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18 Energiesparlampen im Test

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Ratgeber Bauen, Wohnen, Renovieren 11: 2009 | Kategorie: Bauen und Wohnen | 09.03.2009

18 Energiesparlampen im Test

Sie sollen eigentlich das Klima retten. Jetzt die große Überraschung in unserem Test: Die Einsparmöglichkeiten von Energiesparlampen sind viel geringer als versprochen. Zudem erzeugen die Öko-Leuchten Elektrosmog und eine schlechte Lichtqualität.

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Klimaschutz ist das Thema der Stunde. Und weil dieser in vielen Bereichen nicht vorankommt und auch niemand den PS-starken Klimakillern auf unseren Straßen den Garaus machen will, soll es nun die Energiesparlampe richten. Denn eine solche Maßnahme tut den Bürgern am wenigsten weh.

Laut Bundesumweltministerium gehen aber nur rund 1,5 Prozent des gesamten Energieverbrauchs eines Haushalts - also inklusiv Heizung - auf das Konto von Licht und Lampen. Das Einsparpotenzial von Lampen ist also begrenzt. Viel größere Stromfresser im Haushalt sind die vielen technischen Geräte. Kühlschränke etwa werden zwar immer effizienter, aber auch größer und aufwendiger. So verbrauchen sie unterm Strich mehr als in der Vergangenheit. Auch die Unterhaltungstechnik trägt kräftig dazu bei, dass die Stromrechnung nach oben schnellt.

Glühbirne ade

Dennoch: Würden Glühbirnen in Deutschland komplett durch Energiesparlampen ersetzt, könnten die Haushalte laut Deutscher Energieagentur (Dena) sechs Prozent ihres Strombedarfs sparen und jährlich vier Millionen Tonnen Treibhausgase vermeiden. Tatsächlich hat sich der Absatz der Energiesparlampen hierzulande im Jahre 2007 schon verdoppelt. Dr. Jürgen Waldorf, der Geschäftsführer des Fachverbands ZVEI, schätzt den Anteil der Energiesparlampen mittlerweile auf 17 bis 18 Prozent.

Ohnehin ist das Aus für die Glühlampe in Europa so gut wie besiegelt, und zwar schrittweise ab September 2009. Der Verordnung vorausgegangen war 2005 die sogenannte Ökodesign-Richtlinie, die zum Ziel hat, in verschiedenen Produktgruppen Energie einzusparen und damit die Umwelt zu schonen. Wie das genau aussehen soll, wird nun nach und nach in separaten Ausführungsverordnungen festgelegt. In einem ersten Schritt werden die Haushaltslampen geregelt, also Lampen, die zur Raumbeleuchtung eingesetzt werden. Dabei wurden Effizienzkriterien formuliert, die die Glühlampen nicht mehr erfüllen können. Damit das Aus nicht abrupt am 1. September 2009 erfolgt, gibt es in einer Übergangszeit Ausnahmeregelungen.

Energiesparlampen sind im Prinzip nichts anderes als kleine, gebogene Leuchtstoffröhren, die aufgrund ihrer Technik weniger Watt verbrauchen, um die gleiche Helligkeit zu erzeugen. Im Fachjargon heißen sie neben Kompaktleuchtstofflampen auch Gasentladungslampen. Denn sie sind mit einem Gas - oft Argon - gefüllt, dem Quecksilber beigemischt ist, das zum Leuchten gebracht wird. Bei solchen Lampen ist ein Vorschaltgerät nötig, das den Strom und damit die Entladung begrenzt. Die heute meist elektronischen Teile sind in den Sockel integriert.

Ärgerte sich der Verbraucher anfangs sehr über das funzelige, kalte blaue Licht, die hässliche und sperrige Form der Lampen und die geringe Lebensdauer, so hat sich die Technik in den vergangenen Jahren verbessert. Vor allem mit der Lampengröße sind die Hersteller gefordert. Denn um einen guten Lichtstrom zu erzielen, brauchen sie eine bestimmte Brennerlänge. Mit kleinen Lampen ist das technisch schwierig. Da sie bei den Kunden aber gefragt sind, ist es für die Hersteller eine Gratwanderung. Da reduzieren manche den Lichtstrom, um kompakter bauen zu können. Grundsätzlich sind die Lampen unterschiedlich konzipiert und nicht für alle Einsatzzwecke gleich gut geeignet. Die Tendenz geht zu immer kleineren und formschöneren Modellen in den Abmessungen der klassischen Glühbirne. Häufig wird die Leuchtröhre deshalb in eine zusätzliche Glashülle in Birnen- oder Kugelform integriert. Dadurch geht allerdings rund 20 Prozent des Lichts verloren.

Die durchschnittliche Lebensdauer beträgt nach Herstellerangaben meist 6.000 bis 8.000 Stunden. Bei der üblicherweise angenommenen Leuchtdauer von drei Stunden am Tag und somit rund 1.000 Stunden pro Jahr entspricht das sechs bis acht Jahren. Longlife-Spitzenmodelle erreichen heute aber auch schon 15.000 Stunden, zumindest nach Deklaration. Auch der für den Betrachter sichtbare Eindruck der Lichtfarbe hat sich stark verändert. So werden heute verschiedene Lichtstimmungen angeboten, darunter auch ein warmes Licht, das der Glühbirne nahekommen soll. Leistungsstarke, besonders kompakte Topmodelle mit langer Lebensdauer, guter Schalttechnik und eventuell sogar noch dimmbar, haben aber ihren Preis und können durchaus fast 30 Euro pro Stück kosten.

Die Standardmodelle sind dagegen sehr preiswert geworden. Ausländische Billigprodukte werden sogar schon unter einem Euro angeboten, was man wohl wirklich als Dumpingpreis bezeichnen kann, denn dafür kann das Produkt kaum hergestellt, transportiert und entsorgt werden.

Die Frage ist nur, ob die Lampen halten, was sie versprechen. Zum Beispiel auch Werbeslogans wie "eine Energiesparlampe spart bis zu 190 Euro". ÖKO-TEST wollte die Leistungsfähigkeit, die Lebensdauer und die Energieeinsparpotenziale, aber auch die gesundheitlichen Wirkungen des Sparlichts testen und kaufte 16 verschiedene warmweiße Energiesparlampen mit zehn bis zwölf Watt, die jeweils die 60-Watt-Glühbirne ersetzen sollen - alle mit E27-Schraubsockel, und zwar sowohl die klassische Röhren- wie auch die Birnenform. Im Vergleich dazu ließen wir eine matte 60-Watt-Allgebrauchsglühlampe und eine neuartige 42-Watt-Halogenlampe in Glühbirnenform mit Schraubsockel testen, die immerhin 30 Prozent Energieersparnis gegenüber der Glühbirne bringen soll.

Das Testergebnis

... kann nicht überzeugen. Knapp ein Drittel der Energiesparlampen war bestenfalls "befriedigend", der Rest schlechter, und vier Modelle - die Energiesparlampe 11 W von Global World Trading, die Flair Energy 11 W von Hornbach, die Luxxx Energy-Saver Advance 11 W und die Swiss Lights Classic 68 Energiesparlampe 10 W - sind sogar richtige Flops, weil jeweils beide Testexemplare frühzeitig ausfielen. Sie erreichten nicht einmal 3.125 Stunden. Bei dem Schweizer Modell kommt noch hinzu, dass es kaum Licht abgibt. Eine einzige Lampe, die General Electric Energy Saving Elegance 11 W, verpasste immerhin die "gute" Gesamtnote nur knapp. Fazit unseres Tests: Für viele Anwendungsfälle sind Energiesparlampen nicht oder weniger geeignet. Zu den technischen Unzulänglichkeiten kommen noch die gesundheitlichen Risiken. Es stellt sich die berechtigte Frage, ob die Klimaschutzziele nicht mit anderen Mitteln besser und weniger risikoreich zu erreichen sind.

Helligkeit

In puncto Helligkeit können es nur vier Lampen einigermaßen mit der 60-Watt Glühbirne aufnehmen, die sie ersetzen sollen. Im Neuzustand beleuchtete nur die Osram Dulux Superstar 12 W die Fläche eines Arbeits- oder Esstisches genauso hell wie eine 60-Watt-Glühbirne. Die anderen Produkte zeigten schon gleich zu Anfang ein recht funzeliges Licht, die von Swiss Lights brachte es nur auf 34 Prozent Helligkeit im Vergleich zur Glühbirne.

Eine Vorgabe, was die Energiesparlampe leisten muss, damit sie als adäquater Ersatz für die Glühbirne gilt, gibt es nicht. Wir haben gemessen, wie viel Licht (in Lux) auf eine Fläche fällt. Die Hersteller messen dagegen - wenig praxisorientiert - den Lichtstrom gemäß dem Industriestandard in der sogenannten ulbrichtschen Kugel nach allen Seiten und geben ihn in Lumen an. Dass nicht alle Modelle so hell sind wie die Glühbirne, zeigt schon die Deklaration der Hersteller. Angegeben werden Werte zwischen 347 und 660 Lumen - unsere Vergleichsglühbirne hatte 710 Lumen.

Grundsätzlich schneiden die Energiesparlampen im Falle von gerichtetem Licht wie bei einer Esstischleuchte, einer Schreibtisch- oder Leseleuchte mit Lampenschirm, relativ schlecht ab. Ohne Reflektor geben sie zur Seite hin mehr Licht ab, allerdings nicht rundum gleich viel, wie es bei der Glühlampe der Fall ist. Durch die Röhrenform gibt es hellere und dunklere Positionen, "Schokoladenseite" nennt das einer der Hersteller.

Was nützt eine akzeptable Helligkeit im Neuzustand, wenn sie nach einiger Zeit deutlich abnimmt? Nach 2.000 Stunden Betriebsdauer, was im Schnitt zwei Jahren entspricht, war von der Anfangshelligkeit im schlechtesten Fall - wieder Swiss Lights Classic 68 - nur noch 43 Prozent übrig. Da ist der Begriff Funzel noch nett. Dagegen schnitt die Energiesparlampe von General Electric mit einem Verlust von nur acht Prozent noch mit "sehr gut" ab und war somit Testsieger in Sachen Helligkeit.

Der Kältetest bei null Grad Celsius zeigte, dass viele Lampen keinen oder keinen nennenswerten Helligkeitsverlust bei niedrigen Temperaturen haben. Allerdings brauchen sie meist sehr lange, bis die volle Helligkeit erreicht ist. Auch bei praxisrelevanten 22 Grad schwankte die Zeit, bis eine Lampe 95 Prozent ihrer "eingependelten" Helligkeit erreicht hat, zwischen 15 Sekunden und fünf Minuten. Eingependelt deshalb, weil einige Lampen kurzzeitig eine maximale Helligkeit erreichen, dann aber wieder dunkler werden. Bei vier Lampen finden wir die Aufwärmphase mit vier und mehr Minuten zu lang.

Lichtqualität

Alle Energiesparlampen haben eine sehr schlechte Lichtqualität. "Das hat mit natürlichem Tageslicht aber gar nichts mehr zu tun", fasst unser baubiologischer Berater Wolfgang Maes das Ergebnis zusammen. "Das ist kein Licht, das ist Dreck!", kommentierte ein Lichtkenner, als er die Ergebnisse der ÖKO-TEST-Messungen von Lichtfarbe, -flimmern und Elektrosmog sah. Wegen der schlechten Lichtqualität sind die Energiesparlampen ein biologischer Risikofaktor. Immer mehr kritische Wissenschaftler und Ärzte warnen vor den gesundheitlichen Gefahren und Auswirkungen schlechten Lichts, zum Beispiel vor Kopfschmerzen, Schwindel, Unwohlsein, neurologischen Störungen, Hormonproblemen bis hin zum Krebsrisiko.

Zum einen lässt die Qualität der Lichtfarbe und des Lichtspektrums zu wünschen übrig. Während Glüh- und Halogenlampen eine homogene Farbverteilung haben, in der alle Farben ausgewogen und relativ natur­nah vorkommen, ist das bei der Energiesparlampe nicht der Fall. Das Lichtspektrum ist besonders naturfremd, weil es einige wenige Farbanteile in den Vordergrund stellt und andere ganz vernachlässigt. Manche Farben werden deshalb schlecht wiedergegeben.

Hinzu kommt ein Flimmern der Energiesparlampen, nicht nur in der niedrigen Netzfrequenz, sondern auch - ausgelöst durch die in die Leuchte integrierte Elektronik - in höheren Frequenzen. "Ein flackerndes Blitzlichtgewitter, eine doppelte Portion von nieder- und höherfrequenten Lichttakten", beschreibt Wolfgang Maes das Phänomen, das vom menschlichen Auge nicht mehr direkt als solches erfasst werden kann, weil es so schnelle Abläufe nicht mehr auflöst. Das Argument der Hersteller, dass mit den elektronischen Vorschaltgeräten das Flackern gebannt sei, stimmt höchstens im sichtbaren Bereich.

Haltbarkeit

Nur von sieben Modellen leuchten beide Testexemplare noch nach 6.000 Stunden Dauertest, doch nur zwei davon konnten auch in Bezug auf die Schaltfestigkeit voll überzeugen, sodass wir ihre Haltbarkeit mit "sehr gut" bewerten. Ebenfalls sieben Modelle sind mittlerweile komplett aus- und somit durchgefallen. Sie erreichten die angegebene Lebensdauer nicht. Doch das sei ja nur eine Durchschnittsangabe, reden sich die Hersteller heraus.

Spitzenreiter sind die Megaman Petit Economy 11 W und die General Electric Energy Saving Elegance 11 W, wobei die Megaman-Energiesparlampe in Bezug auf die Schaltfestigkeit noch deutlich besser ist als das Konkurrenzprodukt. Sie kann es fast mit Glühbirne und Halogenlampe aufnehmen, die zum Redaktionsschluss dieses Heftes (der Dauertest läuft noch weiter) 65.000 Schaltvorgänge erreicht haben und immer noch brennen. Auch eine der Megaman-Lampen ist noch dabei, das andere Testexemplar fiel mittlerweile aus. Die Lampe von General Electric hielt dagegen "nur" etwas mehr als 10.000 Schaltvorgänge aus. Im Vergleich zu den anderen Testmodellen ist aber auch dieser Wert immer noch "sehr gut", denn die meisten waren schon deutlich früher am Ende - ein häufiges Ein- und Ausschalten verträgt die Energiesparlampe in den meisten Fällen überhaupt nicht. Schlusslicht war eindeutig die Swiss Lights Classic 68 Energiesparlampe 10 W, die im Schnitt weniger als 4.000 Schaltzyklen standhielt. Wird eine Lampe also zehnmal am Tag ein- und ausgeschaltet, muss man nach knapp einem Jahr damit rechnen, dass sie für immer dunkel bleibt - in Treppenhäusern, Fluren und Toiletten wahrscheinlich noch schneller. Bei einigen Modellen gab es aber recht deutliche Qualitätsunterschiede von einem zum anderen Exemplar.

Insgesamt sind im Dauertest 16 von 32 Testexemplaren vorzeitig ausgefallen und haben bereits aus jetziger Sicht nicht die vom Hersteller deklarierte Lebensdauer erreicht, oder - falls diese Angabe fehlt - zumindest 5.000 Stunden, was die geringste, bei anderen Modellen angegebene Lebensdauer ist. Das ist die Hälfte der Modelle - eine traurige Bilanz. Von den vier im Gesamturteil mit "ungenügend" bewerteten Modellen von Gobal World Trading, Hornbach, Luxxx und Swiss Lights fielen beide Testmodelle besonders früh aus. Lobenswert sind die Energiesparlampen von Vezalux, General Electric, Obi und Attralux, die nur mit 5.000 oder 6.000 Stunden Lebensdauer ausgelobt sind und bei Redaktionsschluss immer noch leuchteten.

Energieeffizienz

Richtig ist, dass die meisten Energiesparlampen Strom sparen - aber nicht 80 Prozent gegenüber der Glühbirne, wie es üblicherweise kommuniziert wird. Diese Berechnungen berücksichtigen nämlich nicht, dass die Sparlampen meist weniger hell sind als die Glühbirne und während der Lebensdauer auch noch an Helligkeit nachlassen. ÖKO-TEST hat deshalb für die Berechnung der Energieeffizienz die Differenzen in der Helligkeit miteinbezogen, zugrunde gelegt wurden 2.000 Stunden Brenndauer. Die General Electric Energy Saving Elegance 11 W schafft das Ziel mit 77 Prozent Energieersparnis gegenüber der Glühbirne immerhin fast, auch die Sparlampe von Osram liegt noch gut im Rennen. Die Mehrheit bringt es allerdings nur auf 50 bis 70 Prozent Energieeinsparung. Der Hammer: Die Swiss Lights Classic 68 verbraucht sogar mehr Strom als die Glühbirne und kostet auch in der Summe deutlich mehr, als wenn der Verbraucher Glühbirnen eingesetzt hätte. Sie ist das teuerste Leuchtmittel im Test. Wir hatten sie beim Waschbär-Versand gekauft, der sie mit 80 Prozent weniger Energieverbrauch bewarb - ein frommer Wunsch.

Auf den Geldbeutel des Verbrauchers wirken sich die meisten Energiesparlampen also deutlich weniger aus, als viele Verbraucher denken: Angenommen die Lampe brennt zirka drei Stunden am Tag und damit rund 1.000 Stunden im Jahr, kann man im Schnitt 6,50 Euro pro Jahr sparen.

Da die Energiesparlampen zudem im Vergleich zur Glühlampe sehr aufwendig in Herstellung und Entsorgung sind, vergeben wir Minuspunkte, wenn eines der Testexemplare oder beide frühzeitig ausgefallen sind.

Elektrosmog

Die elektrischen Wechselfelder sind bei Energiesparlampen viel stärker als bei Glühbirnen und überschreiten in 30 Zentimeter Abstand deutlich die Werte, die die TCO-Zertifizierung für strahlungsarme Bildschirme vorschreibt und die hier technisch machbar sind. Dazu kommen noch höhere Frequenzen als Folge der elektronischen Vorschaltgeräte. "Diese intensiveren, härteren und Oberwellen- wie störreichen Felder über ein so weites Frequenzspektrum machen die Energiesparlampe zu einer erheblich schlechteren, verzerrten, schmutzigen Lichtquelle und zur Elektrosmogbelastung", fasst Baubiologe Wolfgang Maes zusammen. Damit ist die Energiesparlampe etwa am Arbeitsplatz überhaupt nicht geeignet. Einziger Trost: In einem Abstand von einem bis eineinhalb Metern sinkt die Elektrosmogbelastung auf ein tolerierbares Maß, wenn man die Richtwerte der TCO als Maßstab nimmt.

Material

Energiesparlampen funktionieren nur mit dem hochgiftigen Schwermetall Quecksilber, das Mensch und Umwelt belastet. Es wird im Körper gespeichert und wirkt als Nervengift. Eine Richtlinie der Europäischen Kommission (RoHS) begrenzt mittlerweile den Gehalt auf fünf Milligramm pro Lampe, in alten Lampen ist noch deutlich mehr drin. Dennoch reizen vier Hersteller den Quecksilbergehalt so aus, dass von jeweils drei getesteten Exemplaren ein oder zwei Stück auf oder über diesem Grenzwert liegen. Die Hälfte der Produkte kommt mit rund der halben Giftmenge aus. Aufgrund dieses gefährlichen Stoffes ist die Energiesparlampe Sondermüll.

Daneben sind alle Energiesparlampen mit bromierten Flammschutzmitteln auf Gehäuse und/oder Platine ausgerüstet. Sie belasten die Umwelt und können teilweise auch die Gesundheit schädigen.

Zwei Lampen fielen im Labor durch einen unangenehmen Geruch beim Brennen auf. Die Analyse auf flüchtige organische Verbindungen wies im Fall der Ikea-Lampe Phenol nach, das langsam ausgast. Bei der Osram-Energiesparlampe ist offensichtlich eine Glykolverbindung für den säuerlich stechenden Geruch verantwortlich.

So reagierten die Hersteller

Laut Osram werden in eigenen Tests zur Schaltfestigkeit mit 30 Sekunden an und 30 Sekunden aus durchweg bessere Ergebnisse erzielt. Konkrete Zahlen hat uns der Hersteller nicht genannt. Er rechnet aber damit, dass die ÖKO-TEST-Methode mit einer Minute ein und fünf Minuten aus bei einer größeren Anzahl gemessener Lampen (sechs bis zehn Stück) entsprechende Ergebnisse liefern würde. Osram bestätigt, dass ein nur um wenige Grad gedrehtes Modell jeweils andere Lichtwerte bringen kann. Die Lampen seien keine Punktlichtquellen mit sauberer radialer Lichtstärke. Außerdem weisen Osram, Philips und Megaman darauf hin, dass die TCO-Qualitätsstandards für Computerbildschirme gemacht und für Energiesparlampen nicht relevant seien. Es gebe keine gesetzliche Verpflichtung, diese einzuhalten. Das ist zwar richtig, doch ÖKO-TEST ist der Meinung, dass eine Arbeitsplatzbeleuchtung nicht mehr Elektrosmog verursachen sollte als ein handelsüblicher Computerbildschirm.

Philips und Obi führen an, dass vor allem die Lebensdauer anhand einer großen Anzahl von Lampen geprüft werden müsste, denn es seien 20 bis 30 Faktoren, die das Ende der Lebensdauer bestimmen könnten. Das zeigt uns, wie komplex die Lampen sind. Die von ÖKO-TEST ermittelte Restleuchtkraft sei niedriger als die eigenen Messergebnisse.

Megaman kritisiert, dass der Versuchsaufbau - zugegebenermaßen praxisorientiert in einer Leuchte mit Schirm - für bestimmte Lampen bauartbedingt günstiger sei als für andere. Eine Beurteilung der gesamten Lichtausbeute sei dadurch nicht möglich. Aber was nutzt das dem Verbraucher, der die Energiesparlampe in eine Leuchte schraubt und nicht weiß, ob sie für dieses Modell eine günstige oder ungünstige Form hat? Laut Megaman wird in der EU diskutiert, neue praxisgerechtere Vergleichsmaßstäbe für die Helligkeit einzuführen, was zu Verschiebungen in den Wattangaben führen könnte. Das Unternehmen empfiehlt den Verbrauchern als Faustregel, eine höhere Wattzahl zu wählen, wenn es maximal hell werden soll. Seit diesem Jahr seien alle Lampen des Anbieters auf Amalgam umgestellt. Leider sei dadurch die Aufstartphase etwas länger.

Laut Swiss Lights werden die Produkte in der Schweiz entwickelt und die Teile aus Thailand und China in Thailand zusammengebaut. Anfang des Jahres hätte es Qualitätsprobleme mit zwei Zulieferern gegeben; mittlerweile seien neue verpflichtet und die Produkte überarbeitet worden. Der Anbieter betont, er lege besonderen Wert auf die Schönheit der Produkte. Die Kolben seien aus Kunststoff gefertigt und damit unzerbrechlich. So könne auch kein Quecksilber austreten. Der Kunststoff habe aber den Nachteil, dass die Hitze weniger gut abgeleitet werde, sodass der Leistung gewisse Grenzen gesetzt seien.

Hornbach und andere Anbieter kritisieren, dass die Helligkeitsmessung an der neuen Lampe vorgenommen worden sei und nicht erst nach 100 Stunden Alterung, wie die Anfangswerte nach Norm definiert seien. Erst nach diesem Einbrennvorgang hätte sich die Lampe stabilisiert. Das von uns beauftragte Institut hat dazu eine Kontrollmessung durchgeführt: Nach 100 Stunden haben die meisten Lampen bereits Helligkeitsverluste aufzuweisen, gerade auch die Flair Energy 11 W von Hornbach - das Ergebnis wäre somit noch schlechter ausgefallen.

In Bezug auf die Bestimmung der mittleren Lebensdauer führen Hornbach und andere Anbieter eine Norm an: Mindestens 20 Lampen brennen so lange, bis die Hälfte davon ausgefallen ist. Die bis dahin erreichte Brenndauer bezeichnet die mittlere Lebensdauer. Das heißt also, dass es ganz offiziell akzeptiert wird, dass knapp die Hälfte der Lampen die angegebene Lebensdauer nicht erreicht. Die Qualitätssicherung der Metro-Gruppe ergänzt, dass die Industrie davon ausgeht, dass bei einer mittleren Lebensdauer von 6.000 Stunden zehn Prozent der Lampen nach 2.000 Stunden ausfallen dürfen und sogar zwei Prozent schon bei 500 Stunden. Wer die Ausrutscher erwischt, hat also Pech gehabt.

Wie funktioniert die Energiesparlampe?

In der Leuchtstoffröhre befindet sich ein Gemisch aus Quecksilber - in flüssiger oder fester Form - und einem Edelgas. Das im Sockel eingebaute Vorschaltgerät zündet die Lampe und der Heizfaden sendet Elektronen aus (1). Diese treffen auf das Quecksilber (2) und regen es zum Leuchten an. Dabei entsteht für das menschliche Auge unsichtbares UV-Licht (3). Das wiederum trifft auf pulverförmige, fluoreszierende Leuchtstoffe auf der Röhrenwand (4), die dann sichtbares Licht aussenden. Die Startzeit hängt unter anderem von der Bauform und dem Quecksilbergehalt der Lampe (laut RoHS-Richtlinie bis zu fünf Milligramm) ab - eine einfache Röhrenform mit viel Quecksilber startet in der Regel schneller. Dafür ist die Lichtverteilung einer kompliziert gestalteten Lampe besser.

Das Lichtspektrum

Glüh- und Halogenlampen haben ein ähnlich homogenes Licht wie das Tageslicht, jedoch einen höheren Rotanteil vergleichbar der Morgen- und Abendsonne. Das Tageslicht ist durch hohe Blauanteile relativ kalt. Die Energiesparlampen/ Entladungslampen haben dagegen ein naturfremdes, unausgewogenes Lichtspektrum mit regelrechten Farbspitzen.

Lampe oder Leuchte?

Mit "Lampe" wird eine künstliche Lichtquelle bezeichnet, also die Glühbirne oder Energiesparlampe. Bei der "Leuchte" handelt es sich dagegen um den Korpus, in dem die Lampe befestigt wird.

Kauftipp

Beim Kauf sollten Sie sich für den konkreten Zweck beraten lassen, denn es werden auch schnell startende und schaltunempfindliche Modelle angeboten. Am besten die Lampen im Laden ausprobieren. So kann man zumindest Startdauer und Anfangshelligkeit kontrollieren. Leider gibt es in den meisten Läden nur ein sehr begrenztes Angebot. Die Vielfalt der Lampen ist in der Regel nur in Fachgeschäften und in speziellen Onlineshops erhältlich.

Wie richtig entsorgen?

Aufgrund von Quecksilber und elektronischem Vorschaltgerät sind Energiesparlampen Sondermüll und dürfen auf keinen Fall im normalen Hausmüll landen. Der Verbraucher kann sie bei den örtlichen Recyclinghöfen und Schadstoffmobilen abgeben. Teilweise ist das leider nur an wenigen Terminen im Jahr möglich - wahrscheinlich mit ein Grund dafür, dass bisher nur zehn Prozent der Lampen aus privaten Haushalten korrekt entsorgt werden.

Was tun bei Bruch?

Vorsichtig aufkehren, dabei Handschuhe tragen, die Teile der Lampe in eine Tüte packen, gut verschließen und vorschriftsmäßig als Sondermüll entsorgen. Auf keinen Fall den Staubsauger benutzen. Wegen der flüchtigen Quecksilberverbindungen 20 bis 30 Minuten gut lüften. Bei Lampen mit Amalgam, wie bei der heutigen Lampengeneration von Megaman, wird das Quecksilber bei Normaltemperaturen noch nicht frei. Außerdem gibt es Lampen aus Kunststoff oder mit Silikonhülle, die nicht zerbrechen oder zumindest nicht zerfallen und so auch kein Quecksilber freisetzen.

Sind Sparlampen dimmbar?

Die normalen Energiesparlampen sind nicht dimmbar. Allerdings gibt es heute spezielle Modelle im Angebot, die in Stufen oder auch stufenlos gedimmt werden können.

Watt gegen Watt?

Die Vergleichsangaben zur Glühbirne sind nicht einheitlich und nicht wirklich aussagekräftig, wie unser Test zeigt. Üblicherweise sieht die Deklaration folgendermaßen aus:

Energiesparlampe/Glühbirne

5-6 W / 25 W

7-9 W / 40 W

10-14 W / 60 W

15-18 W / 75 W

20-22 W / 100 W

Die Energieeffizienzklassen

Seit 1999 werden Lampen in der EU mit einem Energielabel gekennzeichnet. Klasse A hat weniger als 55 Prozent des marktüblichen Verbrauchs. Errechnet wird dies aus Leistung (in Watt) und Lichtstrom (in Lumen). Klasse B liegt noch unter 60, C zwischen 60 und 80, D zwischen 80 und 95 Prozent. Klasse E ist mit 95 bis 110 Prozent definiert.

Was bedeuten Lichtfarben?

Heute gibt es verschiedene, für das Auge wahrnehmbare Lichtfarben im Angebot, die teilweise auf der Verpackung angegeben sind. Sie werden als Wärmestrahlung in Kelvin (K) gemessen. Das ist jedoch keine Aussage über die eigentliche Farbqualität.

unter 3.300 K = warmweiß

3.300 bis 5.000 K = neutralweiß

über 5.000 K = kaltweiß/tageslicht-weiß

Neue Verkaufsstrategien

Stromanbieter Nuon, deutsche Tochter des niederländischen Marktführers, verlangt beim Öko-Stromprodukt Geniaale Strom keinen Grundpreis, vielmehr bietet er den Kunden Produkte zum Stromsparen an, sogenannte Sparmatikboxen. Darin finden sich beispielsweise Energiesparlampen. Die Kosten dafür werden erst mit der Jahresrechnung verrechnet, in der Hoffnung, dass sich die Produkte bis dahin schon bezahlt gemacht haben.

Macht schlechtes Licht krank?

Es gibt viele Hinweise, dass Energiesparlampen eine Reihe unangenehmer Nebenwirkungen haben.

Flimmern: Strom pulsiert. Deshalb pulsiert auch das Lampenlicht. Bei Glühlampen ist es viel weniger ausgeprägt, weil der glühende Draht träge ist. Er reagiert nicht so schnell auf den stetigen An-Aus-Takt des Wechselstromes, wie das bei den Leuchtstoffröhren der Energiesparlampen der Fall ist. Diese übertragen den Puls ins Licht, was zu einem Flimmern führt. Unsere Augen können dieses Flimmern zwar nicht mehr wahrnehmen. Doch im Körper passiert etwas.

Von den niederfrequenten Lichtsignalen weiß man, dass sie sich in den elektrischen Gehirnströmen bemerkbar machen. Der Neurophysiologe Professor Ulf T. Eysel hat gezeigt, dass das Flimmern von herkömmlichen Leuchtstoffröhren über die Nervenbahnen ins Gehirn geleitet wird. Es hat demnach einen Einfluss auf das zentrale Nervensystem und von dort etwa auf das Hormonsystem und die Motorik. Eine aktuelle Studie, die sich mit den Lichtverhältnissen in englischen Schulen beschäftigt, unterstreicht das. Kopfschmerzen, Beeinträchtigung der Sehfähigkeit und des allgemeinen Wohlbefindens - angesichts dieser Nebenwirkungen von Leuchtstofflampen sei die weite Verbreitung von unsichtbarem 100-Hz-Flimmern überraschend, wird hier erklärt.

Neu ist das Problem nicht. Osram warnte in einem 20 Jahre alten Infoblatt zu seinen Leuchtstofflampen, diese würden "beim Betrieb am normalen Wechselstromnetz nicht sichtbar 50-mal pro Sekunde ein- und ausgeschaltet. Dieser Vorgang kann bei manchen Tierarten Unruhe bis hin zu vegetativen Nervenstörungen auslösen." Empfohlen wurde deshalb ein elektronisches Vorschaltgerät.

Studien, die sich speziell mit dem Flimmern von Energiesparlampen beschäftigen, sucht man vergebens. Klar ist aber, dass sich in Sachen Flimmern in niedrigen Frequenzen, also bei 100 Hz, Parallelen auftun. Die Industrie dachte, eine einfache Lösung gefunden zu haben, was dieses Problem angeht: Durch die höheren Frequenzen der vorgeschalteten Elektronik sollte das Flackern eigentlich beseitigt werden. Wie wir nachgewiesen haben, ist das aber nicht passiert. Im Gegenteil: Nun flackern die Energiesparlampen auch in den hohen Elektronikfrequenzen und weiterhin trotzdem in den niedrigeren Netzfrequenzen. Wozu diese Mehrfachbelastung führt, ist noch völlig unerforscht.

Lichtfarben und Lichtspektrum: Energiesparlampen haben ein naturfremdes, unausgewogenes Lichtspektrum mit regelrechten Farbspitzen, besonders stark im Blaubereich. Licht mit hohem Blauanteil unterdrückt das Hormon Melatonin. Tagsüber macht es uns wacher, sorgt für mehr Konzentrationsfähigkeit. Wer aber bis spät in den Abend unter einer blaulichtlastigen Lampe sitzt, riskiert nicht nur Einschlafprobleme, erklärt der Schlafforscher Dr. Dieter Kunz von der Charité Berlin. Zu befürchten sind auch langfristige Auswirkungen: "Der menschliche Körper funktioniert wie eine Schweizer Uhr. Hier laufen viele kleine Rädchen ineinander, jedes hat einen 24-Stunden-Rhythmus. Diese werden von einer zentralen, der sogenannten inneren Uhr, synchronisiert. Wenn diese innere Uhr nun durch Licht als äußeren Rhythmusgeber stetig manipuliert wird, kommen auch all die kleinen Rädchen im Uhrwerk aus dem Takt." Störungen der inneren Uhr, erklärt Kunz, führten zu Störungen in vielen Bereichen. Die Wissenschaft weiß etwa um ihren Einfluss auf Tumorerkrankungen, Herzinfarkte, Depressionen und viele weitere Erkrankungen. Ob diese Störungen durch Melatonin und seine Unterdrückung ausgelöst sind, liegt zwar nahe, ist aber bislang noch nicht geklärt.

Mit anderen Worten: Es gibt viele beunruhigende Hinweise. Und jede Menge Forschungsbedarf. "Das", fasst der Baubiologe Wolfgang Maes zusammen, "ist der eigentliche Skandal. Wir werden zu einem Produkt verdonnert, das es seit Jahrzehnten gibt, zu dem es aber praktisch keine Forschung zum Schutz des Verbrauchers gibt."

Interview

Gesundheitliche Risiken

Alexander Wunsch ist niedergelassener Arzt in Heidelberg, beschäftigt sich mit Licht, seiner therapeutischen Nutzung und mit Lichtbiologie.

ÖKO-TEST: Was ist Ihre Kritik an Energiesparlampen?

Wunsch: Die Lichtindustrie hat sich einzig und allein darauf gestürzt, energieeffiziente Lampen herzustellen, und dabei die Lichtqualität vernachlässigt. Die verfügbaren Angaben zu den Lampen stammen von Herstellern und sind häufig geschönt. Leider ist es versäumt worden, die gesundheitlichen Risiken ausreichend zu prüfen. Wenn die Glühbirne nun auch noch aus den Privatwohnungen verbannt wird, hat das zur Folge, dass alle Menschen viele Stunden dem naturfremden Licht ausgesetzt sind - mit noch unvorhersehbaren Folgen. Denn die spektrale Verteilung einer Gasentladungslampe ist unnatürlich, wie es unnatürlicher nicht geht.

ÖKO-TEST: Welche gesundheitlichen Risiken sehen Sie?

Wunsch: Eine Verteilung mit einem hohen Blauanteil, wie ihn die Energiesparlampen aufweisen, kann zu hormonellen Fehlreaktionen führen, die insbesondere mittel- und langfristig die Entstehung einer Reihe von Zivilisationskrankheiten wie Herz- und Kreislauf-Erkrankungen fördern. Der Körper passt sich an Bedingungen an, die real nicht bestehen. Durch helles, bläuliches Licht wird zudem die Hirnanhangdrüse aktiviert und erzeugt dann einen Lichtstress. Weitere toxische Wirkungen können am Auge beobachtet werden. Blaues Licht kann Hornhaut und Linse passieren und erreicht die Netzhaut in vollem Umfang. In Zellversuchen ist nachgewiesen, dass dieses Licht prinzipiell in der Lage ist, die Netzhaut zu schädigen. Außerdem gibt es Studien, die belegen, dass viel Licht in der Nacht die Melatoninbildung verhindern und bei Frauen den Brustkrebs fördern kann. Dafür ist wiederum der Blauanteil des Kunstlichts verantwortlich. Die Krankheiten werden jedoch nicht allein dadurch ausgelöst, es müssen weitere Risikofaktoren hinzukommen.

ÖKO-TEST: Was empfehlen Sie den Verbrauchern?

Wunsch: Neben den Allgebrauchsglühlampen gibt es heute effiziente Halogenlampen, sogar mit Wärmerückgewinnung. Niedervolthalogenlampen lassen sich zudem mit Gleichstrom betreiben, sodass die elektrischen Wechselfelder und somit die Stressparameter stark gesenkt werden. Außerdem sollten die Menschen das Licht möglichst nah zum Bedarf platzieren. Man muss nicht den ganzen Raum taghell beleuchten, wenn der Arbeitsplatz hell sein muss. Das Auge braucht - entgegen den Behauptungen der Lichtindustrie - helle und dunkle Zonen.

So haben wir getestet

Die Härteprüfung

Halten die Energiesparlampen wirklich so lange, wie auf der Verpackung angegeben? Von jedem Modell wurden zwei Exemplare dem Dauertest unterzogen: 165 Minuten ein, 15 Minuten aus, rund um die Uhr. Zu Redaktionsschluss waren 6.000 Betriebsstunden überschritten, der Dauertest wird aber noch weiterlaufen. Die drei ersten Prüflinge fielen bei rund 1.500 Stunden aus, insgesamt leuchten schon 16 nicht mehr.

Parallel dazu wurde die Schaltfestigkeit mit kürzeren Schaltzyklen getestet: eine Minute ein, fünf Minuten aus, auch hier rund um die Uhr. Dabei machten die ersten Modelle schon bei rund 3.500 Schaltvorgängen schlapp, die wenigsten erreichten 10.000. Lediglich eine Energiesparlampe von Megaman war neben Glühbirne und Halogenlampe bei über 65.000 Schaltzyklen noch nicht kaputt zu kriegen.

Die Helligkeit

Eine praxistypische Situation: eine Schreibtischleuchte am Arbeitsplatz. Gemessen wurde, wie viel Licht - gemessen mit einem Luxmeter - in 50 Zentimeter Entfernung auf der Arbeitsfläche ankam. Um sicherzugehen, dass dieser Aufbau auch repräsentativ für andere Leuchten ist, führte unser Testinstitut einige Vergleichsmessungen mit anderen Reflektorleuchten durch. Außerdem ermittelte unser Tester die direkte Abstrahlung zur Seite.

Das Licht

Lichtzusammensetzung und Farbqualität wurden mit einem speziellen Messgerät, dem Spektralradiometer, gemessen. Alle Energiesparlampen haben eine sehr inhomogene und unnatürliche Verteilung, die sich im Lichtspektrum durch mehrere charakteristische Peaks ausdrückt, den höchsten im grüngelben Bereich, wo das menschliche Auge die höchste Hellempfindlichkeit hat.

Der Elektrosmog

Für die Elektrosmogmessungen kamen verschiedene Feldsonden, Messantennen und Spektrumanalyzer zum Einsatz, deren Ergebnisse am Computer ausgewertet werden. Es ist nicht nur die Intensität, sondern es ist die Feldqualität, die bei den Sparlampen so viel schlechter ausfällt, voller Störfrequenzen, Oberwellen, Schmutz. Gut zu sehen ist das an den Sinuskurven (links Glühbirne, rechts Energiesparlampe), wobei man bei Energiesparlampen gar nicht mehr von Sinuskurve sprechen kann, derart verzerrt ist sie. Der Elektrosmog setzt sich im Lichtflimmern fort, die aufgezeichneten Kurven sind ähnlich.

Und noch ein Elektrosmogproblem, das es nur bei Energiesparlampen gibt: gepulste 100-Hertz-Frequenzen als Folge der integrierten Elektronik. Die Lampen strahlen unter anderem moduliert mit der Pulsfrequenz, die man auch von DECT-Schnurlostelefonen kennt. Auch das gibt es bei Glühbirnen nicht.

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Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Glühbirne  60 W
Glühbirne 60 W
entfällt
ohne Bewertung
Halogenlampe 42 W
Halogenlampe 42 W
entfällt
ohne Bewertung
Attralux Energiesparlampe 11 Watt
Attralux Energiesparlampe 11 Watt
Attralux
befriedigend
CMI 11 W Energy Saver
CMI 11 W Energy Saver
Obi
befriedigend
General Electric Energy Saving Elegance 11 W
General Electric Energy Saving Elegance 11 W
General Electric
befriedigend
Megaman Petit Economy 11 W
Megaman Petit Economy 11 W
IDV
befriedigend
Osram Dulux Superstar 12 W
Osram Dulux Superstar 12 W
Osram
befriedigend
Isotronic Energiesparlampe Mini 11 W
Isotronic Energiesparlampe Mini 11 W
Isotronic
ausreichend
Lightway Energiesparlampe 12 Watt
Lightway Energiesparlampe 12 Watt
Aldi Süd
ausreichend
Philips Energy Saver 11 Watt
Philips Energy Saver 11 Watt
Philips
ausreichend
Tip Energiesparlampe 10 Watt
Tip Energiesparlampe 10 Watt
Real
ausreichend
Top Lux Energy Saving Lamp 11 W
Top Lux Energy Saving Lamp 11 W
Vezalux
ausreichend
Ikea Sparsam 11 W, 3er-Pack
Ikea Sparsam 11 W, 3er-Pack
Ikea
mangelhaft
Logo Energy-Saver 11 W
Logo Energy-Saver 11 W
Rewe
mangelhaft
Energiesparlampe 11 W
Energiesparlampe 11 W
Global World Trading
ungenügend
Flair Energy 11 W
Flair Energy 11 W
Hornbach (Baumarkt)
ungenügend
Luxxx Energy-Saver Advance 11 W
Luxxx Energy-Saver Advance 11 W
Luxxx
ungenügend
Swiss Lights Classic 68 Energiesparlampe 10 W
Swiss Lights Classic 68 Energiesparlampe 10 W
Swiss Lights
ungenügend
Ratgeber Bauen, Wohnen, Renovieren 11: 2009