfache Systeme, in die sich die neuen Beläge leicht einschieben lassen. Über die Stellschrauben können auch Anfänger die Bremsen per Hand fein justieren. "Wenn es um Sicherheit geht, solltest du sicher sein", sagt Marco. Im Zweifelsfall mit den Bremsen lieber zum Profi.

Marcos Faustregel für Reparaturen: "Bei allem, was du mit der Hand machen kannst, kannst du nichts kaputt machen." Kommen Schraubenzieher ins Spiel, sieht die Sache anders aus. Und Bremsen, die nicht bremsen, sind gefährlich.

4. Fahrradkette reinigen

Die Fahrradkette lässt sich einfach reinigen und warten. Öl oder Mittel wie WD-40 bewirken kleine Wunder.
Die Fahrradkette lässt sich einfach reinigen und warten. Öl oder Mittel wie WD-40 bewirken kleine Wunder. (Foto: Anze Furlan / Shutterstock)

Lohnt sich das noch? Der Profi beantwortet die Frage mit Hilfe einer Kettenlehre. Das kleine Metallteil gibt es für jedermann für ein paar Euro zu kaufen. Ist die Kette verschlissen, im Fachjargon: "gelängt", sinkt die Kettenlehre ein. Zeit für einen Wechsel. Weil die verschlissene Kette sonst Kettenräder, Ritzel und Zahnkränze kaputt macht. Die neue Kette gibt‘s im Fahrradladen.

Ist die alte Kette noch in Ordnung, dann lohnt sich das Putzen. Dazu Kettenreiniger auf einen Lappen geben, Kette durch den Lappen laufen lassen. "Sehr gut funktioniert eine alte Socke", sagt Jens. Danach darf es etwas Öl sein. Öl immer in die Mitte der Kettenglieder tropfen, die Pedale dabei drehen, damit die Kette sich bewegt. Ist zu viel Öl auf der Kette, mit Lappen abnehmen. Rostige Ketten mehrmals ölen.

5. Schaltung justieren

"Wenn alles sauber und unbeschädigt ist, dann stellt man einmal die Anschläge der Schaltung richtig ein, und dann lässt sich die Schaltung leicht justieren, indem man an der Einstellschraube dreht", erklärt Jens Strubel. Wenn es trotzdem klackert und die Kette nicht nicht frei läuft, dann können ganz andere Schäden und Faktoren eine Rolle spielen. Ein verbogenes Schaltauge etwa. Hier lässt man besser den Profi ran.

Wer gerne selbst repariert und zu Hause Platz hat, für den lohnt sich die Anschaffung eines Montageständers. Das Fahrrad hängt darin auf Arbeitshöhe, die Komponenten sind gut zugänglich und die Kette kann frei laufen. Montageständer gibt es in jeder Preisklasse, für mehrere hundert Euro, aber auch schon für kleines Geld um die 50 Euro.

Unsere Experten sind Jens Strubel und Marco Müller vom Frankfurter Fahrradladen Flamme Rouge.

Zubehör für die Fahrradpflege

  • Schwamm
  • weiches Tuch
  • Fahrradreiniger / Kettenreiniger
  • Wasser mit Spülmittel
  • Kettenöl
  • kleine Bürste (alternativ alte Zahnbürste)

Fahrrad reinigen - die wichtigsten Tipps

  • Verwenden Sie am besten keinen Hochdruckreiniger. Zu starker Druck kann das Fett aus empfindlichen Teilen wie Lagern herausspritzen und dem Fahrrad mehr schaden als nutzen. Den Gartenschlauch dürfen Sie durchaus verwenden, wenn Sie den Wasserstrahl auf weich einstellen.
  • Empfindliche Teile wie Dichtungen und Lager nicht direkt besprühen.
  • Die Kette lässt sich am besten mit Kettenreiniger, einer feinen Bürste (zum Beispiel einer alten Zahnbürste) und einem Lappen reinigen. Für die Reinigung von Kassette und Kettenblätter sind Zahnkranzreiniger hilfreich.
  • Halten Sie Fahrradöl von den Bremsscheiben fern.
  • Flugrost am Fahrrad können Sie mit  Sprühöl einsprühen und einige Stunden einwirken lassen. Dann mit einem Lappen entfernen.
  • Putzen Sie Ihr Fahrrad regelmäßig – und nicht nur einmal im Jahr zum Start in die Fahrradsaison.

Weiterlesen auf oekotest.de: