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Optimale Glühwein-Temperatur: Heiß, aber bitte nicht zu heiß!

Autor: Lino Wirag | Kategorie: Essen und Trinken | 24.11.2020

Glühwein sollte schonend erwärmt werden, um den guten Geschmack zu bewahren.
Foto: CC0 / Unsplash.com / Hannah Pemberton

Auch wenn die meisten Weihnachtsmärkte in diesem Jahr ausfallen dürften, gehören Glühwein und Punsch für viele zur kalten Jahreszeit einfach dazu. Die Zubereitung am heimischen Herd stellt kein Problem dar. Trotzdem kann es nicht schaden, einige Tipps zu beachten.

Glühwein sollten Sie am besten selbst zubereiten und ihn möglichst frisch genießen, solange er noch sein ganzes Aroma enthält. Sie können das beliebte Wintergetränk aber auch abgefüllt in der Flasche oder im Tetrapak kaufen – in unserem letzten Glühwein-Test konnte allerdings nur rund die Hälfte der Produkte überzeugen.

Kalten Glühwein sollten Sie am besten in einem Topf gleichmäßig auf Trinktemperatur erwärmen, jedoch keinesfalls zum Kochen bringen. Sie sollten dabei allerdings keinen Topf aus Kupfer, Aluminium oder Eisen verwenden, empfehlen Behörden: Wird der Wein darin zu lange warmgehalten, könnten Metallrückstände in das Getränk übergehen. Auf Weihnachtsmärkten finden sich deshalb fast nur noch Durchlauferhitzer aus Edelstahl, in denen der Glühwein direkt vor dem Servieren auf Trinktemperatur erwärmt wird.

Die optimale Glühwein-Temperatur

Doch was ist eigentlich die beste Trinktemperatur für das beliebte Wintergetränk? Eine empfehlenswerte Glühwein-Temperatur liegt bei rund 70 Grad, so sollte er auch auf dem Weihnachtsmarkt ausgeschenkt werden. Wer sichergehen will, dass der Glühwein auch auf der heimischen Herdplatte die perfekte Temperatur hat, kann ein Küchenthermometer nutzen. Heiß sollte der gewürzte Rotwein also sein – aber nicht zu heiß.

Denn: Wenn der Glühwein im Topf zu blubbern beginnt, hat er seinen Siedepunkt überschritten, der – im Gegensatz zu Wasser – aufgrund des Alkoholgehalts nur bei rund 78 Grad liegt. Dann beginnt der Alkohol im Wein, zu verdampfen, was den Geschmack des Getränks beeinträchtigt (und natürlich auch die berauschende Wirkung abmildert).

Glühwein-Test: Nur jeder zweite Wein empfehlenswert

Wurde roter Glühwein zu heiß gekocht, verliert er nicht nur Alkohol und Aroma, sondern kann sich auch bräunlich verfärben, weil der Zucker im Getränk während des Siedens karamellisiert und die Gewürze verbrennen. Der Glühwein schmeckt dann entsprechend bitter und schal. Bei zu langem Erhitzen kann außerdem das Abbauprodukt Hydroxymethylfurfural (HMF) entstehen, dessen gesundheitliche Wirkungen noch nicht abschließend geklärt sind.

Am besten erhitzen Sie Glühwein deshalb nicht unnötig lange, sondern geben ihn in eine gut isolierende Thermoskanne, wenn er die optimale Temperatur erreicht hat. Auch das Aroma verflüchtigt sich in der Kanne nicht so schnell. Und: Auch wenn es nicht sehr stilvoll ist, kann (gekaufter) Glühwein auch tassenweise in der Mikrowelle erwärmt werden, um möglichst wenig Geschmack zu verlieren.

So muss frischer Glühwein schmecken

Woran sie guten Glühwein erkennen? Das frische Getränk sollte einen fruchtig-süßen und würzigen Geschmack haben. "Ein typischer Glühwein muss in erster Linie nach Zimt und Nelken schmecken", schreibt das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart. "Bei Glühweinen mit Kochton und fadem Geschmack liegt der Verdacht nahe, dass das Erzeugnis zu lange erhitzt wurde."

Glühwein ist übrigens auch in Bio-Qualität erhältlich, beispielsweise von den Marken "Heißer Hirsch" oder "Kunzmann". Angebrochene Glühweinpackungen halten sich etwa drei Tage im Kühlschrank, bei Raumtemperaturen vergärt das süße Getränk schnell. Originalverpackt kann Glühwein zwei Jahre aufgehoben werden.

Sie müssen selbstverständlich nicht auf gekaufte Produkte zurückgreifen, sondern können Glühwein auch selber machen: Wir haben drei Glühwein-Rezepte für Sie zusammengestellt.

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