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Energie sparen beim Waschen: So verbrauchen Sie weniger Strom und Wasser

Autor: Lino Wirag | Kategorie: Bauen und Wohnen | 14.07.2022

So können Sie Strom und Wasser beim Wäschewaschen sparen.
Foto: Shutterstock/Krakenimages.com

Überall ist im Moment Sparsamkeit angesagt: wegen der Energiepreise, wegen der Inflation, wegen des Klimas. Auch beim Wäschewaschen lassen sich Strom und Wasser einsparen – und damit zugleich Geld und Treibhausgase. ÖKO-TEST erklärt, worauf Sie achten sollten.

Um Einfluss auf den Wasser- und Stromverbrauch zu nehmen, sollte man sich folgende Fragen stellen: Wie oft waschen Sie? Wie heiß und wie lange waschen Sie? Mit welchem Gerät waschen Sie? Wie trocknen Sie?

An manchen dieser Stellschrauben lässt sich vielleicht nichts verändern, an anderen können Sie vielleicht doch drehen. Wir gehen die wichtigsten Einsparpotentiale beim Wäschewaschen durch.

Strom und Wasser sparen beim Waschen

Hier unsere Tipps, um seltener, energiesparender und effizienter zu waschen:

  • Auch wenn er länger dauert, ist der Eco-Modus der Waschmaschine die beste Wahl für Geldbeutel und Umwelt, weil er weniger Strom und Wasser benötigt. Er dauert nur deshalb länger, weil im Ökomodus mit niedrigeren Temperaturen gewaschen, aber trotzdem das gleiche Hygiene-Ergebnis erzielt werden soll.
  • Seltener waschen heißt: Waschen Sie nur dann, wenn es auch nötig ist. Nicht alle Textilien müssen am Abend gleich in die Maschine – bei Hosen und Pullis reicht es beispielsweise oft aus, sie gründlich zu lüften.

Energie sparen bei der Waschmaschine

  • Seltener wäscht auch, wer seine Maschine bei jedem Waschgang so voll wie möglich belädt. Faustregel: Wenn Sie die Hand noch ohne Zwang in die Kleidung in der Trommel stecken können, ist die Maschine gut ausgelastet. Wer's genau wissen will: Das maximale Füllgewicht steht (in Kilogramm) im Produktblatt und auf dem EU-Energielabel.
  • Für empfindliche Kleidungsstücke aus Wolle, Seide & Co., die zwar nur den Feinwaschgang vertragen, aber zusammen niemals eine volle Wäschetrommel ergeben, bietet sich als Alternative die Handwäsche an.
  • Für alle Wäschestücke ist Handwäsche hingegen keine echte Alternative, denn sie ist – auf das einzelne Kleidungsstück gerechnet – energieintensiver als Maschinenwäsche. Das Gleiche gilt übrigens auch in der Küche: Von Hand zu spülen benötigt mehr Energie als die Spülmaschine.

Stand-by bei der Waschmaschine "abschalten"

  • Moderne Waschmaschinen, die über ein digitales Display verfügen, verschlingen Strom, weil sie dauerhaft im Stand-by bleiben. Eine abschaltbare Steckdose – als separate Leiste oder zum Aufstecken auf die normale Steckdose – ist hier hilfreich und kostet nur ein paar Euro.
  • Strom und Wasser spart, wer leicht verschmutzte Buntwäsche nur bei 30 Grad wäscht. Auch für Weißwäsche sind normalerweise nicht mehr als 40 Grad nötig, so das Umweltbundesamt (UBA): 40 statt 60 Grad entsprechen einer Energieersparnis von 35 bis 40 Prozent.
  • Der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) rät darüber hinaus: Unterwäsche und Waschlappen bei mindestens 40 Grad waschen; Küchentextilien wie Spültücher und Geschirrtücher am besten bei 60 Grad. Wenn Personen mit ansteckenden Krankheiten oder Pilzinfektionen im Haushalt leben, sind ebenfalls 60 Grad angebracht, um alle Keime zu entfernen.

Sie wissen nun, wie Sie seltener, sparsamer und energieeffizienter waschen können. Der größte Hebel für Ihre Energiebilanz steht aber immer noch vor Ihnen, ist weiß, hat acht Ecken und wiegt rund 65 Kilo – richtig, die Waschmaschine selbst.

Verbrauch recherchieren – Austausch prüfen

Hier gilt: Ältere Geräte sind fast immer weniger energieeffizient als neuere. Ist ein Gerät über zehn Jahre alt, können Sie mit Sicherheit davon ausgehen, dass es inzwischen – wesentlich – sparsamere Maschinen auf dem Markt gibt.

Um es genau zu wissen, müssen Sie den Wasser- und Stromverbrauch Ihres Geräts recherchieren. Sowohl das neue als auch das alte EU-Energielabel informieren über die maßgeblichen Zahlen: den Energieverbrauch in kWh und den Wasserverbrauch in Litern – teilweise in Bezug aufs ganze Jahr oder auf eine bestimmte Anzahl an Waschzyklen (was den Vergleich etwas erschweren kann).

Entsprechende Informationen finden Sie auch im Produktdatenblatt des Geräts oder erhalten Sie vom Hersteller; den Stromverbrauch pro Waschgang können Sie auch mit einem Strommessgerät (im Handel für rund 15 Euro) direkt an der Steckdose messen.

Ein Energie-Check hilft zu entscheiden

Anschließend hilft Ihnen ein Haushaltsgeräte-Check, wie ihn das Bayerische Staatsministerium anbietet, um unkompliziert zu berechnen, wie schnell sich die Anschaffung eines neuen Geräts wieder einspielt. Das kann schon nach drei bis fünf Jahren der Fall sein – je schneller die Energiekosten steigen, desto früher.

Haben Sie keine Werte für Ihr Altgerät, können Sie den Check mit Schätzwerten durchführen lassen. Der Check berücksichtigt übrigens nur Strom, kein Wasser, d.h. eine Neuanschaffung rechnet sich in aller Regel früher als angegeben.

Trockner auf den Prüfstand stellen

Das Stromsparen sollte übrigens nicht bei der Waschmaschine aufhören. Einer der größten Energiefresser im Haushalt steht nämlich häufig direkt daneben: genau, der Wäschetrockner. Selbst ein neuer Trockner verbraucht gerne 250 kWh im Jahr, was Stromkosten im Wert von 87 Euro entspricht (gerechnet mit einem Strompreis von 0,35 Cent/kWh). Ältere Geräte verschlingen oft das Doppelte.

Viel Energie kann also einsparen, wer seine Wäsche nicht in den Trockner gibt, sondern auf die gute alte Leine hängt. Wenn Sie Ihren Trockner weiterbetreiben wollen, prüfen Sie auch hier, ob sich ein Austausch gegen ein sparsameres Gerät lohnt.

Lesen Sie auch: Schimmelgefahr: Kann ich die Wäsche auch im Winter drinnen trocknen?

Klimafreundlich waschen mit Ökostrom

Übrigens: Wer bei einem Ökostrom-Anbieter unterschreibt, der diesen Namen auch verdient, hat einen weiteren Vorteil: Jedes Kilowatt Strom, das im eigenen Haushalt verbraucht ist, ist fast vollkommen klimaneutral.

Sie überlegen noch, zu Ökostrom wechseln? ÖKO-TEST hat überpfüft, welche Anbieter die Energiewende wirklich vorantreiben: Ökostrom-Vergleich: Diese Tarife der Ökostromanbieter sind "mangelhaft"

Viele weitere Waschtipps für die Umwelt

Beim Waschen können Sie natürlich nicht nur auf eine optimale Energiebilanz achten, sondern auf viele weitere Tipps, um die Wäsche umweltfreundlicher zu gestalten: Sie reichen von der Auswahl des Waschmittels über die korrekte Dosierung bis zur Frage, ob Weich- und Hygienespüler wirklich nötig sind.

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