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Teuer und schadstoffhaltig: Silikon-Dichtstoff von PCI im Test

Autor: Lena Wenzel | Kategorie: Bauen und Wohnen | 15.11.2019

Eine Silikonfugenmasse von PCI zählt zu den Produkten im Test, die enttäuschen.
Eine Silikonfugenmasse von PCI zählt zu den Produkten im Test, die enttäuschen. (Foto: ÖKO-TEST )

Pilzhemmer in Silikonfugenmassen sollen Schimmel im Bad verhindern. Denn besonders in Fugen finden Sporen einen Nährboden. Wir haben 19 Sanitär-Silikonfugenmassen getestet. Das Ergebnis: Nur wenige sind empfehlenswert, sieben fallen durch. Auch ein Produkt von PCI Augsburg enttäuscht.  

Fungizide werden als Pilzhemmer in Silikonfugenmassen eingesetzt. Das Problem: Nicht alle dieser eingesetzten Stoffe sind harmlos. Sie sind teils allergieauslösend. Im Test kritisieren wir außerdem vor allem problematische zinnorganische Verbindungen sowie Mängel in der Deklaration. 

So kommt es dazu, dass nur vier Produkte im Test Sanitär-Silikon mit "gut" abschneiden. Zwei bewerten wir mit "mangelhaft" und fünf mit "ungenügend", darunter der PCI Silcoferm S Silikon-Dichtstoff Nr. 20 weiß. Er ist mit 14,70 Euro (Preis pro 310 Milliliter) das teuerste Silikon im Test.

PCI Silcoferm S Silikon-Dichtstoff Nr. 20 fällt durch

Das Gesamturteil des PCI Silcoferm S Silikon-Dichtstoffs Nr. 20 weiß ist mit "ungenügend" enttäuschend. Damit gehört die Silikonfugenmasse zu den Verlierern des Tests Sanitär-Silikon

In dem getesteten Sanitär-Silikon von PCI steckt aus unserer Sicht zuviel des pilzhemmenden Wirkstoffs Butylbenzisothiazolinon. Im Test enthalten fast alle Silikonfugenmassen als Fungizid eine Verbindung aus der Stoffgruppe der Isothiazolinone. Das kritisieren wir, weil Isothiazolinone Augen und Haut reizen und Allergien auslösen können. 

Mit zinnorganischen Verbindungen stecken allerdings noch weitere Problemstoffe im getesteten PCI-SilikonGenauer gesagt handelt es sich um – aus unserer Sicht – stark erhöhte Mengen an Dioctylzinn und erhöhte Mengen an Monooctylzinn. Diese Substanzen bauen sich in der Umwelt meist nur schwer ab und sind wassergefährdent. Dioctylzinn ist in Textilien mit Hautkontakt oder Schuhen und Handschuhen verboten, wenn es eine bestimmte Konzentration überschreitet.  Zinnorganische Verbindungen bemängeln wir im Test in neun weiteren Produkten.

Pilzsporen finden besonders in Fugen einen guten Nährboden.
Pilzsporen finden besonders in Fugen einen guten Nährboden. (Foto: MikesPhotos/Pixabay )

Kritik gibt es auch für die unvollständige Deklaration der getesteten PCI-Silikonfugenmasse. So fehlt aus unserer Sicht die Warnung, dass das Produkt allergische Reaktionen hervorrufen kann.

Die Hersteller müssen aus unserer Sicht außerdem darauf hinweisen, dass das Produkt nicht in Kinderhände gelangen sollte und dass Badezimmer nach Auftragen des Silkons gut gelüftet werden sollte. Beide Hinweise fehlen. 

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So setzt sich das Gesamturteil zusammen 

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Weil der getestete Silikon-Dichtstoff von PCI zu viel Butylbenzisothiazolinon, Dioctylzinn und Monooctylzinn enthält, gibt es fünf Noten Abzug. Damit lautet das Gesamturteil "ungenügend". Details zu Bewertung und Prüfmethoden lesen Sie hier auf der Seite zum Test im Abschnitt Testverfahren.

Der Test zeigt: Es gibt kein Sanitär-Silikon, das von den Inhaltsstoffen her vollends zufriedenstellend ist. Wir können aber immerhin vier Silikonfugenmassen mit "gut" empfehlen. Ansonsten schneiden viele Produkte mittelmäßig ab. Zwei Fugenmassen fallen mit "mangelhaft" und fünf mit "ungenügend" durch. 

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