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Nori-Blätter: Algenblätter für Sushi oft mit Schadstoffen belastet

Autor: Lena Pritzl | Kategorie: Essen und Trinken | 03.08.2020

Algenblätter sind vor allem im Sushi sehr beliebt – allerdings oft mit Schadstoffen belastet.
Foto: CC0 / Shutterbug75 / pixabay

Nori-Blätter sind für Sushi-Fans nicht wegzudenken: Die dunklen Meeresalgen geben den kleinen Maki Sushi ihre Form. Die Algenblätter sind allerdings vielfach mit Schadstoffen belastet, so das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

Algenblätter sind in der asiatischen Küche sehr beliebt. Auch in Deutschland werden immer mehr Meeresalgen verzehrt, vor allem im Sushi. Bei Sushi kommt meist die Rotalge Nori zum Einsatz. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) teilte jetzt mit, dass Algenblätter häufig mit Schadstoffen belastet sind.

Nori-Blätter: Schadstoffe nachgewiesen

Der Hintergrund: Die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer hatten 2018 in einem bundesweiten Monitoring-Programm getrocknete Algenblätter untersucht. Es war bereits die zweite Untersuchung dieser Art, die erste hatte fünf Jahre zuvor stattgefunden.

Die Labore prüften dabei 165 Proben getrockneter Meeresalgen auf verschiedene chemische Elemente. Nun wurden die neuen Ergebnisse veröffentlicht. Dabei traten vor allem Cadmium, Blei, Arsen und Aluminium in hohen Konzentrationen auf. Die Elemente gelten laut BVL als potenziell gesundheitsschädlich. Auch der Jodgehalt war oftmals zu hoch.

Diese Metalle steckten in Algenblättern

Cadmium: Beim Schwermetall Cadmium überschritt jede zehnte untersuchte Algenprobe den gesetzlichen Höchstwert von 3,0 Milligramm Cadmium pro Kilogramm getrocknete Alge, der in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden darf.

Blei: Die Labore wiesen einen hohen Bleigehalt nach. In rund jeder zehnten Probe steckten bis zu 10 Milligramm Blei pro Kilo Meeresalge. Ein gesetzlich zulässiger Höchstwert existiert jedoch noch nicht.

Arsen: Die Arsengehalte in den Algenproben lagen im Durchschnitt bei rund 25 Milligramm pro Kilogramm. Das sind hohe Werte, allerdings konnte fast ausschließlich organisch gebundenes Arsen nachgewiesen werden. Die gesundheitlichen Risiken dazu sind noch nicht abschließend geklärt.

Die laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) problematischen anorganischen Arsenverbindungen wurden zwar auch in fast jeder zweiten Probe nachgewiesen. Die Werte von 0,1 Milligramm pro Kilogramm Alge waren jedoch sehr gering.

Aluminium: Mit circa 100 Milligramm pro Kilo war der durchschnittliche Aluminiumgehalt der untersuchten Algen sehr hoch. Allerdings gilt ein Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht in der Woche als unbedenklicher Verzehr, so das BfR. Wer also nicht täglich mehrere Portionen Sushi oder Algen zu sich nimmt, hat kein erhöhtes Gesundheitsrisiko.

Bei den in den Proben gefunden Urankonzentrationen verhält es sich ähnlich: Das Uran in den Algen deckt nur 0,19 Prozent der täglichen tolerierbaren Aufnahmemenge ab und ist daher in der Regel gesundheitlich unbedenklich.

In vielen Nori-Blättern und anderen Algenblättern wurden potenziell gefährliche Inhaltsstoffe nachgewiesen.
In vielen Nori-Blättern und anderen Algenblättern wurden potenziell gefährliche Inhaltsstoffe nachgewiesen. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / milivanily)

Jodgehalt in Algenblättern ebenfalls sehr hoch

Neben den potenziell gesundheitsschädigenden Metallen wiesen die untersuchten Algen auch die Spurenelemente Jod, Zink, Selen, Mangan und Kupfer auf.

Bei den gefundenen Mengen an Zink, Kupfer, Selen und Mangan ist laut BVL von keinem gesundheitlichen Risiko auszugehen. Eine geringe Aufnahme der Spurenelemente ist für den menschlichen Organismus sogar notwendig.

Bei Jod sah das Laborergebnis jedoch anders aus: In über 75 Prozent der Algenproben wurde ein Jodgehalt von über 20 Milligramm pro Kilogramm Alge gemessen. Wichtig zu wissen: Das BfR empfiehlt nur eine maximale Menge von 0,5 Milligramm Jod am Tag. Ein dauerhafter Jodüberschuss kann zu einer Fehlfunktion der Schilddrüse führen.

Wenn Jodprodukte mit einem Jodgehalt von über 20 Milligramm pro Kilo aufgenommen werden, weist das laut BfR auf ein gefährliches Übermaß hin. Auf Produkten mit diesem oder einem höheren Jodgehalt müssen deshalb Warnhinweise stehen. In acht Prozent der Algenproben fehlten diese Warnhinweise und Verbraucherinformationen allerdings.

Unser Tipp: Kaufen Sie am besten nur Algenprodukte, auf denen der Jodgehalt sowie die maximale Verzehrmenge eindeutig angegeben sind. Grundsätzlich sollten Sie Meeresalgen nicht allzu oft verzehren.

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