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Gas sparen: Diese 20 Tipps senken Ihren Gasverbrauch

Autor: Lino Wirag | Kategorie: Bauen und Wohnen | 21.09.2022

Tipps zum Gas sparen: So senken Sie Ihren Gasverbrauch.
Foto: Simon Kadula/Veja

Rund die Hälfte aller deutschen Haushalte nutzt Erdgas – und damit den Energieträger, der zurzeit heftige Preissprünge macht. Glücklicherweise lässt sich auch in Privathaushalten Gas sparen – bei der Heizung und beim Warmwasserverbrauch. Wir haben Hinweise, um Ihren Geldbeutel zu entlasten.

Die Gas-Umlage ist beschlossen. Sie wird die ohnehin angespannten Gaspreise weiter in die Höhe treiben – schlechte Nachrichten für die rund 20 Millionen deutschen Haushalte, die Erdgas beziehen. Dort wird das Gas verwendet, um Wasser für Küche, Bad und Heizung zu erhitzen; seltener auch, um einen Gasherd zu betreiben.

Am meisten Gas kann deshalb sparen, wer seinen Warmwasserverbrauch reduziert und vor allem Heizverhalte und -anlage unter die Lupe nimmt. Hier die wichtigsten Hinweise, die Sie in Ihrem Haushalt überprüfen sollten, um Gas zu sparen.

Gas sparen an der Gastherme

Wer – wie viele hierzulande – eine Gasetagenheizung verwendet, hat eine Therme in der Wohnung, die er in gewissen Grenzen selbst einstellen kann. Leider verfügen nicht alle Modelle über die gleichen Möglichkeiten, auch bieten modernere Thermen in der Regel mehr (Spar-)Funktionen als ältere. Hier einige Tipps:

  • Nach Ende der Heizperiode die Gastherme auf Sommerbetrieb stellen, damit der Heizkreislauf vollständig abgeschaltet wird.
  • Wenn sich die Warmwasser-Temperatur am Gerät anpassen lässt, können Sie sie ein wenig herunterregeln. Aber: Um Legionellen vorzubeugen, sollte die Wassertemperatur nicht unter 55 Grad liegen.
  • Neuere Thermen verfügen über Eco- und/oder Zeitschalt-Funktionen, die verhindern, dass das Wasser permanent heißgehalten wird. Durchforsten Sie die Bedienungsanleitung Ihres Geräts nach entsprechenden Einsparmöglichkeiten.

Gas sparen beim warmen Wasser

  • Simpel, aber nützlich: Gas spart, wer kürzer, seltener und kühler duscht und badet, was den Warmwasserverbrauch senkt. Auch wer beim Duschen den Hahn nicht immer maximal aufdreht, spart etwas Energie.
  • Sparduschköpfe oder sogenannte Durchflussbegrenzer, die ohne viel Aufwand in die Armatur eingebaut werden, können den Warmwasserverbrauch im Bad halbieren – und damit Gas sparen.
  • Tauschen Sie undichte Duschschläuche oder lecke Dichtungen aus.
  • Direkt am Wasserhahn hilft ein Perlator/Strahlregler beim Gassparen, weil er dem Wasser Luft beimischt und so den Verbrauch senkt. Auch Einrichtungs-Multi Ikea hat gerade eine Zerstäuberdüse für Mischbatterien ins Programm genommen, die am Hahn über 66 Prozent Wasser sparen soll.
  • Klassiker unter den Spartipps sind außerdem: (Warmes) Wasser nicht unnötig laufen lassen; duschen statt baden; Hebel des Wasserhahns grundsätzlich auf "kalt" stellen und nur dann verändern, wenn auch wirklich warmes Wasser benötigt wird.

Gas sparen beim Heizen

Da die Heizung im Haushalt – mit großem Abstand! – am meisten Energie verbraucht, lässt sich hier auch am meisten Gas einsparen. Die folgenden Hinweise helfen dabei:

  • Schlicht, aber effektiv: Gas spart, wer seltener heizt und dabei niedrigere Temperaturen wählt.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihre Heizkörper nicht von Gardinen oder Möbeln verdeckt sind.
  • Stauben Sie die Heizung regelmäßig ab (soweit möglich, auch von innen) – auch das mindert die Heizleistung.
  • Teppiche oder ein Teppichboden isolieren den Raum nach unten.
  • Nutzen Sie smarte Technik da, wo sie sinnvoll ist: Mit modernen (Funk-)Thermostaten lassen sich beispielsweise die optimalen Temperaturen für verschiedene Tageszeiten und Räume programmieren.
  • Viele Menschen nutzen auch das Energiespar-Potential nicht aus, über das ihre Heizungssteuerung vielleicht jetzt schon verfügt. Nehmen Sie die Bedienungsanleitung Ihrer Heizung zur Hand und finden Sie heraus, ob Sie am Wandthermostat beispielsweise automatische Temperaturanpassungen oder -absenkungen programmieren können – zum Beispiel für nachts oder die Zeiten, in denen Sie nicht zu Hause sind.
  • Prüfen Sie, ob sich Heizungsrohre und Heizkörper besser dämmen lassen, und ob ein hydraulischer Abgleich in Ihrem Heizungssystem vonnöten ist.
  • Entlüften Sie Ihre Heizung regelmäßig.
  • Ein etwas ungewöhnlicher Heiztrick: Da Heizkörper oft vor Außenwänden und unter Fenstern installiert sind (d.h. an Orten, die besonders schlecht gedämmt sind), geht dort die Wärme, die der Heizkörper produziert, schneller verloren als an anderen Stellen des Raumes. Um das zu verhindern, können Sie einen kleinen (Tisch-)Ventilator auf die Heizung richten, solange sie aufheizt. Das hat zur Folge, dass die warme Luft sich schneller im gesamten Raum verteilt und nicht so schnell an den kälteren Außenwänden "verlorengeht". Ein weiterer Vorteil: Die Bereiche des Zimmers, die weiter von der Heizung entfernt sind, heizen sich dank des Ventilators schneller auf.
  • Viele weitere Hinweise zum effektiven und energieeffizienten Heizen finden Sie hier – klicken Sie einfach auf den folgenden Kasten:

Gas sparen durch Energiesanierung

Während die oben genannten Tipps auch in Mietwohnungen wirken, sind energetische Sanierungsmaßnahmen nur von Hausbesitzern bzw. Vermietern plan- und durchführbar.

Solche Sanierungen zielen fast immer darauf ab, den Wärmeverlust einer Wohnung oder eines Hauses – durch Dämmung oder Isolation – zu verringern. Fenster können ausgetauscht, Decken abgehängt, Rollladenkasten gedämmt, Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung eingebaut oder sogar ganze Heizungsanlagen erneuert werden: Denn natürlich sparen Sie am meisten Gas, wenn Sie von einer Gasheizung zu gasfreier Solarthermie, Fernwärme oder einer Wärmepumpe wechseln.

Für diese und andere Energie-Sanierungen ist unbedingt eine fachliche Beratung erforderlich, um die jeweiligen Kosten-Nutzen-Verhältnisse genau kalkulieren zu können.

Tipp: Onlinehelfer zum Gassparen

Wenn Sie noch mehr Gas sparen möchten, schauen Sie auch auf der Website der Beratungsgesellschaft 'CO2 online' vorbei. Dort finden sie zahlreiche Energiespar-Checks, die kostenfrei sind.

Der "Heizcheck", der "Wassercheck" und der "Thermostatcheck", die Sie auf der Website finden, hängen beispielsweise direkt mit Ihrem Gasverbrauch zusammen. Nachdem Sie alle Fragen beantwortet haben, erhalten Sie Sparvorschläge, die auf Ihren Verbrauch und Ihre technische Ausstattung zugeschnitten sind.

Tipp: Abschlagzahlung gegenprüfen

Und noch ein Tipp: Wenn Ihr Energieversorger eine höhere Abschlagszahlung ankündigt, sollten Sie den neuen Betrag gegenprüfen. Denn: Wird der Abschlag trotz kletternder Preise zu niedrig angesetzt, drohen – mitunter heftige – Nachzahlungen. Wird hingegen zu viel verlangt, überweisen Sie Ihrem Versorger monatlich einen Betrag, den Sie lieber zur Geldanlage, Schuldentilgung oder zum Konsum benutzen könnten.

Wer kontrollieren möchte, ob die Anpassung korrekt vorgenommen wurde, kann zum Beispiel den Energiepreis-Rechner der Verbraucherzentrale NRW nutzen (halten Sie dazu Ihre letzte Jahresabrechnung bereit). Wurde die neue Abschlagshöhe nicht richtig ausgewiesen, sollten Sie eine Anpassung verlangen.

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