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Weihnachtsstern richtig pflegen: So blüht die sensible Zimmerpflanze bis ins neue Jahr

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Bauen und Wohnen | 24.11.2021

Weihnachtsstern richtig pflegen: Tipps für ein langes Leben der Pflanze
Foto: Shutterstock / New Africa

Weihnachtssterne passen mit ihren roten, weißen oder gelben Blättern perfekt zur Weihnachtszeit. Leider lässt die empfindliche Zimmerpflanze häufig schon vor Weihnachten die Blätter fallen. Schuld daran ist meist falsche Pflege. Unsere Tipps für Hobbygärtner sorgen dafür, dass Ihr Weihnachtsstern lange blüht – und nach Weihnachten nicht entsorgt werden muss.

  • Weihnachtssterne sind mehrjährige Pflanzen und können problemlos viele Jahre für Freude sorgen. 
  • Weihnachtssterne dürfen auf keinen Fall zu stark gegossen werden. Gießen Sie erst, wenn die obere Erdschicht ganz trocken ist.
  • Beim Kauf sollten Sie unbedingt auf Bio-Pflanzen ohne Pestizide, Stauchungsmittel und Torf achten. 

Der Weihnachtsstern (auch Christstern oder Adventsstern genannt) ist eine der beliebtesten Zimmerpflanzen, zumindest zur Weihnachtszeit. Häufig wird die leuchtende Pflanze aber nicht richtig gepflegt und landet direkt nach dem Jahreswechsel im Müll. Dabei kann die immergrüne Topfpflanze problemlos über den Sommer gebracht werden.

Weihnachtsstern jetzt im Winter richtig pflegen 

Mit diesen Tipps bringen Sie Ihren wunderschön leuchtenden Weihnachtsstern gut durch den Winter. Weiter unten erklären wir Ihnen, wie Sie die Pflanze übersommern können – damit Sie im kommenden Jahr keinen neuen Weihnachtsstern kaufen müssen.

Gut zu wissen: Wenn Ihr Weihnachtsstern schon vor Weihnachten Blätter verliert, ist das ein Hinweis darauf, dass es ihm zu kalt ist oder er zu viel Wasser bekommt.

Diesen Standort braucht der Weihnachtsstern

Als Tropenpflanze liebt der Weihnachtsstern einen warmen und hellen Standort. Optimal sind gleichmäßig warme Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad und Fenster, die nach Osten oder Westen zeigen. Bei Fenstern, die nach Süden ausgerichtet sind, kann die direkte Mittagssonne zu Verbrennungen der Blätter führen.

Zugluft und ein Platz direkt über oder an der Heizung bekommen dem Weihnachtsstern gar nicht. Wenn Sie im Winter lüften, sollten Sie den Weihnachtsstern für diese Zeit an ein Plätzchen ohne Zugluft stellen.

Achten Sie beim Transport vom Gartencenter nach Hause darauf, dass es der empfindlichen Pflanze mit den farbenfrohen Hochblättern nicht zu kalt wird. Der Weihnachtsstern verträgt kalte Temperaturen nicht – auch nicht für kurze Zeit – und kann schnell Schaden nehmen.

Der Weihnachtsstern sollte beim Kaufen Knospen haben.
Der Weihnachtsstern sollte beim Kaufen Knospen haben. (Foto: CC0 / Pixabay / stux)

Den Weihnachtsstern richtig gießen

Versorgen Sie den Weihnachtsstern nur mäßig mit Wasser und vermeiden Sie Staunässe, die zu Wurzelfäule führen kann. Sie können den Wurzelballen auch aus dem Übertopf nehmen und einige Minuten ins Wasser tauchen.

Überschüssiges Wasser sollten Sie ablaufen lassen, bevor Sie die Pflanze wieder in den Übertopf stellen. Gießen Sie die Zimmerpflanze am besten mit zimmerwarmem Wasser – und erst dann, wenn die obere Erdschicht ganz trocken ist. 

Dünger für den Weihnachtsstern

Spendieren Sie dem Weihnachtsstern im Winter alle zwei Wochen kaliumreichen Dünger. Im Sommer sollten Sie sogar wöchentlich düngen, am besten mit einem Volldünger.

    Die kleinwüchsigen Weihnachtssterne aus dem Gewächshaus sind äußerst kälteempfindlich.
    Die kleinwüchsigen Weihnachtssterne aus dem Gewächshaus sind äußerst kälteempfindlich. (Foto: Shutterstock / Yuliasis)

    Worauf Sie beim Kauf achten sollten

    • Achten Sie beim Kauf auf kräftige und dunkelgrüne Blätter. Die gelbgrünen Blätter in der Mitte der farbigen Hochblätter sollten Knospen haben. Sind die Knospen bereits geöffnet oder fehlen sie ganz, hat die Pflanze die Blütezeit bereits hinter sich und sorgt voraussichtlich nur kurz für Freude.
    • Bei Supermärkten stehen die empfindlichen Pflanzen häufig im zugigen Eingangsbereich oder sogar im Außenbereich. Kaufen Sie besser eine Pflanze, die im Warmen stand.
    • Transportieren Sie den Weihnachtsstern in gut verpacktem und geschütztem Zustand. Er ist sehr kälteempfindlich und kann im schlimmsten Fall auf dem Heimweg einen Frostschaden bekommen.
    • Pflanzen mit gelben oder eingerollten Blättern sollten Sie nicht mit nach Hause nehmen. Kaufen Sie auch keine Pflanzen, die mit Glitzer besprüht wurden. Die Deko ist sowohl schlecht für die Umwelt als auch für die Pflanze.
    • Kaufen Sie keine Billigpflanzen, sondern hochwertige Ware vom Gärtner oder aus dem Garten-Fachmarkt. Am besten sind Bio-Weihnachtssterne.

    Weihnachtsstern: Besser ohne Torf und Pestizide

    Die Jungpflanzen werden laut BUND in Lateinamerika oder Afrika meist mit hohem Pestizidaufwand gezogen, chemische Stauchungsmittel sorgen für kompakten Wuchs. Einige der verwendeten Pestizide sind in Europa längst nicht mehr zugelassen, die Arbeiterinnen in den Aufzuchtländern sind ihnen jedoch weiterhin ausgesetzt.

    Kaufen Sie Weihnachtssterne in torffreier Erde. Der Abbau von Torf zerstört artenreiche Lebensräume und setzt CO2 frei.

    Weihnachtssterne gibt es nicht nur in Rot, sondern in nahezu allen Farbtönen.
    Weihnachtssterne gibt es nicht nur in Rot, sondern in nahezu allen Farbtönen. (Foto: CC0 / Pixabay / PublicDomainPictures)

    Inzwischen gibt es auch Weihnachtssterne aus Bio-Anbau. Die Bio-Siegel garantieren den Verzicht auf Pestizide, Stauchungsmittel und Torf. Es gibt die Bio-Weihnachtssterne in Naturkostläden, auf Märkten, in Hofläden der Produzenten, in Bio-Gärtnereien und immer öfter auch im Gartencenter. 

    Mittlerweile gibt es auch Weihnachtssterne mit Fairtrade-Siegel. Hier ist die Einhaltung von Arbeitsschutz- und Umweltstandards garantiert, die Pflanzen werden ohne Kinderarbeit und unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen gezüchtet, die Arbeiter enthalten eine faire Bezahlung.

    Tipps fürs Übersommern des Weihnachtssterns

    Nach der Weihnachts- und Blütezeit benötigt die immergrüne Pflanze eine Ruhezeit von ungefähr zwölf Wochen, am besten an einem kühlen, eher dunklen Ort. Gießen sollten Sie in dieser Zeit sehr zurückhaltend.

    Wenn es im Mai wärmer wird und kein Nachtfrost mehr droht, können Sie die verblühten Triebe zurückschneiden und den Adventsstern auf den Balkon, die Terrasse oder in den Garten stellen. Jetzt ist die beste Zeit für einen größeren Topf und neue Erde.

    >> Zum Weiterlesen: Bitte ohne Torf! Warum Sie keine Torferde verwenden sollten

    Im Sommer gefällt es dem Weihnachtsstern am besten an einem halbschattigen Platz im Freien. Bei guter Pflege wachsen jetzt viele grüne Blätter nach. Auch im Sommer sollte die Pflanze aus der Familie der Wolfsmilchgewächse nicht zu viel Wasser bekommen. 

    Damit sich die Hochblätter auf Weihnachten hin wieder verfärben und sich neue Blüten bilden, sollte der Weihnachtsstern im Herbst nicht mehr als zwölf Stunden Licht am Tag bekommen. Stellen Sie die Pflanze von Anfang Oktober bis Ende November den halben Tag ins Dunkle oder decken Sie sie ab, zum Beispiel mit einem großen Eimer oder Karton. Auf diese Weise imitieren Sie die kurzen Tage, die die Pflanze aus ihrer eigentlichen Heimat in Äquatornähe kennt.

    Was Sie über den Weihnachtsstern wissen sollten 

    • Der Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) kommt ursprünglich aus Südamerika. Dort wächst er als immergrüne Strauchpflanze, die bis zu vier Meter hoch werden kann. Die Pflanzen, die bei uns zur Weihnachtszeit für bunte Farbkleckse sorgen, stammen aus dem Gewächshaus und sind eher kleinwüchsig.
    • Die farbigen Blätter sind nicht etwa Blütenblätter, sondern verfärbte Hochblätter. Die Blüte des Weihnachtssterns sitzt mittig zwischen den farbigen Blättern und ist eher unscheinbar.
    • Besonders beliebt sind Weihnachtssterne in klassischem Rot, inzwischen gibt es auch viele andere Farbtöne von Weiß über Rosa bis Gelb.
    • Der Weihnachtsstern ist frostempfindlich und damit nicht winterhart.
    • Gelbe Blätter deuten darauf hin, dass der Weihnachtsstern zu wenig Licht bekommt.
    • Achten Sie darauf, dass Kinder und Haustiere keine Teile der Pflanze verzehren. Der Milchsaft gilt als leicht toxisch und kann zu vergiftungsähnlichen Symptomen und Hautreizungen führen.

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