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Mineralöl: Beliebte Milka Alpenmilch Schokolade nur "mangelhaft" im Test

Autor: Lena Wenzel | Kategorie: Essen und Trinken | 26.11.2019

Milka Alpenmilch im Test: Die Schokolade gehört zu den Produkten im Test, die durchfallen.
Milka Alpenmilch im Test: Die Schokolade gehört zu den Produkten im Test, die durchfallen. (Foto: ÖKO-TEST )

Eine lila-weiße Kuh ist seit Anfang der 1970er-Jahre die zentrale Werbefigur von Milka. Sie macht die Schokolade unverkennbar. Milka ist eine beliebte Traditionsmarke. In unserem Milchschokoladen-Test können wir die Sorte Alpenmilch allerdings nicht empfehlen. Was wir kritisieren.  

Milka gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Schokoladenmarken. Sehr viele Menschen dürften Milka-Produkte zu Hause in ihren Speisekammern oder Süßigkeitenschubladen liegen haben. Man verbindet die Traditionsmarke mit Qualität. Doch in unserem Schokoladen-Test gehört die Milka Alpenmilch zu den Testverlierern.

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Sie bewerten wir, wie fünf weitere Schokoladen im Test, mit dem Gesamturteil "mangelhaft". Nur eine Tafel schneidet mit "ungenügend" schlechter ab. Was sind die Gründe für das schlechte Testergebnis der Milka-Schokolade?

Mineralöl in Milka Alpenmilch im Test 

Wie 14 weitere Milchschokoladen im Test ist die Milka-Schokolade aus unserer Sicht stark mit Mineralölbestandteilen belastet. Genauer gesagt, steckten MOSH-Verbindungen in den getesteten Schokoladen. Das Problem: Diese gesättigten Kohlenwasserstoffe reichern sich im menschlichen Körper an. 

An den Inhaltsstoffen der Milka-Schokolade kritisieren wir neben den Mineralölbestandteilen auch das Aroma, das zugesetzt ist. Am Geschmack dagegen hatten wir wenig auszusetzen. Von möglichen 5 Punkten erreichte die Milka Alpenmlich Schokolade im Test 4,8 Punkte. Die Sensorik-Experten merkten an, dass die Milka-Sorte eine typische Schokoladennote besitzt und sich leicht sandig im Mund anfühlt. 

Woher stammt der Kakao für die Milka Alpenmilch?

Geht es um die Kakaoproduktion für die getestete Milka Alpenmilch, bemängeln wir die fehlende Transparenz. Denn Anbieter Mondelez legte uns nach Anfrage die Lieferkette nicht offen. Somit bleibt unklar, ob das Unternehmen weiß, von welchen Bauern der Kakao stammt, den sie für die Herstellung der Milka Alpenmilch verwenden. Das trifft im Test auch auf weitere Schokoladen-Anbieter zu: 22 von 25 legten die Lieferkette nicht komplett offen, neun lieferten gar keine Informationen.

Milchschokolade ist eine beliebte Süßigkeit. Wir haben 25 Tafeln getestet.
Milchschokolade ist eine beliebte Süßigkeit. Wir haben 25 Tafeln getestet. (Foto: jackmack43/Pixabay)

Laut Mondelez kommt ihr Kakao vorwiegend von der Elfenbeinküste und aus Ghana. Für die Aussage legte uns die Schokoladenfirma allerdings keinen Beleg vor. 

Weiter wissen wir nicht, ob Mondelez den Fairtrade-Mindestpreis für seinen Kakao zahlt. Unklar blieb das auch bei drei weiteren Anbietern im Test. 

Kritik an intransparenter Kakaoproduktion  

Entwaldung und verbotene Kinderarbeit sind in der Kakaoproduktion für die getestete Milka Alpenmilch nicht auszuschließen. Das Unternehmen legte uns auf Anfrage keine gegenteiligen Belege vor.

Zudem sehen wir es nicht als belegt an, dass sich das Unternehmen an sozialen Mindeststandards orientiert und hochgiftige Pestizide auf den Plantagen der Mondelez-Lieferanten verboten sind.

So reagierte Mondelez auf das Testergebnis: Der Süßwarenhersteller teilte uns mit, dass 63 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in den wichtigsten Herkunftsländern Ghana, Elfenbeinküste und Indonesien bereits kartiert wurden. Bis Ende 2019 sollen 100 Prozent kartiert sein. Mondelez sei zudem Mitglied in der Cocoa & Forest Initiative (CFI).

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So setzt sich das Gesamturteil zusammen 

Das Gesamturteil beruht auf den Teilergebnissen Inhaltsstoffe sowie Kakaoproduktion und Transparenz. Weil der Gehalt an Mineralölbestandteilen in der Milka-Schokolade aus unserer Sicht "stark" erhöht und Aroma zugesetzt ist, lautet das Teilergebnis Inhaltsstoffe "ausreichend". "Ungenügend" fällt das Teilergebnis Kakaoproduktion und Transparenz aus. Das liegt daran, dass die Kakaoproduktion aufgrund nicht ausreichender Informationen und Nachweise unserer Meinung nach intransparent ist.

Aus den Teilergebnissen Inhaltsstoffe sowie Kakaoproduktion und Transparenz ergibt sich das Gesamturteil "mangelhaft". Details zu Bewertung und Prüfmethoden lesen Sie hier auf der Seite zum Test im Abschnitt Testverfahren. 

Das zeigt der Test: Wir können nur zwei Schokoladen im Test mit dem Gesamturteil "gut" empfehlen. Sieben fallen mit "mangelhaften" oder "ungenügenden" Testergebnissen durch. Die Hauptprobleme im Test: Belastungen mit Mineralölbestandteilen und fehlende Transparenz in der Kakaoproduktion. Viele Hersteller legen ihre Lieferkette nicht bis zum Kakao-Bauern offen – die meisten können dies auch gar nicht, weil sie überhaupt nicht wissen, wer ihren Kakao produziert hat. 

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