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Trauermücken bekämpfen: So schützen Sie Ihre Pflanzen vor den kleinen Fliegen

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Bauen und Wohnen | 20.07.2021

Wir zeigen Ihnen sechs Hausmittel, um Trauermücken zu bekämpfen.
Foto: Shutterstock / Tomasz Klejdysz

Bei Trauermücken handelt es sich um kleine schwarze Fliegen, die auf den ersten Blick Obstfliegen ähneln. Die Larven von Trauermücken ernähren sich bevorzugt von Pflanzenwurzeln. Hier erfahren Sie, wie Sie die kleinen Schädlinge bekämpfen und wie Sie einem neuen Trauermückenbefall vorbeugen.

  • Trauermücken vermehren sich in der Erde von Zimmerpflanzen. Für den Menschen sind die kleinen, schwarzen Fliegen ungefährlich, für Zimmerpflanzen können vor allem ihre Larven schädlich werden.
  • Da sich die Tiere rasant vermehren, muss ein Befall unbedingt behandelt werden.
  • Gegen die kleinen Schädlinge helfen diverse natürliche Mittel wie Streichhölzer, Quarzsand und Nematoden.

Kleine schwarze Fliegen, die durch die Luft schwirren: Hier kann es sich um Fruchtfliegen handeln – oder, wenn sie sich in der Nähe von Zimmerpflanzen befinden, um Trauermücken. Die gute Nachricht lautet: Trauermücken sind zwar lästig – für den Menschen aber völlig ungefährlich. Sie stechen nicht und übertragen keine Krankheiten. Die schlechte Nachricht lautet: Von alleine verschwinden die kleinen Fliegen leider nicht.

Trauermücken sehen es auf Zimmerpflanzen ab

Trauermücken (Sciaridae) gelten nur als Schädlinge, wenn sie Zimmerpflanzen befallen. In der freien Natur sind sie sogar äußerst nützlich, die Larven der Trauermücke zählen zu den wichtigsten Laub zersetzenden Organismen in Wäldern und stellen ein wichtiges Glied in der Nahrungskette dar.

Trauermücken haben eine Lebensdauer von nur wenigen Tagen. Kurz vor ihrem Lebensende legen die Weibchen bis zu 200 Eier ab, aus denen nach nur einer Woche bereits Larven schlüpfen. Diese Larven ernähren sich dann von der Erde und leider auch von den Wurzeln vieler Pflanzen.

Grund für einen Trauermückenbefall bei Zimmerpflanzen ist meist zu ausgiebiges Gießen. Nicht selten werden die lästigen Insekten auch mit minderwertiger Blumenerde, in der sich bereits Eier oder Larven der Schädlinge, eingeschleppt.

Trauermücke und Fruchtfliege unterscheiden 

Auf den ersten Blick ist es schwierig, Trauermücken von Fruchtfliegen zu unterscheiden. Beide Fliegenarten sind schwarze, äußerst kleine Zweiflügler.

Trauermücke:

  • Größe: 1 bis 7 Millimeter
  • Die Trauermücke ist schwarz und schlank, ihre Beine sind lang.
  • Die Larven sind grauweiß und 6 bis 7 Millimeter groß.
  • Trauermücken sind im Umfeld von Topfpflanzen zu finden.

Fruchtfliege:

  • Größe: 1 bis 6 Millimeter, meist ist sie 2 bis 3 Millilmeter groß.
  • Obstfliegen sind eher braun und nicht ganz so schlank wie Trauermücken.
  • Sie lieben überreifes und beschädigtes Obst.

Trauermücken bekämpfen – 6 Methoden

Da die Mücken nicht von alleine verschwinden, sollten Sie aktiv werden. Diese Methoden helfen, Trauermücken loszuwerden: 

1. Betroffene Pflanzen in Quarantäne

Überprüfen Sie, welche Pflanzen betroffen sind. Für einen Trauermückenbefall gibt es zwei Anzeichen:

  • Um die Pflanze schwirren viele kleine Mücken herum. Wenn Sie gießen, steigen die kleinen Fliegen auf.
  • Im Wurzelbereich sind viele Larven zu finden. 

Betroffene Pflanzen sollten Sie unbedingt isolieren und weiter behandeln.

2. Trauermücken bekämpfen mit Quarzsand

Bedecken Sie die Blumenerde von befallenen Pflanzen mit einer Schicht von ein bis zwei Zentimetern Quarzsand. So können die Fliegen ihre Eier nicht mehr in der feuchten Erde ablegen.

3. Gelbtafeln/Gelbsticker gegen Trauermücken 

Gelbsticker kommen ohne Insektizide aus, an ihnen bleiben Trauermücken kleben und sterben.
Gelbsticker kommen ohne Insektizide aus, an ihnen bleiben Trauermücken kleben und sterben. (Foto: Shutterstock / MarcOliver_Artworks)

Die insektizidfreien Gelbsticker gibt es im Drogeriemarkt oder Gartencenter zu kaufen. Stecken Sie die gelben Klebefallen in die Erde der betroffenen Pflanzen. Die helle, leuchtende Farbe lockt die Fliegen an, die dann auf dem Spezialleim kleben bleiben und sterben. Allerdings können Sie auf diese Art nur erwachsene Trauermücken bekämpfen, den Larven können die Gelbsticker nichts anhaben.

4. Streichhölzer töten Trauermücken

Platzieren Sie zwei bis drei abgebrannte Streichhölzer mit dem Kopf nach unten in der Erde. Der Zündkopf enthält Schwefel, der die Larven tötet und ein weiteres Einnisten verhindert. Nach einigen Tagen sollten Sie die Streichhölzer durch neue ersetzen.

5. Einsatz von Nematoden bei Trauermücken

Nematoden sind eine nachhaltige Methode, um Trauermücken zu bekämpfen. Bei Nematoden handelt es sich um winzig kleine Fadenwürmer, die die Trauermückenlarven befallen und töten. Die Nematoden gibt es im Gartenfachmarkt oder Baumarkt zu kaufen.

Sie werden einfach ins Gießwasser gegeben und zwei bis drei Wochen angewendet. Wichtig zu wissen: Für den Menschen, Pflanzen und andere Tiere sind Nematoden völlig ungefährlich.

6. Erde austauschen

Bei einem starken Trauermückenbefall sollten Sie die Erde der Topfpflanzen komplett austauschen. Befreien Sie die Wurzeln sorgfältig von der Erde und topfen Sie die Pflanzen in frische Erde um. Denken Sie daran, auch die Blumentöpfe gründlich zu säubern.

Wenn Sie sicher gehen möchten, dass die Blumenerde garantiert frei von Trauermückenlarven ist, können Sie sie für 20 Minuten bei 200 Grad im Backofen desinfizieren. Allerdings laufen Sie Gefahr, dabei auch wertvolle Mikroorganismen zu töten.

Trauermücken vorbeugen

Falsche Pflege ist der Hauptgrund für eine Trauermückenplage im Haus. Gießen Sie Ihre Zimmerpflanzen deshalb nicht zu viel und platzieren Sie sie an einem hellen Platz, am besten in Fensternähe. Verwenden Sie hochwertige Blumenerde – ohne Torf: Bitte ohne Torf! Warum Sie keine Torferde verwenden sollten.

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