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Black Friday 2019 bietet kaum echte Schnäppchen

... und ist auch noch schlecht für die Umwelt

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 03.11.2019

Black Friday 2019 bietet kaum echte Schnäppchen
(Foto: Seventyfour / stock.adobe.com)

Der Black Friday gilt als Tag der Rabattschlacht. 2019 findet die Schnäppchenjagd des Onlinehandels am 29. November statt. Dabei sparen Konsumenten am "schwarzen Freitag" eher gefühlt als tatsächlich, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Der Hype um den Black Friday ist riesig. Das Shopping-Event, aus den USA zu uns hinübergeschwappt, findet längst auch in deutschen Onlineshops und Fußgängerzonen statt und wird von Jahr zu Jahr beliebter. "SALE"-Schilder allerorten, versprochen werden gewaltige Rabatte. Eine aktuelle Studie des Preisvergleichportals Idealo zeigt aber, dass die tatsächliche Ersparnis gar nicht so groß ist wie gedacht.

Black Friday 2019 findet am 29. November statt

Black Friday ist traditionell der Tag nach dem US-amerikanischen Thanksgiving-Fest – und damit der vierte Freitag im November. Dieses Jahr findet die Schnäppchen-Jagd am 29. November 2019 statt und läutet damit zugleich das (Haupt-)Weihnachtsgeschäft ein.

Viel Kritik an Black Friday

Der Einkaufstrubel kostet – und zwar nicht nur den Verbraucher. "Der Black Friday ist ein schwarzer Tag für die Umwelt", sagt Viola Wohlgemuth, Sprecherin von Greenpeace. "Unser Konsum vernichtet immer mehr Ressourcen und heizt die Klimakrise an. Verbraucher sollten sich bewusst sein, dass jedes einzelne Paket Folgen für die Umwelt hat."

Auch in Zeiten der Klimakrise ist Einkaufen natürlich nicht verboten; dabei zu sparen ist ebenfalls erlaubt. Wer sich allerdings für ein bewusste(re)s Einkaufsverhalten entscheidet, hat nicht nur mehr vom Black Friday, sondern schadet auch der Umwelt nicht unnötig.

Tipps für einen nachhaltigen Black Friday

1. Weniger ist mehr!
Kaufen Sie nicht mehr, als Sie unbedingt benötigen. Erstellen Sie sich schon vor dem Black Friday eine Wunschliste mit Dingen, die Sie gerne als (Weihnachts-)Geschenk erwerben möchten oder sich selbst wünschen. Was nicht auf der Liste steht, sollten Sie auch nicht kaufen – selbst dann, wenn großzügige Rabatte locken. So schützen Sie sich, Ihren Geldbeutel und die Umwelt vor unnötigen Spontanbestellungen.

2. Nicht alle Schnäppchen sind echt
Verbraucherschutzorganisationen warnen regelmäßig, dass nicht alle Sonderangebote so attraktiv sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Gerade am Black Friday ist es schwer, im Lärm der Rabattschlacht den Überblick zu behalten – was der Handel natürlich zu seinen Gunsten nutzt.

Lassen Sie sich deshalb nicht von angeblichen Rabatten blenden, sondern vergleichen Sie Preise in verschiedenen Onlineshops, bevor sie etwas in den Warenkorb legen. Oft sind Rabatte an Aktionstagen nur aufgeblasen, warnt beispielsweise die Verbraucherzentrale Niedersachsen: In einem Fall wurde ein Kühlschrank von 450 Euro auf 279 Euro reduziert – beim angezeigten Ursprungspreis handelte es sich aber nicht um den aktuellen Marktpreis, sondern nur um die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Herstellers. Der Onlineshop hatte das Gerät vielleicht schon länger im Programm – und verlangte außerhalb der Aktionstage sowieso nur noch 299 Euro dafür.

3. Nehmen Sie sich vor Fake-Shops in Acht!
Gerade wenn saisonale Schnäppchenjagden stattfinden, tauchen besonders viele dubiose Händler auf, die mit unschlagbaren Angeboten werben. Wenn Sie sich unsicher sind, ob ein Anbieter seriös ist, zahlen Sie möglichst nicht per Vorkasse, sondern per Rechnung oder Lastschrift, beides ist sicherer.

4. Immer mit der Ruhe!
Verfallen Sie am Black Friday weder in Panik noch in einen Kaufrausch. Machen Sie sich bewusst, dass sich gute Angebote das ganze Jahr über finden lassen, und dass die nächsten Rabattschlachten – das Nach-Weihnachtsgeschäft und der Winterschlussverkauf – schon wieder vor der Tür stehen.

Viele Dinge müssen Sie auch nicht neu kaufen; secondhand gibt es beispielsweise jede Menge Mode, Bücher und Möbel, die wie neu sind – und die Umwelt nicht zusätzlich belasten. Da ist ein Black Friday gar nicht nötig, um on- oder offline tolle Schnäppchen zu machen.

Lohnt sich der Black Friday für die Verbraucher?

Die Vergleichsplattform Idealo hat sich die Preisentwicklung von über 2.500 Produkten am und kurz vor dem Black Friday im letzten Jahr genauer angesehen. Das Ergebnis: Rund drei Viertel der untersuchten Produkte waren am Black Friday 2018 günstiger als in den vier Wochen davor.

Wer auf echte Schnäppchen mit mindestens 20 Prozent Ersparnis hoffte, musste allerdings genau hinschauen, denn nur 14 Prozent der untersuchten Produkte waren entsprechend stark reduziert. In den 50 nachfragestärksten Kategorien lag die durchschnittliche Preisersparnis dagegen bei lediglich 6 Prozent. Bei Gesellschaftsspielen (19 Prozent), Gamepads (19 Prozent) und Spielekonsolen (15 Prozent) konnten Verbraucher am meisten sparen.

Schnäppchentage im Vergleich: Black Friday vs. Cyber Monday

Längst ist der Black Friday nicht mehr der einzige Schnäppchentag. Amazon hat den Cyber Monday etabliert, der auf den Black Friday folgt, viele Händler werben Anfang Dezember sogar eine ganze Woche lang mit Sonderangeboten. Lohnt sich der Black Friday da überhaupt noch?

Die Idealo-Preisanalyse zeigt: Am Cyber Monday konnten Verbraucher im letzten Jahr zwar auch einige Schnäppchen machen, so waren Kopfhörer, Kamera-Objektive und einige Kühlschränke stärker reduziert. In nahezu allen anderen Produktkategorien war der Black Friday aber attraktiver.

Quelle: Verbraucherzentrale Niedersachsen / Idealo

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