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Basispflegen bei Neurodermitis: Avène-Balsam ist Testverlierer

Autor: Lena Wenzel/Dimitrij Rudenko | Kategorie: Kosmetik und Mode | 16.03.2022

Avène Xera Calm A.D Rückfettender Balsam: Wie schneidet das Produkt im Test ab?
Foto: ÖKO-TEST

Der rückfettende Balsam der Marke Avène wird auf seiner Verpackung als Basispflege bei Neurodermitis beworben. Wenn Sie eine schonende Hautpflege suchen, können wir das Produkt nach unserem Test allerdings nicht empfehlen. Es enthält problematische Inhaltsstoffe. 

Eine gute und schonende Basistherapie kann dabei helfen, gereizte oder von Neurodermitis geplagte Haut wieder in den Griff zu bekommen. Dermatologen meinen damit das regelmäßige Eincremen der Haut. Empfehlenswert ist eine Pflegelotion aus unserer Sicht nur dann, wenn sie keinerlei bedenkliche oder umstrittene Inhaltsstoffe enthält – schließlich soll die Haut nicht zusätzlich belastet werden. 

Unser Test zeigt: Es ist leider nicht selbstverständlich, dass Pflegelotionen bei Neurodermitis frei von Problemstoffen sind. So fallen ein paar Produkte durch unseren Test. Genau genommen sind es vier. Drei davon schneiden "mangelhaft" ab. Testverlierer ist der Avène Xera Calm A.D Rückfettender Balsam. Es ist das einzige Produkt, das "ungenügend" ist. 

Avène-Balsam im Test mit Mineralöl verunreinigt

Doch was sind die Gründe dafür? In dem Avène-Balsam stecken Paraffine. Diese kritisieren wir zum einen, weil sich erdölbasierte Stoffe wie diese nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut einfügen wie natürliche Fette. Zum anderen sind sie häufig mit aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen (MOAH) verunreinigt.

Das ist beim Avène-Balsam im Test auch der Fall. In keinem anderen überprüften Produkt hat das von uns beauftragte Labor MOAH nachgewiesen. Wenn Sie uns fragen, hat MOAH nichts in Kosmetik zu suchen. Zu der Stoffgruppe können auch Verbindungen gehören, die krebserregend sind. 

Anbieter Pierre Fabre reagierte auf dieses Testergebnis: Laut ihm werden in der Rezeptur hochgereinigte Mineralöle verwendet. Ein Gutachten dazu legte er nicht vor.

Problematische Inhaltsstoffe im Avène-Balsam

Inhaltsstoffe, die wir häufig bemängeln, sind PEG-Verbindungen. Sie sind im Avène-Balsam enthalten sowie in in vier weiteren Produkten im Test. PEG-Verbindungen werden häufig als Emulgatoren eingesetzt, um Öl und Wasser miteinander zu verbinden. Doch sie können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen.

Neben Paraffinen, MOAH und PEG-Verbindungen kritisieren wir synthetische Polymere im Avène-Balsam. Dabei handelt es sich um flüssige Kunststoffverbindungen, die über den Klarschlamm in die Umwelt gelangen und dort schwer abbaubar sein können. Wir beanstanden sie mehrfach im Test.  

Hersteller verwendet keine Rezyklate für Verpackung

Aus Umweltgründen heißen wir es auch nicht für gut, dass Hersteller Pierre Fabre keine Rezyklate – also recycelte Kunststoffe – in der Kunststoffverpackung verarbeitet. Weil sich so Plastikmüll reduzieren lässt, halten wir es für wichtig, dass Hersteller Rezyklatanteile verwenden.

Zum Vergleich: Die wenigsten Hersteller im Test verkaufen ihre Produkte in Kunststoffverpackungen, die zum Teil aus Rezyklaten bestehen. Sechs machten dazu keine Angaben.

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Kritik gibt es außerdem für die Tatsache, dass der Avène-Balsam in einem Umkarton steckt. Hier entsteht unserer Meinung nach unnötiger Verpackungsmüll, da kein Glas geschützt werden muss. Insgesamt acht Hersteller im Test enthalten deshalb einen Minuspunkt. 

So setzt sich das Gesamturteil zusammen 

Das Gesamturteil beruht auf dem Teilergebnis Inhaltsstoffe. Weil Paraffine, MOAH und PEG-Verbindungen im überprüften Avène Xera Calm A.D Rückfettender Balsam stecken, ziehen wir fünf Noten ab. Damit lautet das Gesamturteil "ungenügend". Details zu Bewertung und Prüfmethoden lesen Sie hier auf der Seite zum Test im Abschnitt Testverfahren.

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