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Die Erde ist am Limit: Earth Overshoot Day schon Ende Juli

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 27.07.2021

Bereits Ende Juli ist dieses Jahr Earth Overshoot Day, genauer am 29. Juli 2021.
Foto: Shutterstock / Delpixel

Dieses Jahr ist der "Earth Overshoot Day" (Erderschöpfungstag) am 29. Juli 2021. Ab diesem Zeitpunkt verbrauchen wir mehr natürliche Ressourcen als nachwachsen können. Das heißt, den Rest des Jahres leben wir sozusagen auf Kredit der Erde. Was wir alle dagegen tun können, lesen Sie hier.

  • Der "Earth Overshoot Day" ist in den vergangenen Jahren immer weiter nach vorne gerückt: 1970 lag er noch im Dezember, jetzt liegt er schon im Juli.
  • Dieses Jahr hat die Menschheit am 29. Juli 2021 alle natürlichen Ressourcen verbraucht, die der Planet innerhalb dieses Jahr erzeugen und regenerieren kann.
  • Jeder kann aktiv werden, um den ökologischen Fußabdruck von uns Menschen zu verkleinern.

Das Global Footprint Network berechnet jedes Jahr aufs Neue den Zeitpunkt des "Earth Overshoot Days". Dieser sogenannte Welterschöpfungstag ist ein Sinnbild für den Lebensstil, mit dem die Menschen die Erde ausbeuten. 

Der "Earth Overshoot Day" markiert seit 1987 jedes Jahr den Tag, an dem die Menschheit alle biologischen Ressourcen verbraucht hat, die die Erde während des gesamten Jahres erneuern kann.

Steigender Ressourcenverbrauch 

Jahr für Jahr verbraucht die Menschheit mehr Ressourcen – entsprechend ist der Erderschöpfungstag in den vergangenen Jahren im Kalender immer weiter nach vorne gerückt.


1970 war der Earth Overshoot Day noch Ende Dezember, mittlerweile sind bereits Ende Juli alle biologischen Ressourcen verbraucht, die die Erde während eines Jahres erneuern kann.
1970 war der Earth Overshoot Day noch Ende Dezember, mittlerweile sind bereits Ende Juli alle biologischen Ressourcen verbraucht, die die Erde während eines Jahres erneuern kann. (Foto: Global Footprint Network / www.footprintnetwork.org)

Dieses Jahr ist der 29. Juli der Tag, an dem die Menschheit der Erde mehr Holz, Pflanzen, Futtermittel, Fisch, Fleisch und Nahrungsmittel entnommen hat, als in einem Jahr nachwachsen. Bei unserem derzeitigen Ressourcenverbrauch bräuchten wir eigentlich 1,74 Erden – statt der einen, die wir haben.

Bedingt durch die Corona-Pandemie wurde der Erdüberlastungstag im vergangenen Jahr um mehr als drei Wochen nach hinten verschoben: Der "Earth Overshoot Day" fiel damals auf den 22. August 2020. Quarantänen und Lockdowns haben dazu beigetragen, dass sich der ökologische Fußabdruck 2020 verringert hatte. In diesem Jahr sind die Ressourcen der Erde zum selben (frühen) Zeitpunkt verbraucht wie 2019, hat das Global Footprint Network errechnet.

Immer mehr Regenwald wird abgeholzt - das lässt die globale Biokapazität der Wälder schrumpfen.
Immer mehr Regenwald wird abgeholzt - das lässt die globale Biokapazität der Wälder schrumpfen. (Foto: Shutterstock / Rich Carey)

Der CO2-Footprint stieg nach Berechnungen des Global Footprint Networks im Vergleich zum letzten Jahr um 6,6 Prozent. "Auch schrumpfte die globale Biokapazität der Wälder um zirka 0,5 Prozent, was größtenteils auf den Anstieg der Abholzung im Amazonasgebiet zurückzuführen ist".

Allein in Brasilien gingen im Jahr vergangenen Jahr 1,1 Millionen Hektar Wald verloren. Schätzungen für 2021 deuten auf einen Anstieg der Abholzung um bis zu 43 Prozent im Vergleich zu 2020 hin.

"Earth Overshoot Day" nach hinten verschieben: Das kann jeder tun 

Jede und jeder Einzelne ist gefragt, persönlich etwas dazu beizutragen, damit sich der Tag der Erderschöpfung nicht immer weiter nach vorne verlagert. Konkret bedeutet das:

Gut zu wissen: Allein die CO2-Emissionen machen 60 Prozent des ökologischen Fußabdrucks der Menschen weltweit aus. Wenn wir hier sparsam leben, profitiert die Umwelt in jedem Fall.

Die ärmeren Länder leiden unter der Ressourcenverschwendung der Industrienationen.
Die ärmeren Länder leiden unter der Ressourcenverschwendung der Industrienationen. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / klimkin)

So leben Länder auf Kosten der Natur und späterer Generationen

Die Zahlen von 2021 zeigen, welche Länder die meisten Ressourcen benötigen – und wie viele Erden sie rein rechnerisch bräuchten, wenn alle Menschen der Erde so leben würden wie die Bewohner des jeweiligen Landes:

  • USA: 5,0
  • Australien: 4,6
  • Russland: 3,4
  • Frankreich: 2,9
  • Deutschland: 2,9
  • Japan: 2,9
  • Italien: 2,8
  • Portugal: 2,8
  • Schweiz: 2,8
  • UK: 2,6
  • Spanien: 2,5
  • China: 2,3
  • Brasilien: 1,8
  • Indien: 0,7

Im weltweiten Durchschnitt lag der Wert 2021 bei 1,7. Ohne die Coronakrise wäre der diesjährige Wert wahrscheinlich noch höher. Das heißt: Wir bräuchten fast zwei Planeten, um unseren Bedarf an Nahrung und Rohstoffen zu decken. Deutschland allein würde dieses Jahr sogar drei Planeten benötigen. Unsere ökologischen Ressourcen für das Jahr 2021 waren bereits am 5. Mai aufgebraucht.

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So wird der Earth Overshoot Day berechnet

Für die Berechnung des Earth Overshoot Days ist das Global Footprint Network verantwortlich. Die internationale Nachhaltigkeitsorganisation, die auch die Messung des "ökologischen Fußabdrucks" entwickelt hat, berechnet Jahr für Jahr die Biokapazität der Erde und stellt dieser Zahl den Ressourcenbedarf der Menschheit gegenüber. Die Lücke, die bei den Berechnungen entsteht, ist der "Overshoot", die Überlastung unserer Erde.

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