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Quetschies: Sechs Gründe gegen Obstbrei aus der Tüte

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Kinder und Familie | 14.03.2019

Quetschies: Sechs Gründe gegen Obstbrei aus der Tüte
(Foto: Foto: ÖKO-TEST/UT)

Drogerien und Supermärkte bieten immer mehr Quetschies an. Denn Kinder wie Eltern lieben den Obstbrei in Tüten. Dabei gilt er als überflüssiges Produkt, das der Gesundheit und der Umwelt schaden kann.

Quetschies, wohin man schaut: Die Auswahl an Obst- und Gemüsebrei – mal mit Joghurt, mal mit Getreideflocken oder Cookies – wird im Drogerie- und Supermarkt immer größer. Beworben wird der Obstbrei in Tüten als praktischer und gesunder Snack für Kinder.

Praktisch sind die kleinen bunten Quetschies in der Tat: Denn Kleinkinder saugen mit ihnen Obst und Gemüse direkt aus dem Beutel. Macht Spaß und schmeckt lecker. Kinder lieben die kleinen Beutelchen. Und Eltern kaufen sie. Zum Teil mit Begeisterung, denn endlich "isst" der Nachwuchs Obst ohne zu meckern. Zum Teil aber auch mit schlechtem Gewissen. Denn der Brei in Tüten sorgt für unglaubliche Müllberge.

Das Urteil der Verbraucherzentrale Niedersachsen lautet deshalb knallhart: "Bei Quetschies handelt es sich um ein Kinderlebensmittel, welches überflüssig und dazu noch überteuert ist".

Sechs Gründe, die gegen Quetschies sprechen

  1. Quetschies sind kleine Zuckerbomben
    Auf den Tüten steht häufig "ohne Zuckerzusatz". Doch das verschleiert, dass Hersteller Quetschis Fruchtmark oder beispielsweise Apfelsaft-oder Traubensaftkonzentrat zusetzen. Das macht die Obsttüte noch süßer, in denen ohnehin bereits Fruchtzucker steckt, den die verarbeiteten Früchte von Natur aus enthalten.
  2. Quetschies erhöhen das Kariesrisiko
    In einem Quetschie trifft viel Zucker auf Säure. Wenn diese Mischung in den Mund „genuckelt“ wird, steigt die Kariesgefahr.
  3. Quetschies sind überteuert 
    Nach Angaben der Verbraucherschützer kosten die Tütchen zwischen 40 und 90 Cent. Damit sind sie deutlich teurer als frisches Obst oder auch Obstbrei aus dem Glas.
  4. Quetschies produzieren unglaubliche Müllberge 
    Die Tütchen sind schnell geleert – zurück bleibt die leere Tüte, eine Mischung aus Aluminium und Plastik, die kaum recycelt werden kann. Die leeren Quetschtüten sind deshalb vor allem Müll.
  5. Quetschies können zu Defiziten bei der Sprachentwicklung führen 
    An einer Karotte knabbern oder von einem Apfel abbeißen versorgt Kinder mit Vitaminen – und fördert die Kaumuskulatur. Diese Muskeln sind nicht nur beim Essen wichtig, sondern auch bei der Sprachentwicklung. "Eine adäquat trainierte Kaumuskulatur ist für das Erlernen von Sprache von Bedeutung", so Professor Ulrich Schiffner von der Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde am Universitätsklinikum Eppendorf. Wenn Kinder Obst nur noch saugen und nicht mehr kauen, wird die Kaumuskulatur nicht ausreichend trainiert.
  6. Quetschies können Schadstoffe enthalten
    In unserem Test "Obstbrei aus Tüten" aus dem Jahr 2016 schaffte nur eine einzige Tüte mit Obstbrei ein "gut". Alle anderen können wir nicht oder nur eingeschränkt empfehlen. Fünf Produkte floppten im Test: Für Pestizide, Konzentrate, Fruchtsüße und mangelhafte Deklaration konnten wir nur ein "ungenügend" geben. Nur die Produkte im Test, die eine Altersempfehlung ab sechs Monaten oder ab einem Jahr tragen, sind pestizidfrei. In fünf von sieben Tüten ohne Altersempfehlung stecken hingegen Rückstände chemischer Pflanzenschutzmittel

Quetschies sind kein Ersatz für frisches Obst und Gemüse

Wir raten:

  • Wenn es unbedingt einmal eine Obstquetsche sein soll, achten Sie auf die Zutatenliste. Begriffe, die auf "ose" enden, deuten auf zugesetzten (Frucht-)Zucker hin – genauso wie Saftkonzentrate und der Begriff "Fruchtsüße".
  • Produkte mit der Altersangabe "ab 1 Jahr" fallen ganz klar unter die Diätverordnung, die recht strenge Richtlinien für Baby- und Kleinkindernahrung vorgibt. Unser Test zeigt, dass diese Produkte bezüglich der Inhaltsstoffe und der Deklaration durchschnittlich besser abschneiden als diejenigen ohne Altersangabe.
  • "Quetschies" sollten mit ihrem hohen Fruchtzuckergehalt eher als Süßigkeit angesehen werden – und deswegen besser das Stück Schokolade als die Portion frisches Obst ersetzen.

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