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"Das schlimmste Unternehmen der Welt": Aldi, Edeka, Nestlé und McDonald’s sind gute Kunden

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Essen und Trinken | 16.07.2019

"Das schlimmste Unternehmen der Welt": Aldi, Edeka, Nestlé und McDonald’s sind gute Kunden
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / kc0uvb)

Von Aldi über Nestlé bis zu McDonald’s: Sie alle beziehen Produkte von Cargill. Der Konzern macht derzeit Schlagzeilen als "das schlimmste Unternehmen der Welt".

Aus Sicht der Umweltschutzorganisation Mighty Earth ist der US-Konzern Cargill "das schlimmste Unternehmen der Welt". Auch wenn die meisten Verbraucher hierzulande den Namen noch nie gehört haben: Viele große Supermarktketten und Fast-Food-Restaurants in Deutschland sind gute Kunden des Agrarriesen.

Kinderarbeit, Regenwaldzerstörung und Umweltverschmutzung

Der amerikanische Konzern soll für eine massive Verschmutzung der Umwelt, für Menschenrechtsverletzungen, Kinderarbeit und die Zerstörung der tropischen Regenwälder mitverantwortlich sein. Der Report von Mighty Earth wirft dem amerikanischen Unternehmen zudem skrupellose Geschäftspraktiken vor und verleiht ihm den Titel "das schlimmste Unternehmen der Welt".

"Wir wissen, dass das eine gewagte Behauptung ist", so Henry Waxman, Vorsitzender der NGO Mighty Earth. "Es gibt leider viele Unternehmen, die um diese zweifelhafte Ehre konkurrieren". 

Mighty Earth hat jahrelang recherchiert und auf der Basis von Behördenerkenntnissen und öffentlichen Verfahren gegen das Unternehmen eine Liste der Vergehen von Cargill erstellt. Der aktuelle Bericht ist 50 Seiten lang und listet eine ganze Sammlung von Verfehlungen auf, darunter:

  • Umweltverschmutzung durch gigantische Giftmüllmengen und den Einsatz von Schadstoffen wie Formaldehyd, Blei, Asbest und Quecksilber
  • Kinderarbeit auf Kakaoplantagen
  • Abholzung des Regenwalds für den Anbau von Soja
  • Unrechtmäßige Aneignung von Wald
  • Palmöl aus Kinder- und Sklavenarbeit
  • Landraub in Kolumbien
  • Diverse Verunreinigungen von Produkten mit Colibakterien, Salmonellen und Listerien
  • Preisfestsetzung
  • Falsche Angabe der Handelswerte, wegen der Cargill zu einer Geldstrafe von zehn Millionen USD verurteilt wurde.

Die komplette Liste (in englischer Sprache) finden Sie hier.

Was macht Cargill?

Cargill ist das größte Privatunternehmen in Familienbesitz in den USA. Der Konzern ist in 70 Ländern aktiv und beschäftigt 160.000 Mitarbeiter. Cargill baut in großen Mengen Getreide an und stellt Futtermittel für Rinder, Schweine und Geflügel her. Auch Öle, Fette, Süßungsmittel, Schokolade, Eierprodukte und Lebensmittelzusätze gehören zum Angebot.

Auf seiner deutschen Webseite präsentiert sich das Unternehmen als nachhaltig, umweltbewusst und vertrauenswürdig. 

Wo finden wir Cargill in deutschen Produkten?

Es ist fast unmöglich, Produkte von Cargill zu meiden, da der Agrarkonzern nicht namentlich auf den Produkten im Supermarkt erscheint. Letztlich ist Cargill aber in vielen, vielen Lebensmittel-Produkten aus dem Supermarkt drin: Zu den großen Kunden des Konzerns zählen laut Mighty Earth Aldi, Edeka, Danone, Unilever, Walmart, Burger King und McDonald’s.

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