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Hecke kürzen im Sommer verboten: Dieser Schnitt ist trotzdem erlaubt

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Bauen und Wohnen | 23.08.2021

Bevor Sie Ihre Hecke schneiden, sollten Sie sich über die geltenden Regeln informieren. Andernfalls droht ein Bußgeld.
Foto: Shutterstock / Andriiii

Hecken bieten einen Sichtschutz zu den Nachbarn und Lebensraum für viele Vögel, Insekten und Säugetiere. Wenn Sie die wichtigsten Regeln rund ums Heckeschneiden kennen, ersparen Sie sich Ärger und die Gefahr eines saftigen Bußgeldes.

Hecken brauchen Pflege und wollen regelmäßig geschnitten werden, damit angrenzende Wege und der eigene Garten nicht zuwuchern und die Hecke gepflegt aussieht. In Hecken finden aber viele Tiere Schutz und Nahrung, angefangen von Insekten über kleine Säugetiere bis hin zu brütenden Vögeln. Sie alle sind von einem Heckenschnitt alles andere als begeistert – und sterben nicht selten dabei. Wir erklären Ihnen, was wann erlaubt und was verboten ist. Und was Sie besser lassen sollten, auch wenn es offiziell erlaubt ist.

Hecke schneiden: Warum Sie unbedingt bis Oktober warten sollten

Heckenschneiden ist von 1. März bis 30. September verboten, um brütende Vögel nicht zu stören. Schneiden meint damit aber einen radikalen Schnitt, bei dem nur noch ca. 30 Zentimeter stehen bleiben. In Gärtnerdeutsch spricht man hier von "auf den Stock setzen". Diese Regelung ist übrigens im Bundesnaturschutzgesetz festgehalten und gilt nicht nur für Hecken, sondern auch für lebende Zäune und Sträucher.

Die Hecke in Form bringen, d.h. einzelne Äste zurückschneiden, ist das ganze Jahr über erlaubt. Auch kranke Stellen dürfen Sie im Sommer zurecht schneiden.

Wichtig: Auch wenn ein Formschnitt zu jeder Jahreszeit erlaubt ist: Bevor Sie Hand an die Hecke legen, sollten Sie unbedingt schauen, ob in der Hecke ein Vogelnest mit Eiern oder Jungvögeln versteckt ist. In diesem Fall müssen Sie den Formschnitt verschieben. 

Was passiert, wenn man die Hecke im Sommer schneidet?

Wer seine Hecke in den Monaten März bis September radikal stutzt, muss nach dem Bundesnaturschutzgesetz mit einer Geldbuße rechnen. Hier handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 10.000 Euro geahndet werden kann. Die exakte Höhe des Bußgeldes unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland.

Vor dem Schneiden, sollte man die Hecke nach Nestern absuchen
Vor dem Schneiden, sollte man die Hecke nach Nestern absuchen (Foto: Shutterstock / Steve Allen)

Wann darf ich die Hecke schneiden?

An Werktagen dürfen Sie um 7 Uhr mit Gartenarbeiten beginnen. Wenn Sie Ihre Hecke mit einer elektrischen Heckenschere schneiden, dürfen Sie wegen der Lautstärke erst um 9 Uhr loslegen. In der Mittagszeit von 13 bis 15 Uhr ist Mittagsruhe. Laute Geräte dürfen Sie danach bis 17 Uhr verwenden.

Samstage gelten als Werktage, an Sonn- und Feiertagen dagegen ist der Gebrauch von lauten Gartengeräten, zu denen Rasenmäher, Kettensägen, Kantenschneider, Heckenscheren und Laubbläser gehören, komplett verboten.

Wie sollte die Hecke geschnitten werden? 

Kürzen Sie die unteren Äste weniger als die oberen. Dadurch bekommt die Hecke eine Art Trapezform: Unten ist sie breiter als oben. So bekommen alle Blätter möglichst viel Sonne ab.

Welche Pflanzen eignen sich für eine Hecke?

Bei der Auswahl von Heckenpflanzen sollten Sie bedenken: Pflanzen wie Kirschlorbeer, Thuja oder auch der Bambus sind zwar beliebt – für Vögel und Insekten bieten sie aber weder Nektar, noch Pollen und kaum oder keine Beeren:

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