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Beikost einführen: 6 Tipps für den nachhaltigen Beikoststart

Magazin Oktober 2021: Zucker | Autor: Meike Rix/Hannah Pompalla | Kategorie: Kinder und Familie | 28.11.2021

Eltern können viel tun, um auf nachhaltige Weise in die Beikost zu starten.
Foto: Nata Bene/Shutterstock

Plastikteller, Verpackungsmüll und jede Menge Reste: Der Start in die Beikost ist oft alles andere als umweltfreundlich. Wir zeigen, wie es besser geht.

Bunte Plastikschüsseln für den Babybrei sind beliebt. Gut für die Umwelt sind sie aber nicht, zumal manche Produkte schädliche Stoffe freisetzen können. Außerdem landen gerade zu Beginn der Einführung in die Beikost viele Reste aus den Babygläsern oft im Müll. Wir geben Tipps, wie die Umstellung auf nachhaltigere Weise gelingen kann.

Tipp 1: Mit kleinen Portionen die Beikost einführen

Um weniger Essen wegwerfen zu müssen, ist es ratsam, zunächst langsam mit der Beikost zu beginnen. Das heißt: Für das Kleinkind erst einmal kleine Portionen aus dem Baby-Gläschen in eine Schüssel füllen und erwärmen. Den Rest können die Eltern wieder gut verschlossen in den Kühlschrank stellen. Dort hält er sich bis zum nächsten Tag. 

Tipp 2: Reste vom Babybrei verwerten

Die übrig gebliebenen Breireste können von den größeren Familienmitgliedern gegessen werden, zum Beispiel durcherhitzt als Zutat in einer lecker gewürzten Suppe, Sauce oder in einem Eintopf. Für Eltern, die selbst kochen, bietet es sich zudem an, für Groß und Klein etwas aus den gleichen Zutaten zuzubereiten. Die Speise für das Baby sollte jedoch ohne Salz gekocht und im Anschluss püriert werden.

Tipp 3: Plastikgeschirr für Babys Beikost muss nicht sein

Schüsselchen aus Plastik sind zwar bruchsicherer als Keramikteller. Aber sie sind in vieler Hinsicht gar nicht so praktisch, wie es auf den ersten Blick scheint. Oft darf zum Beispiel nichts Heißes ins Geschirr. Oder man möchte fürs Baby darin nichts in der Mikrowelle aufwärmen, weil unter Hitze bedenkliche Stoffe aus dem Kunststoff ins Essen übergehen können. Das betrifft etwa Geschirr aus oder mit Melamin.

Für Eltern, die ihren Nachwuchs am liebsten aus "echtem", zerbrechlichen Geschirr essen lassen wollen, gibt es eine praktische Lösung: Sie können den Kinder-Teller einfach mit einem Silikonsaugnapf am Tisch befestigen.

>>Weiterlesen: Kindergeschirr im Test: Eltern sollten besser auf Melamingeschirr verzichten

Es muss nicht immer Plastik sein: "Echtes", zerbrechliches Geschirr bietet auch viele Vorteile. So kann man es etwa bedenkenlos in die Mikrowelle geben.
Es muss nicht immer Plastik sein: "Echtes", zerbrechliches Geschirr bietet auch viele Vorteile. So kann man es etwa bedenkenlos in die Mikrowelle geben. (Foto: komokvm/Shutterstock)

Tipp 4: Nicht auf vermeintliches Bambusgeschirr reinfallen

Buntes Kindergeschirr, für das die Anbieter mit Natürlichkeit oder Bambusanteil werben, besteht häufig aus Kunststoffen wie Melamin. Pflanzliche Bestandteile wie Bambus oder Mais sind nur als Füllstoff enthalten. Das hat ÖKO-TEST bereits in mehreren Tests nachgewiesen und kritisiert. Die Verbraucherzentralen fordern aktuell einen bundesweiten Rückruf solcher Produkte.

Echtes Bambusgeschirr gibt es übrigens auch. Es ist hell- bis dunkelbraun und hat eine Holzmaserung. Welche Schadstoffe im angeblichen Bambusgeschirr stecken und woran Sie echte, unbedenkliche Produkte erkennen können, lesen Sie hier: Vermeintliches Bambusgeschirr: Oft ein Gesundheitsrisiko – und ohne EU-Zulassung.

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Tipp 5: Babybrei aus regionalen Bio-Produkten selber machen

Wer die Beikost selbst zubereitet, kann Verpackungsmaterialien – Gläschen mit hohem Transportgewicht – einsparen. Zudem können die Eltern genau darauf achten, was in den Babybrei kommt. Wir empfehlen natürlich Bio-Obst und -Gemüse der Saison oder aber Bio-Fleisch und -milch – mit möglichst hohen Anforderungen ans Tierwohl.

Wieso gerade Bio-Milch die bessere Wahl ist, können Sie in unserem kostenlosen Milch-Test nachlesen. Hierfür haben wir 20 Bio- und konventionelle Produkte unter die Lupe genommen.

Am gesündesten und nachhaltigsten ist es natürlich, den Babybrei selbst zu kochen.
Am gesündesten und nachhaltigsten ist es natürlich, den Babybrei selbst zu kochen. (Foto: Syda Productions/Shutterstock)

Tipp 6: Lätzchen und Servietten für das Baby achtsam wählen

Die Produktion von Textilien hat einen hohen CO₂- und Wasserverbrauch. Braucht es wirklich haufenweise neue Lätzchen und Lappen? Wir empfehlen, gebrauchte auch Textilien wiederzuverwenden – das schont Ressourcen. So könnte zum Beispiel aus einem alten Handtuch ein Lätzchen oder Umhang fürs Baby entstehen. Wichtig ist, dass sich die gebrauchten Stoffe heiß waschen lassen.

Die Lätzchen und Lappen sollten stets in einer gut gefüllten Maschine gewaschen werden, um den Wasserverbrauch zu senken. Bei Küchenrollen und Einwegtüchern sollten die Eltern wiederum Produkte aus Recyclingpapier kaufen, denn diese sind besser für die Umwelt.

Übrigens: Unser Küchenrollen-Test hat gezeigt, dass nicht alle Küchenpapiere frei von problematischen Stoffen sind. Mehr dazu erfahren Sie hier: Warum nicht jede Küchenrolle für Kontakt mit Lebensmitteln geeignet ist.

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