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17 Dach-Dämmstoffe im Test

Unter Dach und Fach

ÖKO-TEST Jahrbuch Bauen, Wohnen, Renovieren für 2010 | Kategorie: Bauen und Wohnen | 09.11.2009

17 Dach-Dämmstoffe im Test

Alle untersuchten Dämmstoffe dämmen gut. Allerdings können einige Produkte die Raumluft belasten, möglicherweise sogar mit Schimmelpilzen. Einige wenige Marken enthalten krebsverdächtige Schadstoffe.

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ÖKO-TEST kaufte 17 Dämmstoffe aus konventionellen und nachwachsenden Rohstoffen ein. Sie sind für das geneigte Dach geeignet. Wir haben die Wärmeschutzeigenschaften und den sommerlichen Wärmeschutz verglichen. Außerdem wollten wir wissen, ob die Dämmstoffe den Wohnraum mit Schadstoffen belasten.

Das Testergebnis

Mehr als die Hälfte der Produkte sind "gut" oder "sehr gut". Die Bestnote erhalten je zwei Dämmstoffe aus Holzfasern und Glaswolle. Einige Materialien können jedoch die Raumluft mit ausgasenden Stoffen und möglicherweise sogar mit Schimmelpilzen belasten.

Eine gute Dämmung von Häusern können alle Dämmstoffe leisten - ganz gleich, aus welchem Material sie bestehen. Um den von uns vorgegebenen Dämmstandard von U = 0,20 W/(m²K) zu erreichen, sind - je nach Material - zwischen 13,5 bis fast 25 Zentimeter nötig. Unangefochtener Spitzenreiter ist der Polyurethanschaum Puren Plus, der allerdings recht teuer ist. Er hat den niedrigsten Lambda-Wert (l), der die Wärmeleitfähigkeit ausdrückt. Je geringer dieser Wert, umso besser dämmt ein Material. Da der Bauherr durch eine dicke Dämmung eine geringere Wirkung ausgleichen kann, werten wir nur Produkte mit einem relativ schlechten Wert ab.

In Bezug auf den sommerlichen Wärmeschutz sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Dämmstoffen minimal, auch wenn die Hersteller das oft anders darstellen. In dem von unseren Experten entwickelten Modellfall wurde es bei Verschattung und nächtlicher Lüftung maximal 22 Grad Celsius warm. Professor Gerd Hauser, Leiter des Fraunhofer Instituts für Bauphysik, bestätigt uns, dass die Unterschiede sehr klein sind, sofern nicht alle Bauteile - Dach, Außenwände und alle Innenbauteile - mit einem besonders wärmespeicherfähigen Material ausgeführt werden.

Die drei Polystyrole im Test, oft verallgemeinernd als Styropor bezeichnet, gasen flüchtige organische Verbindungen aus, darunter aromatische Kohlenwasserstoffe einschließlich des krebsverdächtigen Styrols. Die Climacell Standard aus Zellulose und die Steico therm aus Holzfasern geben Hexanal, einen unangenehm riechenden Stoff aus der Gruppe der Aldehyde, ab. Die Schadstoffbelastung ist während der Verarbeitung besonders problematisch. Aber auch wenn die Dämmstoffe im Dach eingebaut sind, können die flüchtigen Stoffe je nach Durchlässigkeit der Verkleidung noch in die Raumluft entweichen.

Sechs Dämmstoffe enthalten umstrittene halogenorganische Verbindungen. Teilweise handelt es sich dabei um bromierte oder phosphororganische Flammschutzmittel, denn die Schaumkunststoffe müssen entsprechend ausgerüstet sein, um die hohen Brandschutzanforderungen in Deutschland zu erfüllen. Besonders hohe Gehalte der bromierten Verbindung Hexabromcyclododecan (HBCD), wie sie in zwei der drei Polystyrole vorkommen, werten wir strenger ab, weil der Flammschutz laut Umweltbundesamt auch mit geringeren Gehalten bewerkstelligt werden kann. HBCD wird bei der europäischen Chemikalienagentur ECHA als besonders besorgniserregender Stoff in der sogenannten Kandidatenliste der Stoffe geführt, die bevorzugt bewertet und möglicherweise reglementiert werden.

Die Flachshaus Wärmedämmplatte DP und die Zellulose Climacell Standard enthalten Borverbindungen als Flammschutzmittel. Die meisten dieser Stoffe stehen heute in begründetem Verdacht, die Fortpflanzung zu beeinträchtigen.

Die mikroskopische Untersuchung ergab, dass einige pflanzliche Stoffe stark mit Pilzen und Bakterien belastet waren. Teilweise waren sie schon abgebaut, aber es waren auch viele intakte lebensfähige Strukturen zu erkennen. Nicht nur lebende, sondern auch abgestorbene beziehungsweise ausgetrocknete Schimmelpilzsporen können Allergien und allergische Reaktionen auslösen. Sie werden bei der Verarbeitung freigesetzt und sind dann im Raum und in der Raumluft vorhanden. Aktive Pilze und Bakterien geben zudem Stoffwechselprodukte ab. Teilweise können das sogar Giftstoffe sein, die die Gesundheit gefährden, vor allem bei geschwächten Personen.

Der Corktherm 040 ist hochbelastet, da sich auf ihm eine besonders große Anzahl von Pilzen und Bakterien anzüchten ließ. Wenn es bei diesem Material zu einem Bauschaden und zu Feuchtigkeit kommt - was durch unsachgemäßen Einbau in der Praxis immer wieder passiert - ist in kürzester Zeit mit einem heftigen mikrobiologischen Befall des Materials zu rechnen. Außerdem roch der Dämmstoff stark, was nach Aussagen unserer Tester "den Einsatz im Innenraum nicht empfehlen lässt".

Dagegen zeigten die Holzfaserdämmstoffe nur geringe mikrobielle Auffälligkeiten und sind vergleichbar mit den künstlichen Dämmstoffen, die lediglich leichte Verunreinigungen durch Transport und Lagerung aufwiesen. Etwas deutlicher, aber noch mäßig belastet waren die Zellulosefasern. Die unter dem Mikroskop sichtbaren Spuren waren meist bereits abgestorben.

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Dämmstoffe, Dach: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Unidek Mehrzweckdämmplatte  040
  • Unidek

    ausreichend

Agepan THD N+F 230
  • Glunz

    gut

Pavatex-Pavatherm
  • Pavatex

    sehr gut

Corktherm 040
  • Zipse

    ausreichend

Puren Plus
  • Puren

    gut

Rockwool Klemmrock 035
  • Deutsche Rockwool

    befriedigend

RigiTect EPS 035 DZ
  • Saint Gobain Rigips

    ungenügend

Zwischensparren-Dämmrolle Unifit TI 135 U
  • Knauf Insulation

    sehr gut

Steico therm
  • Steico

    gut

Thermo-Hanf
  • Hock

    gut

NeoTect EPS 035 DZ
  • Schwenk-Dämmtechnik

    ungenügend

Flachshaus Wärmedämmplatte DP
  • Flachshaus

    mangelhaft

Homatherm HolzFlex Protect
  • Homatherm

    gut

Climacell Standard
  • CWA

    ausreichend

Isover Integra ZKF 1-032
  • Saint-Gobain

    sehr gut

Gutex Thermosafe-homogen (stumpf)
  • Gutex

    sehr gut

Dämmstatts CI 040 boratfrei
  • Dämmstatt

    gut

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Erschienen am 09.11.2009