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9 Senioren- und Einfachhandys im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2010
vom 05.10.2009

9 Senioren- und Einfachhandys im Test

Kein guter Ruf

Dicke Tasten, große Displays und ordentliche Ausmaße: Seniorenhandys fallen auf zwischen den zierlichen Handys, die heute auf dem Markt sind. Wir haben die Generation 60 plus den Test machen lassen. Probleme gibt es vor allem mit der Strahlung.

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05.10.2009 | Ein Viertel der Deutschen ist heute 60 Jahre und älter, bis 2050 wird diese Altersgruppe rund 40 Prozent der Deutschen ausmachen. Ihre Kaufkraft und Kauflust kann sich sehen lassen. Rund ein Drittel der Gesamtausgaben für den privaten Verbrauch geht auf ihre Rechnung. Deshalb ist die Generation 60 plus als Kundschaft begehrt. Irgendwie will man die Best Ager, Silver Surfer, Third Ager, Master Consumer, die jüngeren und die älteren Senioren erreichen.

Wir haben uns einen Bereich vorgenommen: Handys, die besonders unkompliziert und bequem zu bedienen sein sollen, die auf Spielereien wie Kamera, Musikspieler oder Internetzugang verzichten und mit denen man einfach erreichbar ist.

Wir kauften neun Handys ein, darunter fünf ausgewiesene Seniorenhandys und vier Handys mit einfacher Ausstattung. Sie wurden auf Technik und Material untersucht, darüber hinaus hat sich eine Gruppe von Senioren im Alter von 61 bis 79 Jahren die Geräte vorgenommen und überprüft, wie anwenderfreundlich sie sind.

Das Testergebnis

Die Seniorenhandys haben besser abgeschnitten als die Einfachhandys - vor allem in Sachen Strahlung. Generell kamen die Vertreter der Generation 60 plus mit allen Handys mehr oder weniger "gut" zurecht. Durch ihr schlechtes Testergebnis Strahlung schneiden fünf Handys letztendlich nur "ungenügend" oder "mangelhaft" ab. Testbeste sind je ein "gutes" und ein "befriedigendes" Seniorenhandy.

Die großzügigen Tasten, Beschriftungen und Displays der Seniorenhandys wurden von den älteren Nutzern durchweg mit "sehr gut" bis "gut" bewertet. Die zierlichen Einfachhandys schnitten hier im Urteil der Anwender etwas schlechter ab.

Das "erste Mal" mit dem noch unbekannten Handy, also das Einlegen der SIM-Karte, das Aufladen und Anschalten, gestaltet sich bei allen Handys leicht. Auch das Telefonieren bereitet keine größeren Schwierigkeiten. Komplizierter wird es, wenn es darum geht, Textnachrichten zu versenden, das Rufnummerverzeichnis zu nutzen oder Funktionen im Handy-Menü einzustellen - etwa die Klingellautstärke zu verändern oder den Vibrationsalarm zu aktivieren. Ein "sehr gut" vergaben die Praxistester hier gar nicht, durchweg "gut" wurden in diesen drei Disziplinen nur das Emporia Lifeplus, das Samsung SGH-C170 und das Sony Ericsson J110i bewertet. Etwas kompliziert machte es das Nokia 2610 den Testern.

Wichtig für ältere Leute, die ihr Handy auch als Absicherung im Ernstfall nutzen wollen, ist ein guter Empfang. Unter widrigen Bedingungen, also schwacher Sendeleistung des Mobilfunksenders, haben das Doro Handle Easy 326GSM, das Tevion Komfort Mobiltelefon MD96720 sowie das Sony Ericsson J110i dennoch einen "sehr guten" Empfang im D-Netz bewiesen, das Samsung SGH-C170 im E-Netz. Bei schlechtem Empfang, also wenn wenig Balken auf dem Display zu erkennen sind, sollte man aber wirklich nur im Notfall telefonieren. Denn wenn die Leistung des Mobilfunksenders schwächer wird, geht das Handy umso stärker auf Sendung, die Strahlung am Kopf wird stärker.

Was die gepulsten elektromagnetischen Strahlen, die von Handys ausgehen, mit dem Körper anstellen, ist bis heute nicht endgültig geklärt. Eindeutig nachweisbar sind Wärmeeffekte im Gewebe, das heißt die Energieleistung eines Handys, die vom Körpergewebe während des Telefonierens aufgenommen wird. Diese spezifische Absorptionsrate, der sogenannte SAR-Wert, liegt bei den meisten Handys noch weit über dem, was technisch machbar wäre. Das Testergebnis Strahlung fällt dementsprechend schlecht aus. Einigermaßen zurückhaltend zeigt sich nur das Senotech Basicphone. Die höchsten SAR-Werte finden sich beim Sony Ericsson J110i sowie dem Tevion Komfort Mobiltelefon MD96720.

Die elektromagnetische Strahlung von Handys kann die Funktion von Herzschrittmachern beeinflussen. Deshalb rät das Bundesamt für Strahlenschutz, dass zwischen Handy und Herzschrittmacher ein Mindestabstand von etwa 20 Zentimetern eingehalten werden soll. In der Brusttasche direkt über dem Herzschrittmacher hat das Handy bei Schrittmacherträgern also nichts verloren. Gute Bedienungsanleitungen weisen auf diese Gefahr hin. Beim Samsung SGH-C170 und ausgerechnet beim Seniorenhandy Senotech Basicphone haben wir diesen Hinweis vergeblich gesucht.

Lautstärke ist nicht gerade die Stärke der Einfachhandys im Test. Gemessen an den Seniorenhandys sind sie allesamt leise Klingler, bei den Produkten von Motorola, Samsung und Sony Ericsson ist zumindest der Empfang akzeptabel. Da diese Mobiltelefone aber für alle - also nicht nur für ältere Nutzer - konstruiert sind, werten wir das nicht ab. Bei den Seniorenhandys sind wir strenger. Im Alter lässt das Gehör nach. Ein seniorenfreundliches Handy sollte deshalb ordentlich laut klingeln können, darüber hinaus sollten beim Telefonieren die empfangenen Stimmen möglichst laut einzustellen sein. Die Lautesten im Test der Seniorenhandys sind das Emporia Lifeplus sowie das Fitage Big Easy 2. Das Doro Handle Easy 326GSM kann zwar sehr laut im Empfang sein, im Klingeln allerdings ist es das Zurückhaltendste im Test.

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Wir haben 9 Produkte für Sie getestet
Doro Handle Easy 326GSM
Doro

Doro Handle Easy 326GSM

befriedigend

Emporia Lifeplus
Emporia

Emporia Lifeplus

ausreichend

Fitage Big Easy 2
Fitage

Fitage Big Easy 2

mangelhaft

Tevion Komfort Mobiltelefon MD96720
Medion

Tevion Komfort Mobiltelefon MD96720

ungenügend

Motorola F3 Motofone
Motorola

Motorola F3 Motofone

ungenügend

Nokia 2610
Nokia

Nokia 2610

ausreichend

Samsung SGH-C170
Samsung

Samsung SGH-C170

ungenügend

Senotech Basicphone
Senotech

Senotech Basicphone

gut

Sony Ericsson J110i
Sony Ericsson

Sony Ericsson J110i

ungenügend

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