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18 Silikon-Fugenmassen im Test

Kleiner Dichtblick

ÖKO-TEST Februar 2011 | Kategorie: Bauen und Wohnen | 28.01.2011

18 Silikon-Fugenmassen im Test

Silikonfugenmassen sind üblicherweise stark mit Schadstoffen belastet. Nach diesem Test können wir Ihnen jedoch einige Produkte empfehlen, die zumindest weniger problematisch sind. Bezüglich der Verbraucherinformation liegt allerdings noch vieles im Argen.

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Sie krönt jede Ecke im Badezimmer und alle Anschlüsse von Badewanne, Dusche, Waschtisch und WC und ist ein notwendiges Übel: die Silikonfuge in Weiß, Grau oder in anderen Farben. Die Fugenmasse soll in erster Linie abdichten, aber auch Fugen und ungenaue Anschlüsse kaschieren. Sie muss elastisch sein, um Bewegungen bis zu einem gewissen Grad aufzunehmen, sonst wird die Fuge undicht.

Zum Ärgernis wird sie, wenn sich auf ihr in der feuchtwarmen Luft des Badezimmers Schimmelpilzsporen ausbreiten. Denn die finden auf dem organischen Material mit Seifen- und Shampooresten einen prima Nährboden. Besonders viele Angriffsmöglichkeiten für die Sporen sind gegeben, wenn die Fugenmassen Schwachstellen zeigen, sich schon leicht ablösen oder wenn sie nicht satt und kontinuierlich aufgetragen sind. Die perfekte Fuge auszubilden, ist gar nicht so einfach, und selbst so mancher Handwerker liefert nicht immer ein Meisterstück ab.

Die Hersteller wollen der Schimmelpilzbildung vorbeugen, in dem sie den Silikonfugenmassen fungizide Wirkstoffe zufügen. Aber das ist auch nicht die Lösung, denn die waschen sich mit der Zeit aus. Und diese Stoffe sind leider auch für den Menschen nicht ganz unproblematisch. Manche Hersteller werben mit einer pilzhemmenden Wirkung, andere verschweigen sie. Strittig ist die Frage, in welchen Fällen es sich um eine anmeldepflichtige biozide Ausrüstung handelt.

Wenn die Fugen erst mal schwarz und voll mit Schimmelsporen sind, wollen viele Bewohner selbst zur Tat schreiten, die alte Fugenmasse auskratzen und eine neue einspritzen. In Internetforen diskutieren sie ausgiebig darüber, wie man das am besten bewerkstelligt. Mit oder ohne Silikonentferner? Manuell mit Cuttermesser oder mit einem speziellen "Fugenhai"? Welches Silikon nimmt man für welchen Zweck? Wie streicht man die Dichtmasse am besten glatt? ÖKO-TEST gibt Ihnen dazu einige Tipps.

Damit Sie wenigstens wissen, inwieweit sich in den Kartuschen bedenkliche oder umstrittene Inhaltsstoffe verbergen, haben wir 18 verschiedene weiße Sanitär-Silikonfugenmassen in die Labore geschickt. Die Chemiker prüften auch, inwieweit sich Teile der Masse mit der Zeit verflüchtigen und deshalb wahrscheinlich mit billigen Stoffen gestreckt wurden.

Das Testergebnis

Obwohl in unserem Test immer noch viele Silikonfugenmassen durchfallen, zeigt das Ergebnis doch Alternativen auf. Das Ceresit Sanitär Silikon von Henkel ist Spitzenreiter und auch das Probau Sanitär-Silikon kommt im Gesamturteil noch auf "gut", vier weitere Dichtmassen sind immerhin noch "befriedigend".

Erfreulich: In etlichen Silikonen spielen giftige zinnorganische Verbindungen keine Rolle mehr

Die Hauptkritik an Silikonfugenmassen bezieht sich auf hormonell wirksame zinnorganische Verbindungen, die als Katalysator eingesetzt werden. Lange Zeit gab es dazu keine Alternative. Jetzt konnten unsere Labore in acht Fällen nur noch Spuren dieser bedenklichen Chemikalien nachweisen. In anderen Produkten bewegt sich die Konzentration


Silikon-Fugenmassen, Sanitär: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Racofix Fugen-Silicon
  • Sopro

Knauf Sanitär-Silicon
  • Knauf

Faust Sanitär-Silikon
  • Praktiker

Probau Sanitär-Silikon
  • Bahag (Bauhaus)

OK. Silikon
  • Toom

Obi Classic Sanitär Silikon
  • Obi

Lugato Wie Gummi Bad-Silicon
  • Lugato

Silikon E
  • Wilckens

Bobstone Sanitär-Silikon
  • Zeus/Hagebau

Soudal Sanitär Silikon auf Wasserbasis
  • Soudal

Budget Silikon
  • Praktiker

Fundamo Silikon Küche, Bad & Dusche
  • Hellweg

Ceresit Sanitär Silikon
  • Henkel

Primaster Sanitär Silicon auf Wasserbasis
  • Globus

Hornbach Sanitär Silikon
  • Hornbach

Max Bahr Sanitär-Dichtstoff wasserbasiert
  • Max Bahr

PCI Silcoferm S Silikon-Dichtstoff
  • PCI Augsburg

Sista Schimmel Blocker Aktiv-Silikon
  • Henkel

18 Silikon-Fugenmassen im Test
ÖKO-TEST Februar 2011 Seite 102
ÖKO-TEST Februar 2011 Seite 103
ÖKO-TEST Februar 2011 Seite 104
ÖKO-TEST Februar 2011 Seite 105
ÖKO-TEST Februar 2011 Seite 106
ÖKO-TEST Februar 2011 Seite 107

6 Seiten
Seite 102 - 107 im ÖKO-TEST Februar 2011
vom 28.01.2011
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Unsere Einkäufer klapperten die Baumärkte auf der Suche nach weißen Sanitär-Silikonfugenmassen ab. Sie fanden sowohl Markenprodukte wie auch Eigenmarken der Baumärkte mit unterschiedlichen Rezepturen. Die meisten der 18 Testprodukte sind sauer vernetzt, einige auch neutral, drei Dichtmassen sind wasserbasiert. In einigen Fällen machen die Hersteller jedoch keine Angaben.

Inhaltsstoffe

Das Härten der weichen Masse an der Luft erfolgt üblicherweise durch eine chemische Reaktion, die durch einen Katalysator in Gang gesetzt wird. In der Vergangenheit wurden dazu ausschließlich zinnorganische Verbindungen eingesetzt. Diese Stoffe stehen im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken. In unseren Tests 2004 und 2007 zeichnete sich ein Hoffnungsschimmer ab, in einzelnen Produkten waren nur geringe Mengen nachweisbar. Die Hersteller hatten einen alternativen Katalysator - wahrscheinlich Titan - eingesetzt. Allerdings war die Entwicklung 2007 eher rückläufig. Deshalb waren wir sehr gespannt, wie der aktuelle Stand ist. Das gilt auch für die in die Kritik geratenen, hormonell wirksamen Weichmacherphthalate, die in der Vergangenheit noch eingesetzt wurden.

Umstritten ist auch der Einsatz von fungiziden Wirkstoffen in Sanitär-Silikonfugenmassen. Diese Stoffe sind auch für den Menschen gesundheitlich nicht unbedenklich. Je nach Rezeptur und Art der Vernetzung werden unterschiedliche Verbindungen eingesetzt, die zum Teil Allergien auslösen oder Haut und Schleimhäute reizen können, teilweise aber noch gefährlicher sind. Auch in Fachkreisen ist die Frage strittig, inwieweit die Fugenmassen aufgrund der eingesetzten Fungizide Biozidprodukte sind, die registriert werden müssten. Dann wären die Stoffe und ihre Konzentration auf der Verpackung zu nennen mit eventuell erforderlichen Warnhinweisen. Biozid hin oder her - ÖKO-TEST ist der Meinung, dass Fungizide und Konservierungsmittel im Sinne des Verbraucherschutzes auf jeden Fall auf der Verpackung exakt benannt werden sollten. Deshalb haben wir die Deklaration unter die Lupe genommen und auch auf andere Angaben geachtet.

Gewichtsverlust

Silikonfugenmassen müssten gemäß ihrem Namen überwiegend aus Silikon bestehen. Silikon ist aber recht teuer, weshalb manche Hersteller das Material auch mit billigeren Erdölprodukten strecken, die sich im Laufe der Zeit verflüchtigen. Im Labor verkürzten unsere Tester den Prozess, indem sie die Dichtmassen über 72 Stunden erwärmten und trockneten. Auf diese Weise gasen flüchtige Verbindungen rasch aus.

Die Bewertung

Zinnorganische Verbindungen in großen Konzentrationen bewerten wir sehr streng. Auch für gesundheitlich problematische Fungizide gibt es Minuspunkte, wobei wir den Wirkstoff Carbendazim besonders kritisch sehen. Dieser hat in Heimwerkerprodukten nichts zu suchen. Nicht chlorierte Isothiazolinone haben ein geringeres sensibilisierendes Potenzial als die chlorierten Verbindungen, weshalb wir sie erst ab höheren Konzentrationen abwerten. Dabei orientieren wir uns an den Maximalgehalten, die der Blaue Engel für andere Isothiazolinonverbindungen vorsieht. In Bezug auf die Qualität der Silikonmasse halten wir mehr als 30 Prozent flüchtige Bestandteile für nicht akzeptabel. Allerdings gewichten wir die Inhaltsstoffe stärker als den Gewichtsverlust. Außerdem können schlechte Noten im Testergebnis Weitere Mängel das Testergebnis Inhaltsstoffe verschlechtern. Hier kritisieren wir unter anderem Deklarationsmängel.

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ÖKO-TEST Februar 2011
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Erschienen am 28.01.2011

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