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Buchweizen – das gesunde Pseudogetreide

Autor: Lena Pritzl | Kategorie: Essen und Trinken | 27.05.2020

Buchweizen ist – anders als der Namen vermuten lässt – kein Getreide
Foto: Ulada / Shutterstock

Seit Jahrhunderten wird Buchweizen in Europa angebaut – Zeit, dass das Pseudogetreide sein verstaubtes Image restlos ablegt. Denn Buchweizen ist gesund, verträglich und vielseitig.

  • Buchweizen ist kein Getreide, sondern zählt zu den Pseudogetreiden.
  • Buchweizenkörner können Sie in Wasser kochen oder rösten, Buchweizenmehl ist beim Backen vielseitig einsetzbar.
  • Buchweizen (auch Heidekorn genannt) enthält wertvolle Inhaltsstoffe, kein Gluten und kann sogar leichte Venenbeschwerden lindern.

Buchweizen ist – anders als der Name vermuten lässt – kein Getreide. Ebenso wie Quinoa bezeichnet man es daher als Pseudogetreide. Die Buchweizenpflanze zählt zur Familie der Knöterichgewächse und ist somit mit Sauerampfer verwandt. Die Buchweizenfrucht ist eine braune dreikantige Nuss, die den Bucheckern ähnelt. Daher kommt auch der Name Buchweizen. Das Korn der Pflanze enthält weißes, stärkereiches Mehl.

Buchweizen, auch Heidekorn oder Heidegraupen genannt, ist eine einjährige krautige Pflanze. Ursprünglich stammt sie aus Asien. Die frühesten Hinweise auf Buchweizenanbau in Deutschland stammen bereits aus dem Mittelalter.

Buchweizen ist eine krautige Pflanze mit einer langen Blütezeit, sie wird seit Jahrhunderten in Europa angebaut.
Buchweizen ist eine krautige Pflanze mit einer langen Blütezeit, sie wird seit Jahrhunderten in Europa angebaut. (Foto: CC0 / pixabay / Efraimstochter)

Buchweizen bevorzugt lockere, sandige Böden und ist eine wärmeliebende Pflanze, die Minusgrade nicht gut verträgt. Bauern verwenden Buchweizen oft als Zwischenfrucht, weil sie schnell wächst. Da das Kraut lange blüht, eignet es sich auch gut als Bienenweide.

Buchweizen: Nahrhaftes Mehl und Körner

Es können sowohl die Körner von Buchweizen gegessen werden als auch das zu Mehl verarbeitete Korn. Buchweizen hat einen nussigen Geschmack. Die Blätter werden vorrangig für pharmazeutische Zwecke verwendet (Quelle: Technologie- und Förderzentrum Bayern).

Ist Buchweizen gesund?

Buchweizen besteht hauptsächlich aus Kohlenhydraten und Eiweiß, enthält aber weitere wichtige Nährstoffe wie Kalzium, Magnesium, Kalium, Eisen und Zink. Außerdem sind in Buchweizen wichtige Vitamine zu finden.

Da Buchweizen kein Getreide ist, enthält es auch nicht das Getreideeiweiß Gluten. Es eignet sich damit gut als Kohlenhydratelieferant bei einer Glutenunverträglichkeit.

Jetzt lesen: Glutenfreie Lebensmittel im Test

Die glykämische Last eines Lebensmittels gibt an, wie schnell das Lebensmittel den Blutzuckerspiegel steigen lässt. Der Glykämische Index von Buchweizen ist etwas höher als der von Quinoa, jedoch niedriger als bei Weizen. Menschen mit Blutzuckerproblemen können somit auch zu Buchweizen greifen.

Buchweizen enthält zudem Flavonoide, sekundäre Pflanzenstoffe. Diese wirken zum einen entzündungshemmend, zum anderen verbessern sie wohl die Durchblutung in den Blutgefäßen. Buchweizen kann deshalb bei leichten Venenleiden helfen.

Die Buchweizenkörner sind dreikantig und ähneln Bucheckern – daher auch der Name Buchweizen.
Die Buchweizenkörner sind dreikantig und ähneln Bucheckern – daher auch der Name Buchweizen. (Foto: CC0 / pixabay / F_A)

Sie sollten Buchweizen jedoch geschält kaufen oder gründlich waschen. Denn der rote Farbstoff in der Schale kann die Haut lichtempfindlicher machen und damit unter Umständen zu Hautirritationen in der Sonne führen.

>> Lesen Sie auch unseren Beitrag zu den wichtigsten Ur- und Pseudogetreide.

Buchweizen richtig kochen

Geröstete Buchweizenkörner schmecken zum Beispiel lecker in Salaten oder im Müsli. Buchweizenmehl können Sie zum Brotbacken, für Pfannkuchen oder als Brei zubereiten. Buchweizenmehl ist damit eine gute Alternative zu Weizenmehl.

Buchweizen wird ähnlich wie Reis in Wasser gekocht und schmeckt als Beilage zu vielen Gerichten.

  1. Setzen Sie die Buchweizenkörner mit der doppelten Menge an kaltem Wasser in einem Topf auf.
  2. Lassen Sie den Buchweizen aufkochen. Sobald das Wasser kocht, reduzieren Sie die Hitze.
  3. Lassen Sie die Buchweizenkörner so lange köcheln, bis sie das gesamte Wasser aufgenommen haben.
  4. Anschließend nehmen Sie den Buchweizen vom Herd und lassen ihn am besten noch kurz ruhen, bevor Sie ihn servieren.

Unser Tipp: Lassen Sie die Buchweizenkörner keimen, und verwenden Sie sie anschließend als Beilage im Müsli oder Salat.

Buchweizen zubereiten: Blinis, Poffertjes und Sojanudeln

Buchweizen wird in vielen Teilen Europas angebaut und je nach Region unterschiedlich zubereitet. Buchweizengrütze ist in Osteuropa, vor allem in Russland, Polen und der Ukraine sehr beliebt. Russen bereiten außerdem Blinis, kleine Pfannkuchen, oft aus Buchweizenmehl zu.

In Frankreich wird Buchweizen für Galettes, eine Art pikante Crepes, verwendet. In den Niederlanden werden Poffertjes, süße Pfann- bzw. Eierkuchen, aus einer Mischung aus Buchweizen- und Weizenmehl gebacken. In Italien und der Schweiz wird Buchweizen für Polenta verwendet.

Buchweizenkörner schmecken lecker im Müsli, vor allem in Osteuropa ist auch Buchweizengrütze ein beliebtes Frühstück.
Buchweizenkörner schmecken lecker im Müsli, vor allem in Osteuropa ist auch Buchweizengrütze ein beliebtes Frühstück. (Foto: CC0 / pixabay / c11116)

Auch in Japan ist Buchweizen beliebt: Sobanudeln (ähnlich wie Spaghetti) sind aus Buchweizenmehl hergestellt.

Buchweizen kaufen

Buchweizen können Sie im (Bio-)Supermarkt, in Naturkostläden und auch in Drogerien kaufen. Dort können Sie ebenfalls bereits fertige Buchweizengrütze kaufen. Am besten wählen Sie Bio-Buchweizen, um den ökologischen Anbau zu unterstützen und eine Schadstoffbelastung des Produkts zu vermeiden.

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