1. oekotest.de
  2. News
  3. Hoffnung für Apfel-Allergiker: Diese Apfelsorten sind besser verträglich

Hoffnung für Apfel-Allergiker: Diese Apfelsorten sind besser verträglich

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Essen und Trinken | 19.11.2018

Hoffnung für Apfel-Allergiker: Diese Apfelsorten sind besser verträglich
(Foto: Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / pixel2013)

Wer unter einer Apfel-Allergie leidet, muss auf die gesunden, leckeren Früchte nicht verzichten. Wichtig ist allerdings die Wahl der richtigen Sorte.

Für Apfelliebhaber ist dieses Jahr ein Traumjahr: Die Apfelernte fiel grandios aus und auch die Qualität ist äußerst erfreulich, da sind sich die Obstbauern einig. Der Apfel zählt nach wie vor zu den beliebtesten Obstsorten. Auf der anderen Seite gibt es aber immer mehr Menschen, die auf Äpfel allergisch reagieren – besonders auf die Sorten, die im Supermarkt zu haben sind: Gala, Jonagold, Golden Delicious etc. 

Wissenschaftler der Berliner Charité haben nun in einer kleinen Pilotstudie untersucht, welche Äpfel Allergiker besser vertragen und ob sich eine Apfelallergie durch den Verzehr alter Apfelsorten positiv beeinflussen lässt.

Wichtigster Hinweis der Arbeit: Wer regelmäßig allergenarme Äpfel isst, könnte dadurch eine Toleranz gegenüber den neuen Sorten aus dem Supermarkt entwickeln. „Mit dieser Beobachtungsstudie haben wir zeigen können, dass es durchaus sinnvoll ist, sich bei einer Apfelallergie die Mühe zu machen, alte Apfelsorten wie Alkmene, Eifeler Rambur, Goldparmäne Gravensteiner, Jonathan und Boskoop zu finden und zu kaufen, da ein regelmäßiger Verzehr nach unserer Studie in der Lage ist, die bestehende Apfelallergie nicht vollkommen zu beseitigen, wohl aber die Beschwerden beim Essen von Äpfeln deutlich zu reduzieren“, erklärt der Leiter der Studie, Professor Karl-Christian Bergmann.

An der Untersuchung nahmen 63 Allergiker teil, die nach dem Essen eines Apfels einer weit verbreiteten Sorte (Golden Delicious) allergische Symptome zeigten. Drei Monate lang aßen die Teilnehmer täglich alte Apfelsorten mit einem hohen Polyphenolgehalt wie Alkmene, Goldparmäne und Roter Boskop. Am Ende der Studie aßen sie wiederum dieselbe „Problemapfelsorte“ wie am Anfang. Viele vertrugen den „Problemapfel“ jetzt besser und hatten auch in der darauffolgenden Heuschnupfen-Saison weniger Beschwerden. Der Grund hierfür: Wer auf Äpfel allergisch ist, reagiert auch auf Birkenpollen (Stichwort Kreuzallergie), da sich die Allergene stark ähneln.

Es spricht viel für die alten Apfelsorten

Dass immer mehr Menschen auf Äpfel allergisch reagieren, könnte laut der Charité-Studie also mit den Allerweltsäpfeln aus dem Supermarkt zu tun haben. Hier finden sich nur noch glänzende Sorten, die nicht so schnell braun werden und süß schmecken. Die Äpfel, die uns hier anlachen, zählen allesamt zu den neueren Züchtungen mit geringerem Polyphenol-Gehalt.

Wer seine Allergie gegen Äpfel bekämpfen möchte, kann das also mit Sorten mit viel Polyphenol versuchen. Der Schlüssel zum Erfolg, beziehungsweise zum unbeschwerten Apfelgenuss, sind die alten Apfelsorten. Hier gilt: Je saurer, desto besser wird der Apfel vertragen. Die alten Sorten sind zudem gesünder, sie enthalten mehr Vitamin C und mehr Pflanzenstoffe. Eine Apfelallergie ist also meist keine Allergie auf alle Äpfel, sondern nur auf bestimmte Sorten.

Verträgliche Sorten mit hohem Polyphenolgehalt:
1. Alkmene
2. Gewürzluiken
3. Gloster
4. Gravensteiner
5. Roter Boskop
6. Rubinette
7. Sankt Galler Klosterapfel

Sorten, die für Allergiker eher schlecht verträglich sind:
1. Braeburn
2. Elstar
3. Fuji
4. Gala
5. Golden Delicious
6. Granny Smith
7. Jonagold

Welche Apfelsorte ist wie verträglich? Das verrät die BUND Lemgo Apfelsortenliste. Verarbeitete Äpfel in Apfelmus und Apfelkuchen sind meist unproblematisch. Frische Äpfel werden von Allergikern besser vertragen als lang gelagerte. Da die meisten allergenen Stoffe unter der Schale sitzen, hilft auch Schälen.

Über die Erkenntnisse der Berliner Forscher dürften sich viele Allergiker freuen. Auch sie können mit dem Genuss alter Apfelsorten wieder nach dem Motto „An Apple a Day keeps the Doctor away“ leben. Denn Äpfel sind äußerst gesund! Ihre Ballaststoffe unterstützen das Immunsystem und fördern die Vermehrung von nützlichen Bakterien im Darm.

Quelle: www.ecarf.org

Weiterlesen auf oekotest.de:
Das ganze Jahr über liegen sie im Obstregal: immer knackig, immer frisch. Äpfel scheinen gar keine Saison zu kennen. Viele stammen aus Chile oder Neuseeland, aber auch deutsche Äpfel gibt es immer. Wir wollten wissen: Wie steht es um ihre Belastung mit Spritzgiften? Und wie um ihre Klimabilanz? 27 Äpfel im Test