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Pestizide und Mineralöl: Barilla-Pesto fällt im Test durch

Autor: Lena Wenzel | Kategorie: Essen und Trinken | 10.06.2020

Pestizide und Mineralöl: Barilla-Pesto fällt im Test durch
Foto: ÖKO-TEST

20 Pestos haben wir getestet. 60 Prozent der Produkte fallen mit schlechten Gesamturteilen durch. Darunter befindet sich auch das bekannte Barilla Pesto alla Genovese. Es schneidet "ungenügend" ab. Was sind die Gründe dafür?

Der Geschmack des Barilla Pesto alla Genovese entsteht laut Anbieter "aus der perfekten Kombination von 100 % frischem italienischem Basilikum – im Morgengrauen geerntet – mit dem unverwechselbaren Geschmack von Parmigiano Reggiano DOP." Damit bringe das Pesto einen Hauch Italien und ein neues Geschmackserlebnis in jedes Rezept. So schreibt es Barilla auf seiner Internetseite. Damit rührt das Unternehmen die Werbetrommel.

Tatsächlich haben wir am Geschmack des getesteten Barilla-Pestos nichts zu beanstanden. Laut der Sensorikexperten hat es eine sehr starke Basilikumnote und eine starke Käsenote. Das Mundgefühl ist unauffällig. Unzufrieden aber sind wir mit den Inhaltsstoffen. Die sind der Grund dafür, warum das Barilla-Pesto – wie ingesamt neun weitere Pestos – mit "ungenügend" abschneidet.

Barilla-Pesto im Test: Mineralöl als Problem

Das von uns beauftragte Labor hat im Barilla-Pesto einen aus unserer Sicht "stark erhöhten" Gehalt an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen nachgewiesen. Das kritisieren wir, weil sich diese im menschlichen Fettgewebe und in den Organen anreichern. Mineralölkohlenwasserstoffe stecken in allen Pestos im Test, in insgesamt acht stufen wir die Mengen als "stark erhöht" ein. 

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Als kritisch sehen wir auch die Pestizidrückstände an, die im Barilla Pesto alla Genovese enthalten sind. Genauer gesagt sind es zehn Pestizide in Spuren. Dafür vergeben wir Minuspunkte, denn bisher ist die Wechselwirkung verschiedener Substanzen kaum erforscht. Daher beanstanden wir selbst geringe Mengen an Pestiziden in Lebensmitteln.

Zum Vergleich: Mit Pestiziden sind insgesamt 15 getestete Produkte belastet. Doch im Barilla-Pesto hat das Labor die meisten Einzelsubstanzen gefunden – darunter das Insektengift Deltamethrin, das unter anderem Bienen gefährdet.

(Foto: Nelli Syrotynska/Shutterstock)

Aromazusätze im Barilla Pesto alla Genovese

Einen weiteren Mangel stellten wir bei den Zutaten fest: Dem Barilla Pesto alla Genovese werden unnötige Aromen zugesetzt. Klassischerweise enthält das in Ligurien erfundene "Pesto alla genovese" nur frisches Basilikum, kalt gepresstes Olivenöl, die Käsesorten Parmesan und Pecorino, Pinienkerne, Knoblauch und Salz.

Barilla greift nicht nur auf Aromen zurück, sondern setzt auch auf günstigere Zutaten wie Cashewkerne und Sonnenblumenöl statt Olivenöl. Hauptzutaten des Barilla-Pestos sind Sonnenblumenöl, 30% Basilikum und Cashewkerne. Für die Verwendung der günstigeren Zutaten vergeben wir keine Minuspunkte.

So setzt sich das Gesamturteil zusammen

Das Gesamturteil beruht auf dem Teilergebnis Inhaltsstoffe. Weil gesättigte Kohlenwasserstoffe, zehn Pestizide in Spuren – darunter ein Insektengift – und Aromen enthalten sind, erhält das Barilla Pesto alla Genovese viele Minuspunkte. Damit lautet das Gesamturteil "ungenügend". Details zu Bewertung und Prüfmethoden lesen Sie auf der Infoseite zum Test im Abschnitt Testverfahren.

Der Test zeigt: Viele Pestos haben ein Problem mit Mineralölbestandteilen und Pestizidrückständen. Wir raten insgesamt von mehr als der Hälfte der getesteten Produkte ab. Die "besten" Pestos im Test sind "befriedigend".

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