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Bärlauch erkennen und ernten: So verwechseln Sie ihn nicht mit giftigen Doppelgängern

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Essen und Trinken | 04.05.2021

Bärlauch verströmt seinen Duft ab März, Sie sollten ihn jedoch nicht mit giftigen Maiglöckchen verwechseln.
Foto: Fotos: CC0 Public Domain / Pixabay - anaterate, hans, IgorKon

Bärlauch ist ein typischer Frühlingsbote. Sein aromatischer Geruch lockt von März bis Mai Bärlauch-Fans in den Wald und auf die Wiese. Doch Vorsicht: Beim Sammeln droht Verwechslungsgefahr.

  • Bärlauchsaison ist von Anfang März bis Mitte Mai. Anfang Mai beginnt der Bärlauch zu blühen, dann schmeckt er nicht mehr.
  • Bärlauch kann leicht mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlose verwechselt werden. Um Bärlauch zu erkennen hilft folgende Faustregel: Bärlauch-Blätter riechen beim Zerreiben nach Knoblauch, die Blätter von Maiglöckchen und Herbstzeitlose nicht.
  • Vergiftungsunfälle können tödlich enden.

Der Bärlauch (Allium ursinum) mit seinen kräftig grünen Blättern und dem würzigen Knoblauchduft ist in der Frühlingsküche sehr beliebt. Kaum sprießt das zarte Grün, schwärmen jede Menge Gourmets aus, um den wild wachsenden Bruder des Knoblauchs zu sammeln und zu Pesto, Kräuterbutter, Salaten und Suppen zu verarbeiten.

Wild wachsender Bärlauch sprießt mit den ersten Sonnenstrahlen im Frühling in halbschattigen Laubwäldern, auf schattigen, feuchten Wiesen und an Bächen. Jetzt im März wächst der Bärlauch bereits, in wenigen Wochen können Sie ihn pflücken.

Die "Hexenzwiebel" oder der "Waldlauch" – wie der Bärlauch auch genannt wird – ist sehr gesund: Das Kraut enthält viel Vitamin C, Magnesium und Eisen. Bärlauch wirkt beruhigend bei Magen- und Darmbeschwerden und kann helfen, Blutdruck und Cholesterin zu senken. Das in Bärlauch und Knoblauch enthaltene Allicin gilt als natürliches Antibiotikum. Bärlauch hat gegenüber Knoblauch allerdings einen großen Vorteil: Er verursacht keine unangenehmen Gerüche. Lesen Sie dazu auch: Was hilft gegen Knoblauchgeruch – Tipps gegen die Geruchsbelästigung.

Bärlauch erkennen und von ähnlichen Pflanzen unterscheiden

Beim Sammeln von Bärlauch müssen Sie vorsichtig sein, dass Sie nicht aus Versehen die giftigen Doppelgänger erwischen: das Maiglöckchen oder die Herbstzeitlose.

Wie unterscheidet man Bärlauch von Maiglöckchen und Herbstzeitlose?

Den schmackhaften Bärlauch vom giftigen Maiglöckchen oder der äußerst giftigen Herbstzeitlosen zu unterscheiden, ist auf den ersten Blick nicht ganz einfach. Alle drei Frühlingspflanzen haben breite, ovale Blätter. Wer die charakteristischen Unterschiede kennt, wird den Bärlauch und seine giftigen Doppelgänger jedoch sicher auseinanderhalten können:

  • Bärlauch-Blätter riechen beim Zerreiben typisch nach Knoblauch. Die Blätter der Maiglöckchen und Herbstzeitlosen sind geruchslos. 
    Aber Achtung: Der Geruchstest funktioniert nur beim ersten Mal. Der intensive Duft haftet an den Fingern und verfälscht die folgenden Duftproben.
  • Bärlauch hat eine matte Blattunterseite, Maiglöckchen haben eine glänzende. Bei der Herbstzeitlosen glänzen sowohl Blattunterseite als auch Blattoberseite grün.
  • Bärlauchblätter haben jeweils nur einen Stil, der aus dem Boden wächst. Bei Maiglöckchen wachsen immer zwei Blätter an einem Stil und umfassen ihn wie einen Mantel. Die Herbstzeitlosenblätter wachsen in einer Rosette und ohne Stile direkt aus dem Boden.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie wirklich die richtige Pflanze ernten, können Sie Bärlauch auch im Gemüseladen oder auf dem Wochenmarkt kaufen. 

Was tun bei Verwechslung?

Sollte es trotz aller Vorsicht nach dem Verzehr zu Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit und Durchfällen kommen, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Hier finden Sie die Telefonnummern der Giftzentralen: Informationszentrale gegen Vergiftungen.

Bärlauch schmeckt frisch in Salaten oder Kräuterbutter am intensivsten.
Bärlauch schmeckt frisch in Salaten oder Kräuterbutter am intensivsten. (Foto: Shutterstock / FotoHelin)

Bärlauch richtig ernten

Im Süden Deutschlands wächst Bärlauch in zahlreichen Wäldern und Wiesen, in Brandenburg und Hamburg steht er allerdings auf der Roten Liste und wird als "vom Aussterben bedroht" eingestuft, in Bremen gilt Bärlauch als extrem selten.

Für die Bärlauchernte gilt:

  • In Naturschutzgebieten darf prinzipiell kein Bärlauch gepflückt werden.
  • Pflücken Sie pro Pflanze nur ein Blatt, dann kann diese gut weiterwachsen.
  • Ernten Sie nur so viel, wie Sie selbst zum Essen benötigen.
  • Wenn die Bärlauchpflanze mit dem Blühen beginnt, verlieren die Blätter ihr Aroma. Damit ist die Bärlauch-Saison für dieses Jahr beendet.

Tipps für die Frühjahrsküche

Da Bärlauch beim Kochen schnell seinen aromatischen Geschmack verliert, sollten Sie ihn am besten roh genießen: klein geschnitten im Salat, in der Kräuterbutter oder in einer der vielen Bärlauch-Pesto-Varianten, die Sie in wenigen Schritten selbst zubereiten können.

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