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Pilze aus dem Supermarkt: Häufig verschimmelt und voller Maden

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Essen und Trinken | 19.12.2019

Pilze aus dem Supermarkt: Häufig verschimmelt und voller Maden
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / LUM3N)

Pilzgerichte sind im Herbst beliebt. Der RBB hat Pilze aus Supermärkten, Discountern und Gemüseläden auf Qualität und Frische untersuchen lassen. Erschreckend: Nur 4 von 15 Proben waren unbedenklich. So erkennen Sie, ob Pilze frisch sind.

Im Herbst haben Pilze Hochkonjunktur. Sie machen sich gut in Risotto, zu Pasta und natürlich in Wildgerichten. Wie eine aktuelle Untersuchung des RBB zeigt, sind Speisepilze aus deutschen Supermärkten, Discountern und von Gemüsehändlern allerdings häufig verdorben und können zum gesundheitlichen Problem werden.

Pilze: "Eigentlich nur noch für die Mülltonne"

Wolfgang Bivour, geprüfter Pilz-Sachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Mykologie, hat Champignons, Pfifferlinge und Steinpilze für den RBB untersucht. 11 der 15 Proben waren nach Ansicht des Pilz-Experten gesundheitsbedenklich. Die untersuchten Pilze waren zum Teil vergammelt, verschimmelt oder enthielten Maden und waren damit "eigentlich nur noch für die Mülltonne bestimmt", so Bivour. Nur vier Proben erklärte der Experte für einwandfrei.

Risiko einer unechten Pilzvergiftung

Der Verzehr verdorbener Pilze kann eine sogenannte unechte Pilzvergiftung auslösen. So wird eine Erkrankung bezeichnet, die nicht durch Giftpilze, sondern durch verdorbene Waren ausgelöst wird.

Diese Lebensmittelvergiftung erzeugt in leichten Fällen Übelkeit und Erbrechen. Starke Durchfälle und Erbrechen können zu einem Elektrolyt- und Wasserverlust führen, der bei Säuglingen, Kleinkindern sowie alten und immunschwachen Menschen auch lebensbedrohlich werden kann.

Die Charité in Berlin bietet für Betroffene eine Telefonhotline an. Der sogenannte Giftnotruf ist 24 Stunden unter der Telefonnummer 030/19240 erreichbar. Andere Giftnotrufzentralen und Giftinformationszentren finden Sie hier beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Die Champignons links im Bild sind frisch, die rechts schon etwas älter
Die Champignons links im Bild sind frisch, die rechts schon etwas älter (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / gefrorene_wand / skeeze)

Tipps für den Pilzkauf: Frische Pilze erkennen

  • Pilze aus der Region sind besser als Pilze, die zum Beispiel aus Polen oder Weißrussland kommen und einen langen Transportweg hinter sich haben.
  • Pilze sollten so verpackt sein, dass sich in der Verpackung kein Kondenswasser bilden kann. Daher ist es besser, Pilze lose zu kaufen.
  • Pilze sollten beim Kauf generell keine Druckstellen oder dunkle Verfärbungen an den Stielenden aufweisen.
  • Frische Champignons sind hart und trocken und frei von dunkelbraunen Stellen, die Stielenden sind hell. Beim Aufschneiden sollte die Schnittfläche ebenfalls hell sein: Die hellen Lamellen zeigen, dass der Pilz frisch ist, bei älteren Champignons verfärben sie sich ins Bräunliche. Champignons mit offener Unterseite können Sporen entwickeln und verderben, bei frischen Champignons ist der Hutrand dagegen mit dem Stiel verwachsen. Wenn Champignons pilzig-erdig riechen, ist das ein gutes Zeichen.
Links frische Pfifferlinge, die rechten Pilze sind nicht mehr frisch.
Links frische Pfifferlinge, die rechten Pilze sind nicht mehr frisch. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / AnnaPersson / Gellinger)
  • Frische Pfifferlinge sind gelb, trocken und eher bröselig. Werden sie braun oder matschig, sind sie meist nicht mehr verzehrfähig.
  • Steinpilze sollten hart sein, beim Drücken darf sich keine Beule bilden. Kaufen Sie Steinpilze am besten aufgeschnitten, sodass Sie das Innere des Pilzes begutachten können und zu Hause keine Überraschung erleben.

Pilze bleiben am besten frisch, wenn sie atmen können. Lagern Sie sie nicht in einem Plastikgefäß, sondern in einer Papiertüte. Pilze gehören in den Kühlschrank und sollten möglichst zeitnah verzehrt werden.

Tipp für die Zubereitung: Pilze nicht waschen, sondern nur abbürsten. Eventuell matschige Stellen herausschneiden.

Quelle: RBB / Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

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