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Einweg-Plastik ab Mitte 2021 verboten – Plastikbecher jedoch nicht

Autor: ÖKO-TEST Redaktion | Kategorie: Freizeit und Technik | 30.06.2020

Einweg-Plastik ist in Deutschland ab Mitte 2021 verboten - Plastikbecher jedoch nicht.
Foto: CC0 / Pixabay / Jasmin_Sessler

Das Verbot von Einweg-Plastik ist jetzt auch in Deutschland beschlossene Sache. Nachdem die EU sich bereits gegen Trinkhalme, Plastikgeschirr & Co. ausgesprochen hatte, brachte die Bundesregierung nun ein entsprechendes Gesetz auf den Weg. Was bald wegfällt – und was nicht.

Beim Bäcker werden wohl zukünftig Rührstäbchen aus Holz zum Coffee-to-go gereicht, auch Einweggeschirr aus Plastik dürfte im kommenden Sommer kaum noch auf Grillpartys zu sehen sein.

Einmalbesteck und -teller, Trinkhalme, Rührstäbchen, Wattestäbchen und Luftballonstäbe aus Plastik, aber auch To-go-Lebensmittelbehälter und Getränkebecher aus Styropor: Sie alle sollen nach dem Willen der Bundesregierung ab dem 3. Juli 2021 nicht mehr neu auf den Markt kommen. Verboten werden außerdem Artikel aus sogenanntem oxo-abbaubarem Kunststoff, die durch eine Reaktion mit Sauerstoff in Mikroplastik zerfallen.

Aus für Strohhalme und Einmal-Besteck aus Plastik beschlossen

"Viele Einwegprodukte aus Kunststoff sind überflüssig und kein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen", so Bundesumweltministerin Svenja Schulze. "Wenn die weltweite Vermüllung so weitergeht, haben wir 2050 mehr Plastik als Fisch in unseren Weltmeeren." Plastikabfall im Meer – ein Problem, auf das auch ÖKO-TEST immer wieder aufmerksam macht.

Nach dem Willen des Umweltministeriums sollen die Bürger künftig vermehrt auf umweltfreundlichere Alternativen setzen. "Vor allem Mehrweg ist aus Umweltsicht das Mittel der Wahl", erklärt Schulze. Wegwerfprodukte wie Wattestäbchen können hingegen aus Bambus oder Pappe hergestellt werden, Einweggabeln gibt es auch aus Holz, Einweggeschirr zum Beispiel aus gepressten Palmblättern.

Die Produkte, die verboten werden sollen, gehören laut EU-Kommission zu den Plastikgegenständen, die am häufigsten an europäischen Stränden gefunden werden. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) schätzt außerdem, dass sie zehn bis 20 Prozent des Abfalls ausmachen, der sich in Parks, auf öffentlichen Plätzen und Straßen findet. Den größten Anteil daran hätten To-go-Verpackungen aus Styropor.

Peinlich: Ministerium zeigt Produkt, das gar nicht verboten wird

Kritik an dem geplanten Gesetz kommt unter anderem von der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Abfallexperte Thomas Fischer bemängelt, die Umweltministerin wolle nur die EU-Mindestanforderungen realisieren, aber keine Vorreiterrolle einnehmen. Die DUH will eine verbindliche Mehrwegförderung, zum Beispiel durch Quoten, und ein zusätzliches Verbot von Einweg-Lebensmittelboxen und -Getränkebechern, die nicht aus Styropor bestehen.

Denn: Einwegbecher und -gläser aus Plastik bleiben nach dem Willen der Ministerin weiterhin erlaubt – dumm nur, dass das Bundesumweltministerium seine Pressemeldung zum Verbot ausgerechnet mit einem solchen Einwegbecher illustriert. Auch Plastikdeckel für Kaffee & Co. bleiben vorerst erhalten, obwohl sie laut einer Studie des Umweltbundesamtes (UBA) erheblich zu Energieverbrauch und Umweltverschmutzung beitragen.

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