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Trampolin im Garten: Die wichtigsten Sicherheits-Tipps

Autor: Redaktion (lw) | Kategorie: Kinder und Familie | 02.06.2022

Trampolin im Garten: Tipps für mehr Sicherheit
Foto: Shutterstock/Afanasiev Andrii

Ein Trampolin steht inzwischen in fast jedem Garten, in dem Kinder spielen. Doch welches Modell eignet sich für wen? Worauf sollten Sie beim Kauf achten, damit es sicher zugeht? Die wichtigsten Tipps zu Kauf und Sicherheit von Garten-Trampolinen.

In der Corona-Krise war der Hüpfspaß im Garten eine der wenigen sportlichen Aktivitäten für Kinder und Jugendliche. Doch welches Modell eignet sich für die eigene Familie am besten? Auf welche Sicherheitsmerkmale sollte schon beim Kauf geachtet werden? Robert Ziegler vom TÜV Süd gibt Tipps.

Trampolin im Garten: Diese Modelle gibt es

Gartentrampoline sind in den verschiedensten Varianten auf dem Markt. Im Gegensatz zu Fitness- oder Sporttrampolinen werden sie überwiegend von Kindern und Jugendlichen genutzt. 

  • Die klassischen Allrounder sind rund, haben einen Durchmesser von 250 bis 490 cm und sind auch für die Belastung durch einen Erwachsenen ausgelegt. Das Sprungtuch wird über ein Untergestell gespannt; ein Netz schützt die Springer vor dem seitlichen Absturz. Der Abstand zwischen Boden und Sprungtuch hängt vom Modell ab, eine Leiter gehört zur Grundausstattung.
  • Manche Hersteller bieten platzsparende Junior-Varianten mit einem geringeren Durchmesser an. Diese Geräte sind jedoch nur für Leichtgewichte gedacht.
  • Eine Alternative stellen Bodentrampoline dar. Sie sind meistens rechteckig und werden so über eine Grube im Boden eingepasst, dass das Sprungtuch auf gleicher Höhe wie die Umgebung liegt.

Rundes Garten-Trampolin: Vor- und Nachteile

Bodentrampolin oder klassisches Gartentrampolin? Robert Ziegler, Produktprüfer beim TÜV Süd, zu den Vor- und Nachteilen: "Gartentrampoline sind schneller aufgebaut, handwerkliches Geschick ist dafür in der Regel nicht erforderlich. Sie können leicht versetzt werden, wenn etwa der Rasen gemäht wird, und über den Winter abgebaut in der Gartenhütte gelagert werden. Grundsätzlich ist das Überwintern im Freien jedoch kein Problem."

"Starke Herbststürme könnten sie allerdings durchaus umwehen", fährt Ziegler fort, "wenn sie nicht – wie in vielen Montageanleitungen vorgesehen – im Boden verankert sind oder kurzfristig entsprechend gesichert bzw. abgebaut werden. Die Preisspanne ist groß, doch aufgrund der großen Konkurrenz sind Schnäppchen immer wieder möglich."

Bodentrampolin: Vor- und Nachteile

Mit einem Bodentrampolin dagegen legt man sich langfristig auf einen Standort fest. Etliche Kubikmeter Erde müssen für die Grube ausgehoben werden. Nicht jeder Untergrund ist geeignet, und Mieter sollten vor der Planung mit ihrem Vermieter sprechen.

Positiv ist das vergleichsweise geringere Unfallrisiko, vor allem dann, wenn stoßfedernde Materialien rund um das Trampolin verlegt werden. Außerdem fügt sich ein Bodentrampolin unauffälliger in die Umgebung ein.

Das früher beliebte Verkaufsargument, dass Bodentrampoline kein optisch störendes Sicherheitsnetz benötigen, gilt jedoch aufgrund einer EU-weiten Neuregelung nur noch bedingt: Wer auf ein Sicherheitsnetz verzichten will, muss einen deutlich größeren Bereich mit stoßdämpfendem Boden wie zum Beispiel Matten auslegen. Der TÜV weist darauf hin, unbedingt die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten und die Sicherheit dabei als oberste Priorität zu sehen.

Beim Kauf auf Qualität achten

Verbraucher können an verschiedenen Siegeln erkennen, ob ein Gartentrampolin von unabhängiger Seite geprüft wurde:

  • Die CE-Kennzeichnung bestätigt, dass ein Produkt die entsprechenden europäischen Normen und Richtlinien erfüllt.
  • Mehr über die Qualität sagen das freiwillige GS-Zeichen (für Geprüfte Sicherheit) sowie das TÜV-Süd-Oktagon aus. Für das GS-Zertifikat prüfen die Experten im Labor unter anderem Sprungtuch und Federn sowie die Aufhängung des Sprungtuchs, die Stabilität, mögliche Verletzungsgefahren im Bereich der Öffnungen sowie die Korrosions- und UV-Beständigkeit.

Der TÜV rät, unbedingt die Gebrauchsanweisung aufzuheben: "Eine Anleitung vom Hersteller ist nicht nur dann hilfreich, wenn man das Gerät doch einmal ab- und wieder aufbauen will", so Robert Ziegler. "Hier finden sich auch Informationen zum Kauf von Ersatzteilen. Sprungfedern beispielsweise können mit der Zeit brechen und müssen ersetzt werden."

Garten-Trampolin nach dem Winter prüfen

Überhaupt verlangt ein Trampolin gerade nach der Winterpause einen Check: Gartentrampoline sind im Lauf des Jahres verschiedensten Witterungseinflüssen ausgesetzt. Während UV-Strahlung Kunststoffteile spröde macht, beschleunigen Regen und Feuchtigkeit die Korrosion von Metallteilen.

Leicht beschädigte oder ergraute Sicherheitsnetze können sogar bereits nach einer Saison an Reißfestigkeit verlieren und sollten in diesem Fall ausgetauscht werden.

Sicherheit und Spaß schließen sich nicht aus

Manche Trampoline haben einen Durchmesser von fast fünf Metern und sind für eine Belastung von mehreren hundert Kilogramm ausgelegt. Dies verleitet dazu, von mehreren Springern gleichzeitig benutzt zu werden – dabei sind auch die größten Gartentrampoline immer nur zur Alleinbenutzung freigegeben. 

Shutterstock/Martin Novak
Shutterstock/Martin Novak (Foto: Keine gute Idee, auch wenn es spaßig aussieht: Garten-Trampoline sollten nur alleine benutzt werden.)

Hier liegt nämlich das größte Verletzungsrisiko: Sind die Springer unterschiedlich schwer, kann es zu einem regelrechten Katapulteffekt kommen, bei dem der leichteste Benutzer weggeschleudert wird. Springt ein Benutzer auf den anderen, kann es zu schweren Rückenverletzungen kommen. Kopfverletzungen entstehen bei Teenagern häufig nach waghalsigen Saltos oder Stunts – aber auch hier überwiegend bei paralleler Nutzung. Daher sollten Eltern ihre Kinder unbedingt über diese Risiken aufklären.

Trampolin auf Benutzer abstimmen

TÜV-Experte Ziegler rät: "Überlegen Sie vor dem Kauf, wer das Trampolin überwiegend nutzen wird. Ein Trampolin mit einem zugelassenen Nutzergewicht von 150 Kilogramm empfinden kleine Kinder oft als zu hart. Es muss auch nicht der größte Durchmesser sein. So spart man nicht nur Platz – kleinere Trampoline haben oft eine höhere Spannkraft und bringen so vor allem jugendlichen Springern noch mehr Spaß."

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