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#stopptquetschies-Petition an Dm-Drogeriemarkt: Schluss mit dem Obstbrei aus der Tüte

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Kinder und Familie | 17.07.2019

#stopptquetschies-Petition an Dm-Drogeriemarkt: Schluss mit dem Obstbrei aus der Tüte
(Foto: Foto: ÖKO-TEST/UT)

Drogerien und Supermärkte bieten immer mehr Quetschies an. Denn Kinder wie Eltern lieben den Obstbrei in Tüten. Dabei sind Quetschies ein überflüssiges Produkt, das der Gesundheit und der Umwelt schaden kann. Jetzt soll eine Petition an Dm und Alnatura den ökologischen Irrsinn stoppen.

Quetschies, wohin man schaut: Die Auswahl an Obst- und Gemüsebrei – mal mit Joghurt, mal mit Getreideflocken oder Cookies – wird im Drogerie- und Supermarkt immer größer. Beworben wird der Obstbrei in Tüten als praktischer und gesunder Snack für Kinder. Ökologisch sind die kleinen Obst-Tütchen der Wahnsinn: Das Gemisch aus Plastik und Aluminium lässt sich nicht recyceln, die Müllberge sind riesig.

Petition: Stoppt den ökologischen Irrsinn der Kinder-Lebensmittel

Auf change.org läuft jetzt eine Petition gegen Quetschies. Die Initatorin Simone Adams fordert alle Alnatura- und Dm-Märkte auf, die Quetschies aus dem Sortiment zu nehmen. "Wir fordern ebenfalls, dass die Bio-Zertifizierung der Quetschies ein Ende haben muss", so Adams. Die Deutsche Umwelthilfe ist Partner der Petition.

Hauptgrund für den Stopp-Aufruf zu den Quetschies ist in Simone Adams Augen die problematische Mischung von Plastik und Aluminium: Das Gemisch lässt sich nicht recyceln und die Gewinnung von Aluminium ist äußerst problematisch: Für die Herstellung wird viel Energie benötigt und es entsteht tonnenweise Abfall in Form von Rotschlamm.

Hier geht’s zur Petition: #stopptquetschies 

Ziel der Petition sind 100.000 Unterschriften, momentan liegt die Zahl der Unterstützer bei knapp 61.800 (Stand 23. Juli 2019).

Sechs Gründe, die gegen Quetschies sprechen

  1. Quetschies sind kleine Zuckerbomben
    Auf den Tüten steht häufig "ohne Zuckerzusatz". Doch das verschleiert, dass Hersteller Quetschis Fruchtmark oder beispielsweise Apfelsaft-oder Traubensaftkonzentrat zusetzen. Das macht die Obsttüte noch süßer, in denen ohnehin bereits Fruchtzucker steckt, den die verarbeiteten Früchte von Natur aus enthalten.
  2. Quetschies erhöhen das Kariesrisiko 
    In einem Quetschie trifft viel Zucker auf Säure. Wenn diese Mischung in den Mund „genuckelt“ wird, steigt die Kariesgefahr.
  3. Quetschies sind überteuert 
    Nach Angaben der Verbraucherschützer kosten die Tütchen zwischen 40 und 90 Cent. Damit sind sie deutlich teurer als frisches Obst oder auch Obstbrei aus dem Glas.
  4. Quetschies produzieren unglaubliche Müllberge 
    Die Tütchen sind schnell geleert – zurück bleibt die leere Tüte, eine Mischung aus Aluminium und Plastik, die kaum recycelt werden kann. Die leeren Quetschtüten sind deshalb vor allem Müll.
  5. Quetschies können zu Defiziten bei der Sprachentwicklung führen 
    An einer Karotte knabbern oder von einem Apfel abbeißen versorgt Kinder mit Vitaminen – und fördert die Kaumuskulatur. Diese Muskeln sind nicht nur beim Essen wichtig, sondern auch bei der Sprachentwicklung. "Eine adäquat trainierte Kaumuskulatur ist für das Erlernen von Sprache von Bedeutung", so Professor Ulrich Schiffner von der Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde am Universitätsklinikum Eppendorf. Wenn Kinder Obst nur noch saugen und nicht mehr kauen, wird die Kaumuskulatur nicht ausreichend trainiert.
  6. Quetschies können Schadstoffe enthalten
    In unserem Test "Obstbrei aus Tüten" aus dem Jahr 2016 schaffte nur eine einzige Tüte mit Obstbrei ein "gut". Alle anderen können wir nicht oder nur eingeschränkt empfehlen. Fünf Produkte floppten im Test: Für Pestizide, Konzentrate, Fruchtsüße und mangelhafte Deklaration konnten wir nur ein "ungenügend" geben. Nur die Produkte im Test, die eine Altersempfehlung ab sechs Monaten oder ab einem Jahr tragen, sind pestizidfrei. In fünf von sieben Tüten ohne Altersempfehlung stecken hingegen Rückstände chemischer Pflanzenschutzmittel

Quetschies sind kein Ersatz für frisches Obst und Gemüse

Wir raten:

  • Wenn es unbedingt einmal eine Obstquetsche sein soll, achten Sie auf die Zutatenliste. Begriffe, die auf "ose" enden, deuten auf zugesetzten (Frucht-)Zucker hin – genauso wie Saftkonzentrate und der Begriff "Fruchtsüße".
  • Produkte mit der Altersangabe "ab 1 Jahr" fallen ganz klar unter die Diätverordnung, die recht strenge Richtlinien für Baby- und Kleinkindernahrung vorgibt. Unser Test zeigt, dass diese Produkte bezüglich der Inhaltsstoffe und der Deklaration durchschnittlich besser abschneiden als diejenigen ohne Altersangabe.
  • "Quetschies" sollten mit ihrem hohen Fruchtzuckergehalt eher als Süßigkeit angesehen werden – und deswegen besser das Stück Schokolade als die Portion frisches Obst ersetzen.

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