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Verbotener Schadstoff, kein Komfort: Paw-Patrol-Rucksack versagt im Test

Autor: Lena Wenzel/Kai Thomas | Kategorie: Kinder und Familie | 07.06.2019

Verbotener Schadstoff, kein Komfort: Paw-Patrol-Rucksack versagt im Test
(Foto: ÖKO-TEST)

Ein Ranzen mit Paw-Patrol-Motiv ist der große Verlierer im Kinderrucksack-Test. Er ist als einziger von 15 Rucksäcken "mangelhaft".

Wer einen guten Rucksack für sein Kind im Kita- und Vorschulalter sucht, setzt besser auf Marken statt auf beliebte Zeichentrickhelden. Die Rucksäcke mit Merchandising-Motiven im Test – darunter Paw Patrol und Pokémon – sind für unter 20 Euro nicht nur günstig, sondern auch billig gemacht.

Paw Patrol Kinderrucksack im Test "mangelhaft"

Der Paw Patrol Kinderrucksack fällt im Kinderrucksack-Test besonders negativ auf. Das Produkt des Anbieters Heinrich Sieber kassiert wegen zahlreicher Mängel die meisten Minuspunkte, ist so das Schlusslicht im Test. Wir bewerten ihn als einzigen Rucksack mit dem Gesamturteil "mangelhaft".

Unsere Hauptkritik: Der Rucksack versagt in der Praxisprüfung in puncto Tragekomfort komplett. Unter anderem fehlt ein Rückenpolster und die Tragegurte sind zu eng. Zudem wies ein beauftragtes Labor sehr viele Schadstoffe im getesteten Modell nach. Besonders besorgniserregend: der Weichmacher DEHP. Er steht im Verdacht, die Fruchtbarkeit und Ungeborene zu schädigen. In Rucksäcken ist er noch erlaubt, in Spielzeug und Babyprodukten aber bereits gesetzlich verboten.

Den kompletten Test mit allen Detailergebnissen können Sie hier als e-Paper kaufen.

Gesundheitlich riskante Weichmacher im Rucksack

Der Paw Patrol Kinderrucksack enttäuschte im Test vor allem in der Praxisprüfung. Sein Tragekomfort ist sehr schlecht. Ihm fehlt unter anderem eine Rückenpolsterung und ein Brustgurt. Dieser verhindert, dass die Tragegurte nicht von den Schultern rutschen. Außerdem verteilte sich der Druck im Test nicht gut auf Kinderrücken. Die zwei Tragegurte selbst lagen zu eng an Hals und Nacken, sodass sie drücken oder scheuern können.

Zudem fällt der Paw-Patrol-Rucksack komplett durch die Schadstoffprüfung. Der Hauptgrund: In ihm waren als einziges Produkt gleich fünf Weichmacher nachweisbar, deren Einsatz per Gesetz stark eingeschränkt ist. Diese Stoffe machen Plastik biegsam und geschmeidig. Allerdings gelten sie als gesundheitlich hoch problematisch: vor allem die nachgewiesenen Stoffe DEHP und DINP. DEHP steht im Verdacht, die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen und Ungeborenen zu schaden. DINP verdächtigen Experten, Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen.

In Kinderrucksäcken dürfen Hersteller sie zwar noch einsetzen. In Spielzeug und Babyprodukten ist DEHP aber bereits ab geringsten Mengen verboten. DINP ist nicht erlaubt in Babyprodukte und Spielzeug, das in den Mund genommen werden kann.

So setzt sich das Gesamturteil zusammen 

Das Gesamturteil des Paw-Patrol-Rucksacks setzt sich aus Teilergebnissen zusammen. Die Komfortmängel reichen, um das Teilergebnis Praxisprüfung auf "mangelhaft" zu drücken. Allein der Weichmacher DEHP sorgt für ein "ungenügendes" Teilergebnis Inhaltstoffe. Insgesamt ist der Kinderrucksack deshalb "mangelhaft", denn das Gesamturteil setzt sich zu 60 Prozent aus dem Praxisergebnis und zu 40 aus dem Teilergebnis zu den Inhaltsstoffen zusammen.

Vor allem Marken-Modelle überzeugen im Test

Der Test zeigt: Zwischen den Rucksäcken mit Merchandising-Motiven und den Markenprodukten bekannter Marken gibt es große Unterschiede. Zwei Rucksäcke schneiden mit "sehr gut" ab, sieben mit "gut" – darunter vor allem die teureren Marken. Die bunten Modelle mit den Zeichentrickhelden allerdings erzielen mit "ausreichend" und "mangelhaft" ein schlechtes Gesamturteil. Im Fokus des Tests stehen Tragekomfort, Handhabung, Materialeigenschaften und mögliche Schadstoffbelastungen.

Daran erkennen Sie gute Rucksäcke

  • Gurtverlauf: Der Abstand zwischen den Tragegurten sollte mindestens sieben Zentimeter betragen.
  • Die Tragegurte sollten gepolstert sein, das bringt Tragekomfort.
  • Die Rückenfläche ist am besten gepolstert, das schützt vor Druckstellen.
  • Brustgurt: Damit rutschen die Tragegurte nicht von den Schultern, er sollte verstellbar sein.

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