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Kariesprophylaxe bei Kindern

Bundesamt für Risikobewertung äußert sich im Streit um Fluorid

Kategorie: Kinder und Familie | 11.06.2018

Kariesprophylaxe bei Kindern

Seit nun mehr als einem Jahrzehnt streiten sich die Fachgesellschaften der Kinderärzte und der Zahnärzte darüber, ob eine Fluoridierung bei Babys und Kleinkindern besser per Tablette oder Zahncreme erfolgt. Und weil Fachgesellschaften ihre gemeinsame medizinische Leitlinie "Fluoridierungsmaßnahmen zur Kariesprophylaxe" bis Anfang 2018 nicht rechtzeitig aktualisiert haben, gibt es derzeit auch keine gültig Leitlinie zur Vorbeugung von Karies mit Fluorid. Nun hat sich dazu zwar auch das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) geäußert, es betont jedoch abermals: Wichtig sei es, nur eine Fluoridprophylaxe anzuwenden. Sobald zum Zähneputzen eine fluoridhaltige Zahncreme verwendet wird, sollten keine Fluoridpräparate mehr eingenommen werden. Denn allein durch das Verschlucken von Zahnpasta können Kleinkinder etwa genau so viel Fluorid aufnehmen wie durch Tabletten oder fluoridiertes Salz. Eltern müssen also wie bislang selbst entscheiden, was sie ihrem Nachwuchs geben. Dabei schätzen die BfR-Experten jedoch, dass durch die uneinheitlichen Empfehlungen der Kinder- und Zahnärzte relativ viele Eltern neben Fluoridtabletten auch fluoridhaltige Zahncremes für ihre Kinder verwenden.

Zuviel Fluorid schadet Zähnen von Kindern und Babys

Eine erhöhte Fluoridzufuhr kann für weißliche oder gelbliche Schmelzflecken auf den Zähnen sorgen - der sogenannten Dentalfluorose. Zudem kann eine längerfristige Überdosierung mit Fluorid zu einer Skelettfluorose führen, die zunächst mit einer Zunahme der Knochendichte und schließlich mit Gelenkschmerzen und steifen Gelenken einhergeht. ÖKO-TEST rät daher weiterhin: Wichtig ist, dass Eltern sich für einen Weg der Fluoridgabe entscheiden und ihren Kleinkindern entweder fluoridhaltige Kinderzahncreme oder Tabletten verabreichen. Wenn Sie sich für Zahnpasta entscheiden, verwenden Sie ab dem ersten Milchzahn für Kinder bis zwei Jahren einmal täglich einen dünnen Film einer Zahnpasta mit 500 ppm Fluorid; ab dem Alter von zwei Jahren nehmen Sie täglich eine erbsengroße Menge. Mit dem Durchbruch des ersten bleibenden Zahns wechseln Sie für ihre Kinder auf eine Erwachsenenzahncreme mit 1.450 Fluorid. Parallel dazu empfehlen Experten fluoridiertes Speisesalz.


Weiterführende Links

https://www.oekotest.de/kinder-familie/16-Kinder-und-Juniorzahncremes-ohne-Fruchtgeschmack-im-Test_110623_1.html

https://www.oekotest.de/kosmetik-wellness/37-Zahncremes-im-Test_109555_1.html

http://www.bfr.bund.de/cm/343/fuer-gesunde-zaehne-fluorid-vorbeugung-bei-saeuglingen-und-kleinkindern.pdf

http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/083-001.html