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Teelichter sind umweltschädlich – Tipps für nachhaltige Alternativen

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Bauen und Wohnen | 18.11.2020

Warum Teelichter umweltschädlich sind – und welche nachhaltigen Alternativen sich anbieten.
Foto: Shutterstock / Devenorr

Kerzen gehören zum Winter und zur Weihnachtszeit einfach dazu. Doch gerade Teelichter sind alles andere als umweltfreundlich, vor allem wenn sie in einer Wegwerf-Aluhülle verkauft werden. ÖKO-TEST rät zu nachhaltigen Alternativen.

  • Jeder Deutsche lässt im Jahr durchschnittlich 2,4 Kilo Kerzen abbrennen.
  • Die meisten Kerzen sind aus Paraffin oder Stearin – beide Materialien sind schlecht für die Umwelt. Der natürlichste, aber auch teuerste Rohstoff für Kerzen ist Bienenwachs.
  • Bei Teelichtern stellt die Ummantelung aus Aluminium ein großes Problem für die Umwelt dar. Inzwischen gibt es einige Alternativen, die ohne Alu auskommen. 

So schön Kerzen in der Winter- und Weihnachtszeit sind, ihre Öko-Bilanz ist allermeist schlecht. Kerzen werden überwiegend aus Paraffin oder Stearin hergestellt. Paraffin ist ein Nebenprodukt der Erdölgewinnung und damit alles andere als nachhaltig. Stearinkerzen gelten gemeinhin als umweltfreundlicher, da sie nicht auf der Basis von Erdöl, sondern aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Doch auch Stearinkerzen stehen in der Kritik: Stearin wird häufig aus Palmöl hergestellt. Für Palmölplantagen wird im großen Stil Regenwald gerodet.

Nicht gut: Teelichter mit Aluhülle

Teelichter haben ein noch größeres Umweltproblem als Kerzen: Meist stecken sie in einer Aluhülle, die nach dem Abbrennen der Kerze im Müll landet.

Die Herstellung von Aluminium ist eine riesige Umweltbelastung: Das Ausgangsmaterial für Aluminium ist Bauxit, ein Erz, das in Ländern wie Brasilien, Australien, Indien und Jamaika im Tagebau gefördert wird. Oft wird für den Abbau tropischer Regenwald gerodet. Für die Trennung der Aluanteile aus dem Gestein Bauxit wird Natronlauge verwendet. Der Rotschlamm, der dabei entsteht, besteht aus vielen giftigen Chemikalien, die die Umwelt zerstören. Zudem ist die Herstellung von Aluminium sehr energieintensiv. 

Fazit: Teelichter mit Aluhülle sind keine gute Idee, mittlerweile gibt es aber viele umweltfreundliche Alternativen.

Teelichter sollten Sie unbedingt ohne Aluhülle kaufen.
Teelichter sollten Sie unbedingt ohne Aluhülle kaufen. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / milivanily)

Tipps für den Kauf von Teelichtern

  • Teelichter werden im Handel immer öfter ohne Aluminium-Wegwerfhülle angeboten. Ein nachhaltiger und umweltfreundlicher Ersatz für die Alu-Hülle sind Teelichthalter aus Glas, Edelstahl oder aus kompostierbaren Materialien.
  • Achten Sie beim Kerzenkauf auf das RAL-Gütezeichen für Kerzen. RAL-Kerzen sind ruß- und raucharm und aus gütegesicherten Rohstoffen hergestellt. Kerzen mit dem RAL-Zeichen sind frei von Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), Schwermetallen und Schwefel.
  • Kaufen Sie am besten Teelichter aus Biomasse oder Bienenwachs.

Teelichter ohne Erd- und Palmöl

Teelichter aus Paraffin sind aus Umweltsicht keine gute Idee. Das gilt auch für Teelichter aus Stearin. Ausnahme sind Kerzen aus nachhaltig produziertem Palmöl, die gibt es bislang allerdings kaum zu kaufen.

Inzwischen gibt es im Bio-Handel auch Öko-Teelichter, die aus Biomasse hergestellt werden. Hier werden Abfallfette aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet, es kommen keine fossilen Brennstoffe zum Einsatz.

Ebenfalls eine gute Alternative sind Bio-Kerzen aus Bienenwachs. Am besten sind natürlich Bienenwachskerzen von Imkern aus der Region.

Alte Teelichter: Aufbrauchen und korrekt recyceln

Wenn Sie noch Teelichter mit Aluhülle zu Hause haben, sollten Sie diese natürlich nicht ungenutzt wegwerfen. Nach dem Abbrennen gehört die Aluhülle in den Gelben Sack und nicht in den Restmüll, damit das Material in den Recycling-Kreislauf gelangen kann. Sie können Sie auch als Gießform für Ihre eigenen kleinen Teelichter aus Kerzenresten (siehe unten) verwenden.

ÖKO-TEST rät: Wie fast überall gilt auch für Kerzen: Weniger ist mehr! Verwenden Sie Kerzen sparsam, und löschen Sie die Kerze, wenn Sie den Raum verlassen.

LED-Teelichter sind keine nachhaltige Alternative

LED-Teelichter erscheinen auf den ersten Blick als mögliche Alternative zu den Teelichtern aus Wachs, die oft nur drei bis vier Stunden brennen. Da LED-Teelichter aber Batterien oder Knopfzellen – und damit wertvolle Rohstoffe – enthalten, sind sie kein umweltfreundlicher Ersatz zu Kerzen.

Kerzen selber gießen

Zu guter Letzt noch ein DIY-Tipp: Aus alten Kerzenresten können Sie ganz einfach und umweltfreundlich neue Kerzen gießen. Außer den Wachsresten benötigen Sie eine Dochtschnur und kleine Gießformen.

So geht es: Lassen Sie die Kerzenreste im Wasserbad schmelzen. Gießen Sie dann das flüssige Wachs durch ein Sieb in die Gießformen (zum Beispiel kleine Joghurtbecher oder Aluhüllen von Teelichtern), tauchen Sie die Dochtschnur ein, und lassen Sie die selbstgemachten Kerzen trocknen. Wenn Sie den Docht mit einer Wäscheklammer an einem quer über der Kerzenform positionierten dünnen Ast befestigen, kippt er im flüssigen Wachs nicht zur Seite.

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