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Achtung: Früherdbeeren sind eine Gefahr für die Umwelt

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Essen und Trinken | 14.04.2019

Achtung: Früherdbeeren sind eine Gefahr für die Umwelt
(Foto: Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / AlbanyColley & Couleur)

Verführerisch rot strahlen uns die ersten Erdbeeren in den Supermärkten an. Doch die Früchte sind weitgereist – und damit alles andere als nachhaltig. Die meisten Erdbeeren kommen aus Spanien, wo ihr Anbau die Umwelt schädigt.

In den Supermärkten locken die ersten Früherdbeeren. Gerade wenn es sich um Bio-Ware handelt, meldet sich das schlechte Gewissen seltener. Aber die beliebten Süßfrüchte – ob bio oder nicht  haben einen weiten Weg hinter sich. 100.000 Tonnen Erdbeeren werden Jahr für Jahr aus dem Ausland importiert

Die meisten Früchte stammen aus Spanien, großteils aus der Region um Huelva im Südwesten des Landes. Früher gab es hier riesige Pinienwälder, heute reiht sich in einer der trockensten Regionen Spaniens auf mehr als 5.300 Hektar Erdbeerplantage an Erdbeerplantage.

Erdbeerplantagen zerstören UNESCO-Weltkulturerbe

Erdbeeren sind durstige Früchte: Durchschnittlich braucht ein Kilo Erdbeeren 276 Liter Wasser, so die Vereinigung Deutscher Gewässerschutz. Im Süden benötigen die empfindlichen Früchte deutlich mehr. Wasser ist im Süden Spaniens aber Mangelware. Der Wasserbedarf für die Bewässerung der Erdbeerplantagen ist so hoch, dass immer mehr und immer tiefere Brunnen gegraben werden müssen, eine Vielzahl davon illegal. Nach Schätzungen des WWF wird etwa die Hälfte der Felder durch illegale Brunnen bewässert. Das spanische Umweltministerium geht von rund 500.000 solcher Brunnen in ganz Spanien aus.

Die Folge: Der Grundwasserspiegel sinkt bedrohlich, die ganze Region trocknet aus. Vor allem der Nationalpark Coto de Doñana leidet inzwischen massiv unter der Wasserknappheit. Der Park gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und ist Spaniens wichtigstes Feuchtgebiet. Hier leben Millionen Vögel, Zugvögel nutzen die Region zum Überwintern.

EU verklagt Spanien

Nach einer Beschwerde des spanischen WWFs will die Europäische Kommission Spanien jetzt vor den Europäischen Gerichtshof bringen. Der unzureichende Schutz des Nationalparks verstößt gegen die EU-Wasserrahmenrichtlinie. "Weder das Umweltministerium, noch die andalusische Regierung oder die andalusischen Gemeinden haben etwas getan, um die illegale Wasserentnahme zu verhindern, die die Feuchtgebiete von Doñana austrocknet", so der WWF. Außerdem führt die intensive Landwirtschaft beim Erdbeeranbau auch zu einer hohen Nitratbelastung des Wassers.

Was Erdbeerfreunde außerdem wissen müssen

  • Die Klimabilanz von Früherdbeeren ist schlecht. Wissenschaftler haben die Klimabilanz konventioneller spanischer Früherdbeeren untersucht. Demnach verursacht eine 500-Gramm-Schale vom Anbau bis zum Verzehr knapp 400 Gramm Kohlenstoffdioxid, 140 Gramm entstehen allein durch den Transport.
  • Erdbeeren aus dem Gewächshaus haben generell eine schlechte Klimabilanz, auch wenn die Gewächshäuser in Deutschland stehen. Für das Beheizen wird viel Energie benötigt.
  • Weil Erdbeeren so empfindlich sind, wird im konventionellen Anbau viel Chemie eingesetzt, um die Früchte vor Pilzkrankheiten und Fäule zu schützen. Und damit wird die eigentlich äußerst gesunde Erdbeere plötzlich zum Gesundheitsrisiko. Unser Test 2018 zeigte: Nur 3 von 30 Erdbeer-Proben aus Supermärkten und Discountern war pestizidfrei. In der Hälfte der untersuchten Früchte steckten besonders bedenkliche Pestizide, die zum Teil als krebserregend gelten.

Zum Weiterlesen: 10 Erdbeeren im Test

Das müssen Sie über Bio-Erdbeeren wissen 

Bei Bio-Erdbeeren werden keine Pestizide eingesetzt, ein klarer Vorteil gegenüber konventioneller Ware. Kommen die Erdbeeren aber aus dem Gewächshaus oder sogar aus dem Ausland, ist ihre Klimabilanz genauso schlecht wie die konventioneller Erdbeeren.

Die nachhaltigste Erdbeere kommt aus dem eigenen Garten oder vom Bio-Feld in der Nähe. Auch wenn Sie sich bis dahin noch ein bisschen gedulden müssen: Es lohnt sich, auf heimische Bio-Erdbeeren zu warten. Die Haupterntezeit der Erdbeere beginnt im Juni und dauert ungefähr sechs Wochen bis Mitte oder Ende Juli. In dieser Zeit schmecken die roten Früchte garantiert am besten!

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