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Corona-Warn-App: 15 Millionen Downloads

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 06.07.2020

So funktioniert die Corona-Warn-App
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / geralt

Die offizielle Corona-Warn-App der Bundesregierung wurde bereits bereit 15 Millionen Mal heruntergeladen. Die sogenannte Corona-Tracing-App soll Menschen, die Kontakt zu positiv getesteten Personen hatten, warnen und helfen, die Corona-Pandemie zu stoppen. ÖKO-TEST erklärt, wie die App funktioniert und wie sicher sie ist.

  • Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes stößt bei der Bevölkerung auf große Akzeptanz. Sie wurde laut Robert Koch-Institut (RKI) bereits 15 Millionen mal runtergeladen (Stand 06.07.2020).
  • Die Nutzung der App ist freiwillig, Nichtnutzern sollen keinerlei Nachteile entstehen.
  • Die Tracing-App übermittelt keine persönlichen Daten ins Internet, alle Informationen werden dezentral und verschlüsselt auf den beteiligten Smartphones gespeichert.

Die offizielle Corona-Warn-App der Bundesregierung kann im Google Play Store und im App Store von Apple kostenlos runtergeladen werden. Mittlerweile haben das laut RKI bereits 15 Millionen Nutzer gemacht (Stand 06.07.2020). Bei rund 60 Millionen Smartphones entspricht das einem Viertel der Smartphone-Nutzer.

Die Corona-Warn-App der Bundesregierung ist erhältlich.
Die Corona-Warn-App der Bundesregierung ist erhältlich. (Foto: App Store)

Was bringt die Corona-Warn-App?

Mit Hilfe der App sollen Kontakte zu Corona-Infizierten nachverfolgt und Kontaktketten möglichst rasch unterbrochen werden. Bislang muss das Gesundheitsamt Infektionsketten mühsam per Telefon erfragen und rekonstruieren. Das ist zeitaufwändig – und nicht immer können sich Infizierte erinnern, zu welchen Personen sie in den letzten 14 Tagen näheren Kontakt hatten. Erschwerend kommt hinzu: Wer gemeinsam im Wartezimmer oder in der S-Bahn saß, kennt sein Gegenüber oft gar nicht.

Hier soll die neue App ansetzen. Ihr großer Vorteil: Schnelligkeit. Da Corona-Infektionen schon ansteckend sind, bevor sich erste Symptome zeigen, und manche Krankheitsverlaufe völlig symptomfrei verlaufen, ist es wichtig, über das Risiko einer eventuellen Infektion möglichst frühzeitig informiert zu werden. Wer als Nutzer der Tracing-App einem Covid-19-Patienten begegnet ist, soll künftig eine Warnung über sein Handy erhalten. Dann kann er schnell reagieren und andere vor einer Infektion schützen.

Die Corona-Warn-App soll helfen, Infektionsketten zu unterbrechen.
Die Corona-Warn-App soll helfen, Infektionsketten zu unterbrechen. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / geralt)

Wie funktioniert die Corona-Warn-App?

Bei der App handelt es sich um eine Tracing-App – und nicht um eine Tracking-App. Das bedeutet: Nicht der Standort der Nutzer wird verfolgt bzw. gespeichert, sondern nur die Begegnungen, die mit anderen App-Nutzern stattfinden.

Mithilfe der Bluetooth-Technologie misst die App den Abstand zwischen zwei Smartphones. Sinkt dieser für eine bestimmte Zeit unter den definierten kritischen Wert, tauschen die beiden Geräte einen verschlüsselten Code aus.

Hat sich ein Nutzer der App mit dem Coronavirus infiziert, kann er über die App alle informieren, die in seiner Nähe waren und sich angesteckt haben könnten. Diese Warnung erfolgt absolut anonym – und lässt keinerlei Rückschlüsse auf den Corona-Infizierten, den Ort oder den Zeitpunkt einer möglichen Infektion zu.

Um Fehlalarme zu vermeiden, können sich nur Menschen als infiziert melden, die vom Testlabor eine positive Corona-Diagnose und einen Code für die App bekommen haben.

Wie sicher ist die Corona-Tracing-App?

Nach der Meinung von IT-Experten, Datenschutzbeauftragten und dem Chaos Computer Clubs (CCC) ist die Datensicherheit der neuen App gewährleistet. Die Begründung: Die Daten werden dezentral auf den einzelnen Smartphones der Nutzer und nicht auf einem zentralen Server gespeichert. "Das ist aus Verbrauchersicht sehr zu begrüßen", lautet das Urteil der Verbraucherzentrale.

Auch Bundesjustizministerin Christina Lamprecht (SPD) sieht keine datenschutzrechtlichen Probleme: "Es gelten die allgemeinen Vorschriften der Datenschutzgrundverordnung ohne Wenn und Aber auch für die Corona-Warn-App. Deshalb sind alle datenschutzrechtlichen Fragen abgedeckt, und es gibt keine Veranlassung für ein spezielles App-Gesetz", sagte die SPD-Politikerin gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Der Quellcode der App ist öffentlich einsehbar, so hat rein theoretisch jeder die Möglichkeit, die App genau zu überprüfen. Bislang wurden keine Sicherheitslücken gefunden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat den TÜV-IT beauftragt, die App auf IT-Sicherheit und die Einhaltung des Datenschutzes zu prüfen. Auch dieser Bericht ist öffentlich einsehbar. 

Die App soll helfen, Infektionsketten schnell nachzuverfolgen und zu durchbrechen.
Die App soll helfen, Infektionsketten schnell nachzuverfolgen und zu durchbrechen. (Foto: Google Play Store)

So geht's: Tracing-App herunterladen und installieren

Die Corona-Tracing-App ist in Apples App-Store und Googles Playstore kostenlos erhältlich.

Wichtig für die Installation der Corona-Warn-App:

  • Apple-Nutzer müssen für die Installation auf die iOS-Version 13.5 updaten, Besitzer von Android-Geräten mindestens auf Version 6.0 (Marsmallow). Ältere Modelle, wie zum Beispiel das iPhone 5 oder 6, sind nicht mehr kompatibel.
  • Auch für Besitzer von Huawei-Smartphones ohne Google-Dienste ist die App verfügbar.
  • Die App benötigt ungefähr 10 MB Speicherplatz.

Wichtig für die Nutzung der Corona-Warn-App:

  • Ihr Gerät muss über Bluetooth-Funktion verfügen. Diese muss immer eingeschaltet sein, sonst funktioniert die App nicht.
  • Nach der Aktivierung der Bluetooth-Funktion muss die "Risiko-Ermittlung" aktiviert werden.
  • Auf Android-Smartphones muss zusätzlich der Zugriff auf die Standortdaten aktiviert werden. Das ist bei iOS nicht der Fall.

Was müssen Sie tun, wenn die Corona-Warn-App warnt?

Sollten Sie die Nachricht erhalten, dass Sie Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatten, heißt das nicht automatisch, dass Sie sich infiziert haben. Es besteht jedoch das Risiko einer Infektion.

"Aus der Warnung über das Infektionsrisiko folgt aber keine Pflicht, zum Beispiel zuhause zu bleiben. Betroffene sind auch nicht verpflichtet, die Warnung zu melden, etwa den Gesundheitsbehörden", erklärt die Verbraucherzentrale. Sie rät jedoch: "Haben Sie eine Warnmitteilung erhalten, sollten Sie sich dennoch besonders umsichtig verhalten und sich, soweit wie möglich, in häusliche Quarantäne begeben. Dies ist jedoch lediglich eine Empfehlung-"

Wichtig zu wissen: Die App kann Ihren Aufenthaltsort nicht überprüfen – und damit auch nicht die Einhaltung von Quarantäne-Maßnahmen oder Kontaktverboten kontrollieren.

Je mehr Nutzer, desto besser

Je mehr Menschen die App nutzen, umso besser! Wissenschaftler von der Universität Oxford gehen davon aus, dass 60 Prozent der Bevölkerung die App nutzen müssen, damit die Corona-Epidemie gestoppt werden kann. Aber auch bei einer geringeren Nutzungsrate gehen die Experten von positiven Auswirkungen aus. "Unsere Simulationen zeigen jedoch, dass die App anfängt zu wirken, sobald 15 Prozent der Bevölkerung mitmachen", erklärt Lucie Abeler-Dörner, eine der beteiligten Forscherinnen im Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Die App kann schützen – aber nicht allein

Klar ist jedoch: Die App kann zwar bei einem Kontakt mit einem Infizierten warnen – vor einer Ansteckung schützen kann sie nicht. Schutzmasken und die geltenden Hygieneregeln sind mit Corona-Warn-App genauso wichtig wie ohne.

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