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Otriven-Nasentropfen für Säuglinge: Warnung vor falscher Dosierung

Gefahr eines Medikationsfehlers ist groß

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Kinder und Familie | 28.01.2020

Nasentropfen können bei Überdosierung gefährlich werden.
Foto: sweet marshmallow / shutterstock

Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker warnt vor möglichen Dosierfehlern bei Otriven-Nasentropfen für Säuglinge. Eine Überdosierung kann zu schweren Nebenwirkungen führen.

Wenn Eltern ihrem Kind Otriven-Nasentropfen für Säuglinge mit 0,025 Prozent Xylometazolin mit der beigelegten Pipette in die Nase träufeln, laufen sie Gefahr, die Tropfen überzudosieren. Darauf weist die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) hin. Mehrere Eltern hatten eine Apotheke darauf aufmerksam gemacht, dass die zulässige Gabe der empfohlenen Tropfenmenge mit der Pipette schwierig umzusetzen sei, so die AMK in ihrer Warnung. Vor allem jüngere Kinder halten bei der Verabreichung von Nasentropfen häufig nicht still und strampeln. Je jünger das Kind, desto größer sei die Gefahr einer Fehldosierung.

Überdosierung von Nasentropfen kann lebensgefährlich sein

Abschwellende xylometazolin- und oxymetazolinhaltige Nasentropfen für Säuglinge und Kleinkinder enthalten in der Packungsbeilage den Warnhinweis zu schweren Nebenwirkungen – insbesondere zur Gefahr eines Atemstillstands bei Babys. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei dreimal täglich einem Tropfen für jedes Nasenloch. Laut AMK können bereits bei den empfohlenen Dosen schwere Nebenwirkungen auftreten. 

Erst im vergangenen Jahr wurde den Produktinformationen ein zusätzlicher Hinweis hinzugefügt: Bei Säuglingen unter einem Jahr wird die Anwendung nur unter ärztlicher Aufsicht empfohlen.

Otriven-Nasentropfen für Säuglinge sollen bei Schnupfen und Entzündungen der Nasennebenhöhlen den Abluss des Nasensekrets erleichtern und dafür sorgen, dass die kleinen Patienten wieder freier atmen können. Die Nasentropfen sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Tipps für die Anwendung von Nasentropfen bei Säuglingen

Die AMK bittet Apotheken jetzt, Eltern über die Risiken aufzuklären und Tipps zur richtigen Anwendung zu geben. Dies sind die wichtigsten Hinweise zur Verabreichung von Nasentropfen für Säuglinge:

  • Am einfachsten ist die Verabreichung, wenn das Baby oder Kleinkind auf dem Rücken liegt. Der Kopf sollte leicht nach hinten gebeugt sein.
  • Die Pharmazeutische Zeitung (PZ) empfiehlt für die korrekte Anwendung: "Die Pipette des Arzneimittels mit der Lösung wird vorsichtig etwa einen halben Zentimeter in das Nasenloch des Babys eingeführt, und durch ganz leichten Druck auf das Saughütchen wird ein Tropfen appliziert. Das lässt sich vorher auch gut außerhalb der Nase üben. Der Druck auf das Saughütchen wird konstant gehalten und dabei der Applikator wieder aus der Nase herausgezogen, um zu verhindern, dass Nasenschleim in die Pipette gesogen wird. Die Pipette vollständig entleeren und gründlich abwischen, bevor sie zurück in die Flasche gesteckt wird."
  • Vor der Anwendung sollten Sie dem Kind die Nase putzen.
  • Nutzen Sie die Nasentropfen nur für einen Patienten – und niemals länger als sieben Tage. Es besteht die Gefahr einer Nasentropfen-Abhängigkeit.
  • Ist die Flasche geöffnet, sollten Sie die Tropfen nicht länger als vier Wochen verwenden und danach über den Restmüll entsorgen. 

Quelle: ABDA

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