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Tipps für den ökologischen Weihnachtsbaum

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Bauen und Wohnen | 29.11.2018

Tipps für den ökologischen Weihnachtsbaum
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / manfredrichter)

Die meisten Weihnachtsbäume stammen aus Betrieben, die heftig mit Pestiziden spritzen. Besser sind Öko-Weihnachtsbäume und Bäume aus regionaler Forstwirtschaft.

Ein Weihnachtsbaum muss sein – da sind sich die allermeisten Deutschen einig. Und so werden auch dieses Jahr wieder rund 25 bis 30 Millionen Weihnachtsbäume in Deutschland gekauft und in ihrer vollen Pracht, mit vielen Kugeln und Figuren behangen, im Wohnzimmer aufgestellt. 90 Prozent der Bäume kommen aus Deutschland, das ist erstmal eine gute Nachricht. Die meisten Weihnachtsbäume sind aber keine gewöhnlichen Tannen, die bei uns beheimatet sind, sondern Nordmanntannen, die ursprünglich aus dem Kaukasus stammen.

76 Prozent der Weihnachtsbäume mit Pestiziden belastet

„Bei der Aufzucht der nicht heimischen Baumarten wie Blaufichte werden meist Pflanzenschutzmittel eingesetzt, die sich negativ auf Boden, Wasser und Artenvielfalt auswirken können", gibt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) zu bedenken. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat im vergangenen Jahr Weihnachtsbäume untersucht: Bei 76 Prozent der Bäume wurden Pestizide gefunden. „Insgesamt wurden bei dem Test neun verschiedene Pestizide gefunden, von welchen fünf zu den gefährlichsten zählen, die derzeit in der EU eingesetzt werden“, so der BUND. Für 2018 liegen noch keine Zahlen vor. Diese dürften aber auch nicht deutlich besser ausfallen.

Auf den großen Plantagen, auf denen die Bäume millionenfach heranwachsen, wird kräftig gespritzt und gedüngt: „Insektizide gegen Rüsselkäfer und Läuse, Herbizide gegen konkurrierendes Gewächs und Mineraldünger für einen gleichmäßigen Wuchs und für eine intensive Grün- und Blaufärbung der Nadeln“, warnt Johannes Enssle, der Landesvorsitzender des NABU in Baden-Württemberg. 

Pestizidfrei: Bio-Weihnachtsbäume

Der Tipp der Umweltschutzorganisation lautet: „Umweltfreundlicher ist es, sich für eine heimische Fichte, Kiefer oder Weißtanne als Weihnachtsbaum zu entscheiden, die aus einer Öko-Weihnachtsbaum-Plantage oder aus dem Wald stammt.“ 

Für den biologischen Weihnachtsbaum spricht so einiges: Die für Neupflanzungen vorgesehene Flächen werden nicht mit Herbiziden kahl gespritzt. Als „Gras- und Unkrautvernichter“ werden Schafe eingesetzt. Sie halten das Gras zwischen den Bäumen kurz und düngen gleichzeitig mit ihren Ausscheidungen die Anbaufläche. Bio-Bäume werden unter strengen ökologischen Kriterien gepflanzt, auf Pestizide und Düngung wird verzichtet. 

Woran kann ich einen ökologischen Weihnachtsbaum erkennen?

Ökologische Weihnachtsbäume tragen ein FSC-, Naturland-, Demeter-, Bioland-Siegel oder das Bio-Siegel der Europäischen Union. Bio-Tannen sind nicht wesentlich teurer, sie sind allerdings nicht überall zu haben. Das Angebot wächst von Jahr zu Jahr: Inzwischen gibt es deutschlandweit ungefähr 400 Verkaufsplätze. Eine Liste von Anbietern von Öko-Weihnachtsbäumen gibt es bei Robin Wood.

Gute Alternative: Heimische Weihnachtsbäume

Es muss nicht unbedingt ein Öko-Baum sein. Regionale Forstbetriebe baumen heimische Fichten, Kiefern oder Tannen auf sogenannten Sonderflächen unter Trassen für Hochspannungsleitungen an – eine gute Alternative zu den gespritzten Bäumen von den Weihnachtsbaum-Plantagen. Die Bäume haben kurze Transportwege und schneiden damit in puncto Ökobilanz gut ab. Und: An den Adventswochenenden finden in den Forsten oft Aktionen statt, bei denen man sich seinen Weihnachtsbaum selbst aussuchen und absägen darf. 

Auf proplanta.de sehen Sie, wo Sie Ihren Baum selbst schlagen können. 

Eine schöne Alternative zum Weihnachtsbaum, der spätestens Anfang Januar nur noch lästig ist, ist ein Weihnachtsbaum mit Wurzelballen. Den können Sie nach der Weihnachtszeit im eigenen Garten einpflanzen. Plastikbäume sind keine gute Idee, ihre Ökobilanz ist deutlich schlechter. Zwar kann der künstliche Baum immer wieder verwendet werden, da sie meist aus China kommen, ist ihr ökologischer Fußabdruck schon allein wegen des langen Transportwegs groß. Auch bei mehrjährigem Gebrauch landet die Plastiktanne früher oder später auf dem Müll und setzt beim Verbrennen Giftstoffe frei.

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