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Schnuller abgewöhnen: Tschüss, geliebter Nuckel!

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Kinder und Familie | 01.08.2021

Der Schnuller ist für Babys wichtig, doch irgendwann muss man Kleinkindern den Schnuller abgewöhnen.
Foto: Shutterstock / Tomsickova Tatyana

Für Babys und kleine Kinder ist der Schnuller ein wichtiger Begleiter: Er tröstet und beruhigt. Irgendwann kommt aber die Zeit des Abschieds vom geliebten Nuckel – für Eltern oft eine Herausforderung. Wir haben praktische Tipp, wie Sie den Schnuller abgewöhnen können plus Infos, wann der richtige Zeitpunkt ist.

Die Vorteile des Schnullers liegen auf der Hand: Der Nuckel beruhigt und sorgt damit für zufriedene Babys – und schont ganz nebenbei die Nerven der Eltern. Wenn aus Babys aber Kleinkinder werden, kommt irgendwann die Zeit für den Abschied von dem geliebten Nuckel.

Zum einen, weil die Kleinen den Schnuller dann nicht mehr so dringend brauchen, zum anderen, weil der Schnuller Zahnfehlstellungen verursachen und das Sprechen lernen erschweren kann. Eltern fragen sich: Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Start in ein Leben ohne Schnuller? Und wie funktioniert das Abgewöhnen des Schnullers ohne allzu viele Tränen?

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Schnuller abgewöhnen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Es gibt Babys, die absolut keinen Schnuller wollen. Das ist aber eine kleine Minderheit. Die meisten Babys schnullern mit Begeisterung, denn das Saugen am Schnuller beruhigt so wunderbar: Die Kleinen kommen besser zur Ruhe und schlafen schneller ein.

Einige Studien zeigen zudem, dass der Schnuller beim Einschlafen das Risiko für den plötzlichen Kindstod um bis zu 60 Prozent reduzieren kann. Es spricht also erstmal nichts gegen – aber viel für einen Schnuller in den ersten Lebensmonaten. 

Wenn bei Babys die ersten Zähne durchbrechen (meist ist das mit einem halben Jahr der Fall), wird der angeborene Saugreflex durch den Kaureflex abgelöst. Saugen ist jetzt nicht mehr so wichtig – damit ist ein guter Zeitpunkt fürs langsame Abgewöhnen des Schnullers gekommen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. rät Eltern deshalb, Babys den Schnuller nach dem siebten Lebensmonat abzugewöhnen.

Wenn Sie Ihrem Kind den Schnuller zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz wegnehmen möchten, sollten Sie darauf achten, dass das Nuckelteil nicht zur Gewohnweit wird. Spätestens zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr wäre es besser, wenn Eltern ihr Kind völlig vom Schnuller entwöhnen.

Wenn Babys die ersten Zähne bekommen, ist ein guter Zeitpunkt, um sie vom Schnuller zu entwöhnen.
Wenn Babys die ersten Zähne bekommen, ist ein guter Zeitpunkt, um sie vom Schnuller zu entwöhnen. (Foto: Shutterstock / Daria Nipot)

Schnuller abgewöhnen: 4 hilfreiche Tipps

  • Setzen Sie den Schnuller sparsam und wohldosiert ein, zum Beispiel nur noch als "Joker" zum Einschlafen.
  • Nehmen Sie Ihrem Kind den Schnuller aus dem Mund, wenn es sich beruhigt hat.
  • Fordern Sie Ihr Kind immer auf, den Schnuller zum Sprechen aus dem Mund zu nehmen. Denn ständig getragen stört der Schnuller beim Sprechenlernen und kann auch Ohrenentzündungen und Karies begünstigen.
  • Gewöhnen Sie Ihr Kind an ein Kuscheltier, das künftig beim Einschlafen an seiner Seite sein darf.

Schnuller abgewöhnen: der endgültige Abschied 

Eltern hoffen grundsätzlich, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, an dem sich das Kind aus freien Stücken entscheidet, den Schnuller abzugeben. Da das meist nicht der Fall ist, müssen Sie sich einen Plan überlegen, den richtigen Zeitpunkt wählen – und dann konsequent sein. In den meisten Fällen ist der endgültige Abschied vom Schnuller für das Kind erstmal hart, aber die Trennung schnell durchgestanden.

1. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über den Abschied vom Schnuller

Nehmen Sie Ihrem Kind den Schnuller nicht einfach weg, sondern bereiten Sie Ihr Kind behutsam auf den Abschied vom Schnuller vor. Kinder ab zwei Jahren sind logischen Argumenten gegenüber oft schon erstaunlich aufgeschlossen und haben manchmal sogar selbst eine Idee, wie der Abschied von dem treuen Begleiter am besten funktionieren könnte. Ihr Kind sollte in jedem Fall die Chance haben, sich von seinem Schnulli zu verabschieden. 

2. Schnuller-Geschichten

Es gibt wunderbare und pädagogisch wertvolle Bücher, die den Abschied vom Schnuller thematisieren und die Eltern und Kind gemeinsam anschauen und lesen können. 

3. Schnuller-Fee

Ein bisschen Magie hilft fast immer. Auch wenn bislang niemand die Schnuller-Fee gesehen hat – sie kommt, wenn Sie sie brauchen. Der Deal mit ihr lautet: Sie nimmt den Schnuller (unwiederbringlich) mit und lässt dafür ein kleines Geschenk für das tapfere Kind da.

4. Schnuller einem kleineren Kind schenken

Manche Kinder sind für die Idee zu begeistern, den eigenen Schnuller (inklusive der Schnullerkollegen, die über die ganze Wohnung verteilt sind) an ein neugeborenes Baby zu verschenken, das den Schnuller dringender braucht.

Keine gute Idee ist es, den Schnuller an das neugeborene Geschwisterchen weiterzugeben. Wenn der kleine Bruder oder die kleine Schwester auf die Welt kommt, bringt das für das Kind viele Veränderungen mit sich – kein guter Zeitpunkt, den Schnuller abzugewöhnen.

Schnullerbaum, Schnullerfee und Schnuller-Geschichten helfen beim Abschied.
Schnullerbaum, Schnullerfee und Schnuller-Geschichten helfen beim Abschied. (Foto: Shutterstock / dreakrawi)

5. Schnullerbaum

Der Brauch des Schnullerbaums stammt ursprünglich aus Dänemark, aber auch bei uns gibt es immer mehr Schnullerbäume, an die Kinder ihren Schnuller hängen dürfen. Die Idee dahinter: Von nun an passt der Baum gut auf den wertvollen Schatz auf. Die Kinder können den Schnuller immer wieder besuchen und sehen, dass sich auch andere Kinder von ihrem Schnuller verabschieden.

6. Abschiedsfest

Wer mag, darf mit dem Kind gemeinsam ein kleines Abschiedsfest anlässlich des Auszugs des Schnuller planen und feiern.

7. Besuch beim Zahnarzt oder Kinderarzt nutzen

Zahnärzte und Kinderärzte können kleinen Patienten gut erklären, warum sie für den Schnuller eigentlich schon zu groß sind. Und wer weiß, vielleicht stößt der Vorschlag, den Schnuller dem Arzt auszuhändigen, auf Gegenliebe. Das macht aber keinen Sinn, wenn das Kind ernsthaft krank ist und den Schnuller deshalb eventuell mehr braucht als sonst. 

8. Tauschgeschäft

Wenn Ihr Kind einen großen Wunsch hat, können Sie ihm auch ein Tauschgeschäft vorschlagen. Wenn es den Schnuller hergibt, bekommt es dafür das sehnlichst erwünschte Kuscheltier oder ein anderes Spielzeug.

Der richtige Zeitpunkt macht's

Wichtig für die Schnullerentwöhnung ist das richtige Timing. Ein schlechter Zeitpunkt ist zum Beispiel, wenn das Kind krank ist oder eine große Veränderung wie zum Beispiel Eingewöhnung in der Kita, Geburt des Geschwisterchens oder ein Umzug anstehen.

Eine Belohnung hilft gut, damit die Kinder den Schnuller hergeben.
Eine Belohnung hilft gut, damit die Kinder den Schnuller hergeben. (Foto: Shutterstock / Phuriwatt Seesuk)

Sanfte Entwöhnung oder kalter Entzug?

Manchen Kindern fällt der Abschied leichter, wenn der Schnuller von jetzt auf gleich weg ist – für andere ist ein langsames Ausschleichen der Schnullerzeit unkomplizierter. Hier sind Sie als Eltern gefragt: Sie wissen am besten, welche Methode zu Ihrem Kind passt. Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie selbst konsequent bleiben.

Wichtig: Bei unseren Tipps handelt es sich nur um Empfehlungen. Jedes Kind hat ein anderes Entwicklungstempo und andere Bedürfnisse. Sie als Eltern sind gefragt, den richtigen Zeitpunkt und die für Sie passende Methode zu wählen.

Schnuller für Babys – das sollten Sie wissen

  • Zahnärzte empfehlen Schnuller mit flachem Saugteil und dünnem Schaft zwischen Mundschild und Saugteil, um den Zusammenbiss möglichst wenig zu stören. 
  • Kaufen Sie lieber eine Nummer zu klein als zu groß – auch das mindert das Risiko einer Zahnfehlstellung.
  • Der Schnuller ist grundsätzlich nicht zum Trösten da – das ist der Job von Mama und Papa. Schaukeln, singen und beruhigende Worte sprechen zeigt Ihrem Kind am besten, dass es liebgehabt und verstanden wird.
  • Wenn Kinder keinen Schnuller zur Verfügung haben, stecken sie sich häufig den Daumen in den Mund. Und der lässt sich noch schwerer abgewöhnen als der Schnuller, denn der ist festgewachsen.

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