Vorsicht bei bunten Ostereiern aus dem Supermarkt

Autor: Benita Wintermantel (mit Material von dpa) | Kategorie: Essen und Trinken | 12.04.2022

Vorsicht bei bunten Ostereiern aus dem Supermarkt
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / ivabalk

Eier in der Osterzeit können einen bitteren Beigeschmack haben. Viele Millionen Legehennen sind damit beschäftigt, für die Osterzeit Eier zu legen – und die Tiere werden nicht immer artgerecht gehalten. Warum Sie bei den gefärbten Eiern aus dem Supermarkt vorsichtig sein sollten.

Generell gilt für Eier eine strenge und genaue Kennzeichungspflicht: Jedes Ei trägt einen individuellen Stempel, der über die Haltungsform und die Herkunft des Eis informiert. Diese Regelung betrifft aber nicht gekochte und nicht weiterverarbeitete Eier.

Bunte Eier gelten als "verarbeitetes Eiprodukt" und müssen damit nicht gekennzeichnet werden. Das erklärt, warum man als Ostereier-Käufer häufig nicht sehen kann, ob das Ei aus Freiland- oder Bodenhaltung stammt. Und: Obwohl das Kükentöten in Deutschland seit Anfang 2022 verboten ist, können Sie im Handel noch immer auf Eier stoßen, bei denen die männlichen Küken getötet wurden.

Hier erfahren Sie, was Sie beim Ostereierkauf beachten sollten:

Knifflig: Ostereier ohne Kükentöten finden 

Das Töten von männlichen Eintagsküken von Legehennenrassen ist seit dem 1. Januar 2022 in Deutschland nicht mehr erlaubt. Trotzdem können weiterhin Eier im Handel sein, bei denen das Kükentöten angewandt wird. Darauf weist die Verbraucherzentrale Bayern hin.

Der Verweis, dass es sich um Eier aus Deutschland handelt, sei keine Garantie, dass männliche Eintagsküken als "Bruderhähne" aufgezogen oder durch Geschlechtsbestimmung im Ei vor dem Schlüpfen aussortiert werden. So können Legehennen in deutschen Ställen durchaus aus ausländischen Brütereien stammen, in denen die Bruderküken weiterhin getötet werden dürfen. Hier greife das neue Gesetz nicht, bedauert Ernährungsexpertin Andrea Danitschek von der Verbraucherzentrale.

Ostereier können Käfigeier sein

Die Einzelhaltung von Legehennen in Käfigen ist in Deutschland verboten – nicht aber die Haltung in sogenannten "ausgestalteten Käfigen" oder "Kleingruppenhaltung" (zu erkennen an der Kennzeichnung "Haltungsform 3"). Beides ist nichts anderes als ein Käfig, der etwas mehr Platz bietet als die inzwischen verbotenen Legebatterien.

Frische Eier aus Käfighaltung sind im Supermarkt kaum noch zu finden. Die meisten Deutschen lehnen diese nicht artgerechte Hühnerhaltung ab und greifen lieber zu Eiern aus Boden- oder Freilandhaltung. Noch immer leben aber gut fünf Prozent der Hühner in Deutschland in Käfigen (Quelle). Dazu kommen aus dem Ausland importierte Käfigeier. 

Anteil an Ostereiern aus Bodenhaltung wächst

Da gefärbte Eier keinen Stempel tragen, erfährt der Verbraucher nichts über ihre Herkunft. Inzwischen ist der Anteil der bunt gefärbten Eier mit Kennzeichnung jedoch gewachsen – viele Ostereier im Supermarkt und Discounter stammen immerhin aus Bodenhaltung. Das entspricht einer minimalen Verbesserung – nicht vergessen werden darf: Auch Eier aus Bodenhaltung stammen nicht von glücklichen Hühnern...

Ein wichtiger Hinweis auf Eier-Kartons ist das "KAT"-Logo. Dieses Siegel des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen garantiert, dass die Eier nicht aus Käfighaltung stammen. 

Das sollten Sie beim Kauf von bunten Ostereiern beachten

  • Wem Tierschutz am Herzen liegt, der sollte Ostereier nur in Bio-Qualität kaufen.
  • Noch besser sind Bio-Eier aus Bruderhahn-Projekten. Zugehörige Betriebe ziehen auch männliche Küken auf und verwerten sie. Sie erkennen diese Eier an dem Karton-Aufdruck von Initiativen wie "Henne & Hahn", "Brüder-Ei", "Ohne Küken-Töten" oder "Spitz & Bube".
  • Hat ein gefärbtes Ei einen Riss in der Schale, können Keime eindringen. Achten Sie beim Kauf darauf, ob Sie Risse im Ei erkennen können.
  • Eier mit Rissen sollten Sie nur mit Bedacht verzehren. Wenn die Eier nicht mehr gut riechen, bitte entsorgen.
  • Auch wenn es nicht auf der Verpackung steht: Bewahren Sie die bunten Eier im Kühlschrank auf. So wird die Keimbelastung reduziert.
  • Eine bläulich-grüne Verfärbung des Eidotters ist nicht schädlich, sie entsteht bei langen Kochzeiten.
  • Vorsicht bei Eiern vom Markt oder Metzger: Hier fehlt oft das Mindesthaltbarkeitsdatum. 
  • Gefärbte Eier aus dem Supermarkt sind zwar praktisch – aber Selberfärben ist die bessere Wahl. Hier erfahren Sie, wie Sie Eier mit Naturfarben färben können.

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