Black Friday 2022: Vorsicht vor unechten Schnäppchen und Fake-Shops

Autor: Benita Wintermantel mit Material von dpa | Kategorie: Freizeit und Technik | 22.11.2022

Black Friday 2022: Vorsicht vor unechten Schnäppchen und Fake-Shops
Foto: Shutterstock / Proxima Studio

Der Black Friday gilt als Tag der Rabattschlacht. Trotz der schlechten Konsumstimmung rechnet der Handelsverband Deutschland zum Black Friday am 25. November und dem folgenden Cyber Monday mit einem Umsatzrekord. Allerdings: Die Shopping-Aktionstage sind keine Schnäppchen-Garantie.

Singles Day, Black Friday, Cyber Monday: Ganz gleich welchen Namen das Kind trägt, der Handel überbietet sich in den sechs Wochen vor dem Weihnachtsfest mit Rabattaktionen im Netz. Oder besser gesagt mit vermeintlichen Rabattaktionen. Denn ob ein Angebot wirklich gut ist, gilt es von Fall zu Fall immer wieder neu zu prüfen, rät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW).

Black Friday 2022 findet am 25. November statt

Der Hype um den Black Friday ist mittlerweile auch hierzulande riesig. Das Shopping-Event, das aus den USA zu uns hinübergeschwappt ist, findet längst auch in deutschen Onlineshops und Fußgängerzonen statt und wird von Jahr zu Jahr beliebter. "SALE"-Schilder allerorten, versprochen werden gewaltige Rabatte.

Black Friday ist traditionell der Tag nach dem US-amerikanischen Thanksgiving-Fest – und damit der vierte Freitag im November. Dieses Jahr findet die Schnäppchen-Jagd am 25. November 2022 statt und läutet damit zugleich das (Haupt-)Weihnachtsgeschäft ein.

Black Friday 2021 findet am 26. November statt.
Black Friday 2021 findet am 26. November statt. (Foto: Seventyfour / stock.adobe.com)

Kritik an Black Friday

Der Einkaufstrubel kostet – und zwar nicht nur den Verbraucher. "Der Black Friday ist ein schwarzer Tag für die Umwelt", sagt Viola Wohlgemuth, Sprecherin von Greenpeace. "Unser Konsum vernichtet immer mehr Ressourcen und heizt die Klimakrise an. Verbraucher sollten sich bewusst sein, dass jedes einzelne Paket Folgen für die Umwelt hat."

Auch in Zeiten der Klimakrise ist Einkaufen natürlich nicht verboten; dabei zu sparen ist ebenfalls erlaubt. Wer sich allerdings für ein bewusste(re)s Einkaufsverhalten entscheidet, hat nicht nur mehr vom Black Friday, sondern schadet auch der Umwelt nicht unnötig.

Tipps für einen nachhaltigen Black Friday

1. Weniger ist mehr
Kaufen Sie nicht mehr, als Sie unbedingt benötigen. Erstellen Sie sich schon vor dem Black Friday eine Wunschliste mit Dingen, die Sie gerne als (Weihnachts-)Geschenk erwerben möchten oder sich selbst wünschen. Was nicht auf der Liste steht, sollten Sie auch nicht kaufen – selbst dann, wenn großzügige Rabatte locken. So schützen Sie sich, Ihren Geldbeutel und die Umwelt vor unnötigen Spontanbestellungen.

2. Nicht alle Schnäppchen sind echt
Verbraucherschutzorganisationen warnen regelmäßig, dass nicht alle Sonderangebote so attraktiv sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Gerade am Black Friday ist es schwer, im Lärm der Rabattschlacht den Überblick zu behalten – was der Handel natürlich zu seinen Gunsten nutzt.

Um die Angebote richtig einordnen zu können, sollte man Preissuchmaschinen nutzen, die oft auch eine Preis-Historie bieten. Erst wenn sich ein Sonderangebot nach dem Vergleich in zwei Preissuchmaschinen nicht unterbieten lässt, sollte man anfangen, über einen Kauf nachzudenken, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Oft sind Rabatte an Aktionstagen nur aufgeblasen, warnt beispielsweise die Verbraucherzentrale Niedersachsen: In einem Fall wurde ein Kühlschrank von 450 Euro auf 279 Euro reduziert – beim angezeigten Ursprungspreis handelte es sich aber nicht um den aktuellen Marktpreis, sondern nur um die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Herstellers. Der Onlineshop hatte das Gerät vielleicht schon länger im Programm – und verlangte außerhalb der Aktionstage sowieso nur noch 299 Euro dafür.

3. Nehmen Sie sich vor Fake-Shops in Acht
Gerade wenn saisonale Schnäppchenjagden stattfinden, tauchen besonders viele dubiose Händler auf, die mit unschlagbaren Angeboten werben. Wenn Sie sich unsicher sind, ob ein Anbieter seriös ist, zahlen Sie möglichst nicht per Vorkasse, sondern per Rechnung oder Lastschrift, beides ist sicherer.

4. Immer mit der Ruhe
Verfallen Sie am Black Friday weder in Panik noch in einen Kaufrausch. Machen Sie sich bewusst, dass sich gute Angebote das ganze Jahr über finden lassen, und dass die nächsten Rabattschlachten – das Nach-Weihnachtsgeschäft und der Winterschlussverkauf – schon wieder vor der Tür stehen.

Viele Dinge müssen Sie auch nicht neu kaufen; secondhand gibt es beispielsweise jede Menge Mode, Bücher und Möbel, die wie neu sind – und die Umwelt nicht zusätzlich belasten. Da ist ein Black Friday gar nicht nötig, um on- oder offline tolle Schnäppchen zu machen.

Der Widerruf als Sicherheitsnetz

Trotz allem kann es vorkommen, dass einem gleich nach dem Klicken auf den "Kaufen"-Button aufgeht: Das war jetzt kein guter, günstiger oder notwendiger Kauf. Sollte dann die Stornierung der Bestellung über den Händler nicht möglich sein, bleibt immer noch das Widerrufsrecht als Netz und doppelter Boden.

Der Widerruf ist bei einem Onlinekauf in der Regel ohne Angabe von Gründen bis zu 14 Tage nach Lieferung des Produkts möglich, informiert die Verbraucherzentrale. Allerdings kann es sein, dass dafür Rücksendekosten anfallen. Es lohne sich, die diesbezüglichen Vorgaben eines Händlers vor dem Kauf zu prüfen.

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