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Ökostromanbieter: Wie man gute erkennt

Autor: Andreas Winterer | Kategorie: Bauen und Wohnen | 21.12.2018

Ökostromanbieter: Wie man gute erkennt
(Foto: Fotos: © beermedia - Fotolia.com; Colourbox.de, C0 Public Domain / Pixabay - JamesQube, Boke9a)

2018 war ein gutes Jahr für Ökostromanbieter: Nicht zuletzt wegen des Hambacher Forsts wollten viele Stromkunden auf einen sauberen Tarif umsteigen. Doch wie erkennt man eigentlich einen guten Ökostromanbieter?

Das Problem beginnt beim Begriff: "Ökostrom" ist nicht genau definiert. Anders als bei "bio" stehen dahinter keine gesetzlichen Regelungen, die den Begriff schützen (wie das EU-Bio-Siegel für Lebensmittel). Und anders als beim "Blauen Engel" gibt es auch kein Unternehmen, das die Marke schützt.

So sind "Ökostrom", "Grünstrom" und "Naturstrom" zwar gängige Begriffe, mit denen marktüblich Strom aus erneuerbaren Quellen (etwa Wind, Wasser, Sonne, Biomasse) bezeichnet wird. Aber Stromanbieter können diese Begriffe auch missbräuchlich verwenden, ohne negative Auswirkungen befürchten zu müssen.

Ökostromanbieter: Die guten erkennen

Man muss sehr genau hinschauen, um einen guten Ökostromanbieter zu erkennen. Aber worauf genau ist zu achten? Die Elektronen selbst sind schließlich weder grün noch grau. Und der Strom aus der Steckdose kommt aus physikalischen Gründen immer vom nächstgelegenen Stromerzeuger. Wer also neben einem Atomkraftwerk wohnt, bekommt auch beim ökologischsten aller Ökostromanbieter den Strom aus Kernenergie ins Haus geliefert.

Der Konsument kann also gar nicht steuern, wohin welcher Strom fließt. Was er aber sehr wohl beeinflussen kann, ist, wohin das Geld für diesen Strom fließt – sinnvollerweise zu jenen Unternehmen, die die Energiewende vorantreiben. Die Entscheidung für einen besseren Ökostromanbieter ist also vor allem eine Entscheidung, welche Unternehmensziele Sie mit Ihrem Geld unterstützen wollen.

Sehr gute Ökostromanbieter erzeugen nur Ökostrom

Inzwischen tummeln sich alleine auf dem deutschen Markt um die 8.000 Ökostromanbieter. Empfehlenswerte von weniger empfehlenswerten zu unterscheiden, ist nicht leicht. Denn Stromanbieter sind zwar gezwungen, die Herkunft ihres Stroms anzugeben, der ausgewiesene ‘Strommix‘ ist aber leider kein gutes Kriterium mehr. Oft wird die Zusammensetzung gezielt verschleiert. Das beklagte 2017 zum Beispiel der Faktencheck Strommix, sprach gar von "Irreführung der Verbraucher" und benannte zehn konkrete Fälle aktiver Verbrauchertäuschung.

Gute Ökostromanbieter setzen sich aktiv für den Ausbau der erneuerbaren Energien (im eigenen Land) ein. Kritische Fragen lauten hier zum Beispiel: Wie viel Geld fließt etwa in Wasserkraftwerke im Ausland? Zwar erzeugen auch diese Ökostrom, aber heimische Kohlekraftwerke bleiben trotzdem in Betrieb. Nur wenn auch hierzulande der Strom aus Atom- und Kohle-Kraftwerken von den ‘Erneuerbaren’ verdrängt wird, wird unser Ökostrom wirklich öko. Guter Ökostrom muss also einen nachweisbaren ökologischen Zusatznutzen haben, indem er etwa in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert.

Gute Ökostromanbieter bieten Tarife mit Siegel. Die Siegel "ok-power" und "Grüner Strom Label" machen zum Beispiel sichtbar, dass Ökostrom zu 100 % aus erneuerbaren Energiequellen stammt und sich der betreffende Ökostromanbieter aktiv für den Ausbau erneuerbarer Energien einsetzt – und bestimmte Mindestkriterien einhält. Allerdings gibt es auch empfehlenswerte Ökostromanbieter, die kein Siegel haben – weil auch diese Geld kosten und umstritten sein können.  

Gute Ökostromanbieter liefern nur Ström, der öko ist. Im Öko-Test Ökostromtarife in Heft Öko-Test 12-2018 und im Sonderheft Spezial Energie 2018 haben wir uns jene Ökostromanbieter näher angesehen, die in den EcoTopTen Ökostrom des Öko-Instituts gelistet werden. Diese sind bereits nach Kriterien wie ökologischem Zusatznutzen und ökonomischer Preisgestaltung selektiert.

Doch nicht alle dort aufgeführten Tarife sind empfehlenswert, wenn man etwas für die Umwelt tun und Unternehmen unterstützen will, die sich dies ebenfalls zum Ziel gesetzt haben. Daher werten wir im Beitrag Öko-Strom im Test: Das sind die besten Anbieter zum Beispiel die Angebote jener Anbieter ab, die nebenbei oder sogar hauptsächlich konventionellen Strom verkaufen oder zur Unternehmensgruppe eines konventionellen Anbieters gehören (also mit diesem in einem Firmenverbund stehen). Von den 34 Öko-Stromangeboten der EcoTopTen bieten nämlich 12 Anbieter auch konventionell produzierten Strom an – bei einigen befinden sich sogar Produzenten von Atomstrom im Firmenverbund. So reicht es bei neun Anbietern nur für ein „befriedigend“ im Gesamturteil, bei vieren nur für ein „ausreichend“.

Ein „sehr gut“ im Gesamturteil erhalten bei uns nur solche Anbieter, die unabhängig agieren. Es lohnt sich also, auch bei Ökostromanbietern genauer hinzuschauen. Diese "sehr guten" Ökostromanbieter finden Sie im Heftbeitrag Öko-Test Ökostrom-Tarife.

Die Testsieger, das Ergebnis im Detail, Tipps zum Vertragswechsel sowie Infos zu verlässlichen Stromlabeln: im ePaper Öko-Test Ökostrom-Tarife.

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