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Karies

Fluoridlack schützt Milchzähne

Kategorie: Kinder und Familie | 21.05.2018

Karies

Eine Behandlung der Milchzähne mit Fluoridlack schützt Kinderzähne effektiv vor Karies. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einem aktuellen Bericht. Die IQWiG-Experten werteten dafür 15 Studien mit rund 9.700 Kindern bis sechs Jahren aus, von denen etwa die Hälfte mit Fluoridlack behandelt wurde. Nach dem Aufbringen des Lacks trat Karies an Milchzähnen seltener auf als bei der Versorgung ohne Fluoridierung. Bei etwa jedem 10. Kind könnte damit Karies gänzlich verhindert werden. Und bei weiteren Kindern würde zumindest das Fortschreiten der Karies vermindert. Für den Nutzen des Fluoridlacks war es offensichtlich egal, ob die Kleinkinder bereits Karies oder noch ganz gesunde Zähne hatten.

Während Karies bei Erwachsenen und Jugendlichen rückläufig ist, tritt Karies bei Kleinkindern noch zu häufig auf und erhöht das Kariesrisiko für die bleibenden Zähne deutlich. Ein Grund dafür ist, dass die Milchzähne, wie auch die gerade durchbrechenden bleibenden Zähne, besonders anfällig sind. Dennoch gehört die Behandlung der Milchzähne mit Fluorlack erst bei Kindern ab dem 30. Lebensmonat zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Ob die GKV künftig bereits bei jüngeren Kleinkindern eine solche Fluoridierung übernehmen muss, darüber berät zur Zeit der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), der das Beschlussgremium der Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen ist.